Der Begriff
a cappella (älter "alla cappella") stammt aus dem
Italienischen und bezeichnet ursprünglich
Musik "nach Art der
Kapelle". Das bedeutet eine Aufführungspraxis von
Vokalmusik, die manchmal ebenso von
Instrumenten begleitet wurde, wobei diese keinen eigenständigen Part, sondern parallel zu den gesungenen Melodien spielten. Die Gesangsparts sind meist mehrstimmig. Heute wird unter "a cappella" eine Musik verstanden, die vollständig auf Instrumente verzichtet und allein auf der menschlichen Stimme beruht. In neuerer A-cappella-Musik wird aber durch den Einsatz von
Vocal Percussion (human beatbox, Mundschlagzeug) und die Möglichkeit moderner Studiotechnik ein großes Klang- und Stilspektrum erreicht.
Es kursieren viele Schreibvarianten. Für das mittellateinische Wort gab es beide Schreibweisen capella und cappella. Heute ist weltweit "a cappella" die richtige Schreibweise. (Als Eselsbrücke kann dienen: "zwei Wörter, zwei P, zwei L").
Durch den Verzicht auf instrumentale Begleitung ist a cappella der universellste und wahrscheinlich älteste Musikstil. In Westeuropa haben
Gregorianischer Choral, kirchliche und weltliche
Chormusik über die Jahrhunderte eine starke a-cappella-Tradition entwickelt.
1927 entstanden nach dem amerikanischen Vorbild der "Revellers" in Deutschland die
Comedian Harmonists, die wohl mit Klavierbegleitung sangen, aber die Popularität dieses Genres sehr förderten und ebenso heute obendrein häufig nachgeahmt werden. Weitere Einflüsse nahm die a-cappella-Musik aus dem
Doowop.
Wichtige Vertreter dieses stark von
Popmusik und
Jazz beeinflussten Genres sind z.B. "The Golden Gate Quartet" oder die englischen "
King's Singers", die sich
1968 formierten und aus dem Chor des King's College,
Cambridge, hervorgingen und die seitdem in vielen musikalischen Stilrichtungen siegreich sind. Aber ebenso "The Flying Pickets", die amerikanischen Gruppen "The
Manhattan Transfer", "The Nylons", "Take 6" sind zu erwähnen, sowie das südafrikanische Ensemble "
Ladysmith Black Mambazo", das vor allem dadurch bekannt wurde, dass es mit
Paul Simon für sein Album
Graceland zusammenarbeitete; die "
Swingle Singers", die im Frankreich der
1960er um Ward Swingle entstanden, und die vor allem durch Swing-Adaptationen klassischer Musik Aufsehen erregten, oder die schwedische Gruppe "The
Real Group", die sich nach dem
Realbook benannte, einer Sammlung von Jazz Standards, die sie
1984, zu Beginn ihrer Karriere (als Absolventen der Königlichen Musikakademie
Stockholm), als erste Anregungen für ihre
Arrangements nahmen.== Weblinks ==
| · | Die Deutsche a-cappella-community (http://www.acappella-online.de/) mit einer ausführlichen Liste von A-Cappella-Gruppen in Deutschland, Österreich und der Schweiz
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