Die ältesten bisher bekannten menschlichen Lebensspuren fanden sich in Ostafrika. Es gilt als fast sicher, dass sich wie auch die primitiveren
Menschenarten als ebenso der
Homo sapiens von dort über die Welt ausgebreitet hat.
Im Niltal in Nordafrika befand sich mit
Ägypten eine der ersten
Hochkulturen. Von dort breitete sich der Ackerbau schon früh nach
Sudan und andere Gebiete Afrikas aus. Mangels schriftlicher Aufzeichnungen ist darüber aber obendrein wenig bekannt.
Schon die alten Ägypter (Königin
Hatschepsut) unternahmen Fahrten nach
Punt, wahrscheinlich im heutigen
Somalia. Auch das Reich der
Königin von Saba, welches wohl in Südarabien sein Zentrum hatte, könnte sich über Teile des
Horns von Afrika erstreckt haben. Die Herrscher
Äthiopiens führten ihre Abstammung auf die Königin von Saba zurück.
Herodot berichtet, dass um
600 v. Chr. karthagische Seeleute im Auftrag des
Pharao Necho in drei Jahren Afrika vom Roten Meer bis zur Nilmündung umfahren hätten. Da er davon berichtet, sie hätten behauptet, die Sonne „zu ihrer Rechten“, also im Norden, gesehen zu haben, gilt dieser Bericht als glaubwürdig. Sicher ist die Fahrt des karthagischen Admirals
Hanno um
500 v. Chr., der von Südspanien aus mindestens bis
Sierra Leone kam.
Während der Völkerwanderung eroberten die
Wandalen das römische Nordafrika von
Marokko bis
Libyen. Schon vor der
Hedschra wanderten
arabische Stäme nach Nordafrika ein. Mit dem Siegeszug des
Islam wurde Ägypten
641, Marokko
670 erobert. In den folgenden Jahrhunderten wurde Nordafrika praktisch vollständig islamisiert, der
Sahel, West- und Ostafrika wenigstens teilweise.
Nach der Entdeckung
Amerikas war Afrika für die Europäer größtenteils als Quelle für
Sklaven interessant. Ein erheblicher Anteil der Bevölkerung von
Brasilien,
Haitis und anderer Inseln der
Karibik, aber ebenso der
USA sind afrikanischer Abstammung. Zum Zweck des Sklavenhandels wurden Forts an den Küsten errichtet, den Transport aus dem Binnenland übernahmen meist einheimische Königreiche. In Ostafrika waren bis ins
17. Jahrhundert arabische Händler vorherrschend. Das Innere des Kontinents war den Europäern weitesgehend unbekannt. Erste Forschungsreisen unternahmen Ende des 18. Jh. von der
Association for Promotion the Discovery of the Interieur of Africa (Africa Association, London) ausgesandte Männer verschiedener Nationalität.
Kolonisation Afrikas um 1914
Im Zuge der Dekolonialisierung wurden mehrere Staaten in den
1950er Jahren unabhängig.
1960 gilt als das Jahr der afrikanischen Unabhängigkeit, da der Großteil der französischen Kolonien in diesem Jahr in die Unabhängigkeit entlassen wurden. Als letzte europäische Besitzung auf dem Festland wurde
Dschibuti 1977 unabhängig. In
Südafrika ist die schwarze Bevölkerungsmehrheit erst seit
1994 an der Regierung. Einige Inseln gehören bis heute verschiedenen europäischen Staaten.
Durch die künstlichen Grenzen der Kolonialzeit haben die meisten afrikanischen Staaten kein Nationalgefühl entwickeln können. Dies und die einseitige Ausrichtung der Wirtschaften auf Exportartikel führten dazu, dass die politische Lage in den meisten Staaten instabil ist und autoritäre Regime vorherrschen. Dadurch fällt ein großer Teil der natürlichen Reichtümer des Kontinents der
Korruption zum Opfer beziehungsweise wird von internationalen Konzernen abgeschöpft. Verbunden mit unterentwickelter Infrastruktur, klimatischen Problemen, hohem Bevölkerungszuwachs und in neuerer Zeit sehr hohen
AIDS-Raten führt dies dazu, dass fast ganz Afrika der
Dritten Welt angehört.