In
antiker Zeit war Alexandria nach Rom zeitweilig die zweitgrößte Stadt der Welt und gab der
Alexandrinischen Periode ihren Namen. Bekannt war sie für ihren
Leuchtturm, den "
Pharos von Alexandria" (eines der sieben
Weltwunder), und die "
Bibliothek von Alexandria", die mit ca. 700.000
Schriftrollen damals die größte der Welt war.Das Schicksal der Großen Bibliothek ist umstritten; einige antike Quellen sprechen von einem Feuer bei
Cäsars Eroberung der Stadt. Wie allerdings Edward Parsons in seiner Quellenanalyse nachweist [1], stützen nur 6 von 16 Quellen über das Alexandria der Zeit diese Hypothese, die erste dieser Quellen wurde ca. 100 Jahre nach dem angeblichen Vorfall geschrieben, und die Zahl der angeblich verlorenen Bücher schwankt von 40.000 (die erste Quelle) bis 700.000, also der kompletten Bibliothek (
Aulus Gellius), die letzte Quelle (
Paulus Orosius) spricht nochmal von 40.000 Büchern.
Das Museum von Alexandria, an das die Bibliothek angegliedert war, existierte mit Sicherheit weiterhin, da mehrere Leiter des Museums aus nachchristlicher Zeit bekannt sind, und Plutarch schreibt von einem Geschenk von 200.000 Schriftrollen aus der Bibliothek von
Pergamon an
Cäsar. Der letzte bekannte Leiter des Museums war Theon von Alexandria (ca. 335-405). Im Jahre 391 ließ auf Befehl des christlichen Kaisers
Theodosius des Großen der Patriarch Theophilus alle heidnischen Tempel in Alexandria zerstören. Mit Sicherheit war darunter das Serapeum, das die Tochterbibliothek beinhaltete; ob ebenso das Museum (der "Tempel der Musen", und damit aller Wahrscheinlichkeit nach die Bibliothek) zu diesem Zeitpunkt zerstört wurde, ist unbekannt, es kann allerdings nicht wesentlich früher oder später geschehen sein. Im Jahre 415 wurde Theons Tochter, die Philosophin und Wissenschaftlerin
Hypatia, von Schergen des Patriarchen Cyril ermordet und damit "das letzte Überbleibsel der Ketzerei aus der Stadt entfernt", wie der christliche Autor Johannes von Nikiu später schrieb
[1] (http://www.cosmopolis.com/alexandria/hypatia-bio-john.html). Der zeitgenössische christliche Historiker Sokrates schrieb dagegen: "Mit Sicherheit kann nichts weiter entfernt sein vom Geist des Christentums, als das Zulassen von Massakern, Gewalttaten und Misshandlungen dieser Art."
Alexandria bleib während der gesamten
Spätantike ein wichtiges urbanes und kulturelles Zentrum, vor allem in Hinblick auf theologische Fragen. Ägypten wurde 619 von den
Sassaniden erobert, doch bald darauf erhielten die
Byzantiner das Land zurück. 642 fiel die Stadt endgültig in die Hände der
Araber (siehe
Islamische Expansion). Die Stadt blieb durch das ganze
Mittelalter bis in die
Neuzeit ein wichtiger Hafen, verlor aber seine politische Bedeutung.
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