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|  | | Antike - Definition und Bedeutung |
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Die Verehrung Homers prägte die gesamte Kultur der klassischen Antike
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Inhaltsverzeichnis | |
4 Literatur
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Historisch bezeichnet Antike im Sinne der klassischen Altertumswissenschaft die Zeit von der allmählichen Herausbildung der griechischen Staatenwelt bis zum Ende des weströmischen Reichs im Jahr 476.
Der Anfang der antiken Kultur im klassischen Sinne wird im Allgemeinen mit der Entstehungszeit der Homerischen Epen und dem Beginn der griechischen Kolonisation des Mittelmeerraums im 8. Jahrhunderts v. Chr. angesetzt. Die Griechen verbreiteten ihre Bildung und Kultur in den folgenden Jahrhunderten im gesamten Mittelmeerraum und seit Alexander dem Großen ebenso im Orient und nach Zentralasien hinein. Die Römer brachten die antike Kultur bis nach Mittel- und Nordwesteuropa, wo sie sich seit dem frühen Mittelalter zur christlich-abendländischen Kultur wandelte.
1.2 Ursprünge der antiken Kultur
Die Ursprünge der europäischen Antike liegen im Dunklen. Ihre Vorgeschichte ist ungefähr in der Zeit von 1900- 1400 v. Chr., in der so genannten minoischen Kultur auf Kreta anzusiedeln. Aus dieser Frühzeit sind einige schriftliche Überreste erhalten (unter anderem sog. Linearschrift A), die aber bisher nicht vollständig entschlüsselt werden konnten. Die Texte der entschlüsselten Linearschrift B deuten darauf hin, dass der Palast von Knossós damals ein wirtschaftliches Zentrum Kretas war.
Auf dem griechischen Festland blühte ungefähr zur gleichen Zeit (etwa 1700- 1200 v. Chr.) die mykenische Kultur, die uns archäologisch durch die zahlreiche Burgen überliefert ist, zum Beispiel Mykene und Tiryns auf der Halbinsel Peloponnes. Diese Burgen entstanden wohl unter dem Einfluss der minoischen Palastkultur. Etwa 1100- 800 v. Chr. setzt man das " Dunkle Zeitalter" an, aus dem uns nur wenig überliefert ist und in der viele der Burgen zerstört worden zu sein scheinen. Von ungefähr 1050- 900 v. Chr. dauerte die Ionische Wanderung, in deren Verlauf die Einwohner des griechischen Festlandes die Inseln der Ägäis und Kleinasiens kolonisierten.
1.3.1 Entstehung der Poleis 1.3.3 Kampf um die Hegemonie
Die zunehmende Rivalität unter der Seemacht Athen und der Landmacht Sparta mündete 431 v. Chr. in den fast 30 Jahre währenden Peloponnesischen Krieg. Er endete 404 v. Chr. mit der Niederlage Athens und der Errichtung einer zeitweiligen spartanischen Hegemonie über Griechenland.
In der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts v. Chr. führen die griechischen Städte einen fast permanenten Krieg aller gegen alle - in wechselnden Koalitionen und unter fortwährender Einmischung der Perserkönige. Theben löste Sparta 371 v. Chr. nach der Schlacht von Leuktra als Hegemon ab, doch ebenso Thebens Vorherrschaft war nur von knapper Dauer.
Zeitgenössische Büste Alexanders des Großen
Das Zeitalter des Hellenismus war geprägt von einem fast andauernden Kampf der drei Großmächte ( Ptolemäer, Seleukiden und Antigoniden) um die Vorherrschaft. Rom interventierte zu Beginn des 2. Jahrhunderts v. Chr. in Griechenland. Bis zum Jahr 146 v. Chr. waren Makedonien und Griechenland römische Provinzen geworden. Bald darauf folgte der Erwerb Pergamons und 64/ 63 v. Chr. die Beseitigung der Überreste des Seleukidenreiches. Als letzter Nachfolgestaat des Alexanderreichs wurde im Jahre 30 v. Chr. das Ägypten der letzten ptolemäischen Königin Kleopatra VII. ins Römische Reich eingegliedert. Damit war der Hellenismus als politischer Faktor ausgschaltet. Die griechische Kultur allerdings lebte mit unverminderter Kraft im Römischen Reich fort und prägte es bis zu seinem Untergang im Westen 476 und darüber hinaus bis in die Zeit des Byzantinischen Reichs.
Nach den Griechen wurden die Römer zu den zweiten Trägern und Vermittlern der der antiken Kultur. Je weiter sie als Eroberer in die Länder der Levante vordrangen, desto stärker ließen sie sich von deren Kultur beeinflussen. Literatur, Philosophie, Kunst, Architektur und Alltagskultur der Griechen wurden von den Römern nun ebenso im westlichen Mittelmeerraum verbreitet - und weit darüber hinaus bis zum Rhein und zu den britischen Inseln.
Rom, der Legende nach 753 v. Chr. gegründet, entstand neueren Forschungen zufolge erst gegen Ende des 7. Jahrhunderts v. Chr. aus dem Zusammenschluss mehrerer dörflicher Siedlungen an einer Furt am Unterlauf des Tibers. Politisch und kulturell stand Rom lange unter etruskischem Einfluss. Die Etrusker andererseits unterhielten schon früh Kontakt mit griechischen Kolonisten.
Um 500 v. Chr. befreiten sich die Römer vom etruskischen Stadtkönigtum und bildeten wohl um 475 v. Chr. eine republikanische Regierungsform aus. In den Zwölftafelgesetzen, die um 450 v. Chr. entstanden, wurden die ersten zivil-, straf- und prozessrechtlichen Normen des römischen Rechts festgehalten. Die Verfassung sah von da an ein Zusammenwirken der drei Institutionen Senat, Magistratur und Volksversammlung vor, die sich in ihrer Macht theoretisch gegenseitig beschränkten. Die offizielle Bezeichnung der Republik lautete S.P.Q.R. für Senatus Populusque Romanus (dt.: Senat und Volk von Rom). Faktisch dominierte allerdings der Senat, der sich aus Angehörigen der adligen Familien, der Patrizier zusammensetzte. Aus ihm gingen ebenso die Konsuln hervor, die beiden auf ein Jahr gewählten obersten Magistrate der Republik. Das höchste, den nichtadligen Plebejern zugängliche Amt war das des Volkstribunen, der ein Vetorecht gegen Senatsbeschlüsse besaß.
Gleichzeitig kam es allerdings im Inneren zu einer ganzen Reihe von Krisen, der sich im Kampf der Optimaten gegen die Popularen manifestierte. In der Epoche der Bürgerkriege erreichte die Krise der späten Republik ihren Höhepunkt und machte deutlich, dass sich die Republik überlebt hatte und so der Weg zum Prinzipat bereitet wurde. Bereits Gaius Julius Caesar hatte als Diktator auf Lebenszeit ( dictator perpetuus) eine quasi-monarchische Stellung erlangt. Als erster römischer Kaiser gilt allerdings sein Großneffe und Erbe Augustus, dem es gelang, mit dem Prinzipat eine dauerhafte monarchische Staatsordnung an die Stelle der zerrütteten Republik zu setzen.
Das von August errichtete Kaiserreich ( Prinzipat) wurde von ihm und seinem Nachfolger Tiberius obendrein sicher geführt. Unter Caligula, Claudius und Nero kam es allerdings schon zu einigen Krisen im Inneren, die allerdings unter den Adoptivkaisern weitgehend behoben werden konnte. Das Imperium erlebte seine größte Blüte und Ausdehnung denn ebenso unter eben diesen Adoptivkaisern im 2. Jahrhundert. Allerdings wuchs schon in dieser Zeit der Druck auf die Reichsgrenzen. Im Norden und Nordosten bedrängten die Germanen, im Osten die Parther und später die Sassaniden das Reich. Mit dem Tod von Marcus Aurelius endete ein Zeitalter, das viele als ein "goldenes" begriffen hatten - was allerdings nur mit Abstrichen gelten kann. Die Severer stabilisierten die Grenzen wenigstens teilweise, bevor es unter den so genannten Soldatenkaisern zu einer wahren Reichskrise kam, die geprägt war von einem raschen Regierungswechel, zentrifugalen Tendenzen im Inneren ( Imperium Galliarum) und dem beständig wachsenden Druck auf die Grenzen.
Es gelang allerdings gegen Ende des 3. Jahrhunderts mit der Einführung der Tetrarchie durch Kaiser Diokletian obendrein einmal eine gewissen Stabilisierung zu erreichen. Diese Zeit der beginnenden Spätantike ist gekennzeichnet von Umbrüchen der alten Welt. Die Anerkennung des Christentums unter Kaiser Konstantin I. und seine spätere Erhebung zur alleinigen Staatsreligion stellte schon eine wesentliche Abkehr von der antiken Kultur dar, speziell von der antiken Philosophie und Religion. Ein letzter Versuch, die heidnischen Kulte durch die Verbindung mit neuplatonischem Gedankengut nochmal zu beleben, scheiterte mit dem Tod Kaiser Julians im Jahr 363, was ebenso das Ende der konstantinischen Dynastie bedeutete. Valentinian I. stabilisierte den Westen, doch kam es im Zuge der Völkerwanderung 378 zur Schlacht von Adrianopel und damit verbunden zu einer neuen Krisenzeit. Kaiser Theodosius konnte den Osten allerdings nochmal stabilisieren und war zudem der letzte Kaiser, der über das gesamte Imperium Romanum herrschen sollte.
2 Nachleben und Bedeutung der Antike
Die Bedeutung der Antike für den zusätzlichen Verlauf der Weltgeschichte kann gar nicht hoch genug veranschlagt werden. In dieser Epoche begann die Entwicklung der westlichen Welt. Durch die Relativierung von Religion und einen Prozess der Aufklärung bis hin zu entwickelten philosophischen Systemen wurde die Wegscheide unter West und Ost, unter Okzident und Orient, unter Abendland und Morgenland markiert.
Bis heute erhaltene Zeugnisse der Antike sind neben überlieferten Texten philosophischer, literarischer oder historischer Natur, zahlreiche Objekte der griechischen und römischen Kunst: von großen Skulpturen bis zur Kleinkunst und Töpferei etc. Wichtige Antikensammlungen befinden sich in Rom, Athen, Neapel, Paris, London, München, St. Petersburg, Wien und Berlin. Für die Kenntnis des antiken Alltags sind vor allem archäologische Ausgrabungen wie die in Pompeji, Olympia, Delphi oder Pergamon von Bedeutung.
Als man im Italien des 15. Jahrhunderts die erhaltenen (meist römischen) Überreste neu zu schätzen lernte und in der Kunst nachahmte, bezeichnete man dies als Renaissance, als Wiedergeburt der Antike. Seit dem 18. Jahrhundert trat infolge der Arbeiten von Johann Joachim Winckelmann die klassische griechische Kunst zunehmend ins Zentrum des Interesses. Im 19. Jahrhundert sprach man im Zusammenhang mit den Arbeiten von Architekten und Künstlern, wie Karl Friedrich Schinkel, Franz Karl Leo von Klenze und Berthel Thorwaldsen von der "Renaissance der griechischen Antike".
Vor allem aber setzte die Wiedergeburt des antiken Geistes in der Renaissance setzte der jahrhundertelangen Dominanz religiösen Denkens ein Ende und mündete schließlich in die Epoche der europäischen Aufklärung und in die Moderne. Fast alle Ideen der modernen Aufklärung haben antike Vorläufer. Ohne griechische Wissenschaft und Philosophie, ohne das römisches Recht und ohne Architektur und Kunst von Griechen und Römern ist die westliche Zivilisation nicht denkbar.
Ein Großteil der antiken Literatur (und damit ebenso der Geschichtsschreibung) ist uns nicht erhalten. Man hat geschätzt, dass uns kaum 10% der griechischen Literatur überliefert ist (siehe H. Strasburger, Umblick im Trümmerfeld der griechischen Geschichtsschreibung, in: Historiographia antiqua, Festschrift W. Peremans, Leuven 1977, S. 3-52). In Teilen sieht es besonders trostlos aus (Hellenismus), in anderen Bereichen besser (Spätantike). Insgesamt ist die Quellenlage allerdings problematisch. Neben den erzählenden Quellen müssen natürlich ebenso Inschriften und Reden sowie archäologische und numismatische Quellen herangezogen werden. Eine Zusammenfassung mit ausführlichen Angaben bieten die entsprechenden Artikel (Geschichtsschreibung) im Pauly (RE; KlP; DNP) oder anderen Lexika. Im folgenden seien einige der wichtigsten (erhaltenen) Autoren genannt.
| · | ders., Der Zug der Zehntausend
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| · | Arrian, Alexanders des Großen Zug durch Asien
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| · | Livius, Römische Geschichte
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| · | Sallust, Die Verschwörung des Catilina
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| · | ders., Der Krieg gegen Jugurtha
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| · | ders., Der Bürgerkrieg
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| · | Prokop, Kriege, Bauten und Geheimgeschichte
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