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|  | | Arianismus - Definition und Bedeutung |
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Bedeutende Vertreter des Arianismus waren neben Arius Eusebius von Nikomedia, Eunomius, Gegenpapst Felix II., Wulfila und die konstantinopolitanischen Patriarchen Macedonius (342-346, 351-360), Eudoxius von Antiochia (360-370), Demophilus (370-379), und Maxentius (380).
Es gab verschiedene Varianten des Arianismus, aber die folgenden Punkte wurden von den meisten seine Anhänger vertreten:
| · | Der Vater allein ist Gott: er allein ist ungezeugt, ewig, weise gut, keiner Veränderung unterworfen. Er ist durch einen unendlichen Abgrund vom Menschen getrennt.
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| · | Gott kann die Welt nicht direkt erschaffen, sondern nur durch einen Mittler, den Logos, der selbst geschaffen wurde um die Welt zu schaffen. Der Sohn Gottes ist präexistent, vor aller Zeit und vor der Welt, ist ein Zwischenwesen unter Gott und der Welt, das perfekte Abbild des Vaters.
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In einem metaphorischen Sinn kann er nicht als Gott bezeichnet werden. Aber er ist eine Kreatur, die erste Kreatur Gottes. Er ist geschaffen, nicht aus dem gleichen Wesen wie der Vater, sondern aus dem Nichts, durch den Willen des Vaters, vor aller vorstellbaren Zeit, aber dennoch in der Zeit. Er ist daher nicht ewig und "es gab eine Zeit, als es ihn nicht gab." Ebenso ist seine Macht, seine Weisheit und sein Wissen begrenzt. Die Arianer lehrten ausdrücklich, dass der Logos den Vater nicht perfekt kennt und ihn daher nicht perfekt offenbaren kann.
Ebenso wie die Trinitarier beriefen sich die Arianer auf die Bibel (wobei die beiden Parteien unterschiedliche Stellen zitierten) und auf Kirchenväter, speziell auf Origenes: "Nun ist es möglich, dass manche nicht schätzen, was wir sagten, indem wir den Vater als den einen wahren Gott hinstellten und zugaben, dass andere Wesen neben dem wahren Gott Götter werden konnten, indem sie an Gott Teil hatten." (Origenes, Kommentar zu Johannes 2,3) und auf Tertullian, der gelehrt hatte, dass Jesus dem Vater untergeordnet sei ( Monarchianismus).
Zwischen dem ersten Konzil von Nicäa 325 und dem ersten Konzil von Konstantinopel 381 wurden nicht weniger als achtzehn unterschiedliche arianische Glaubensbekenntnisse verfasst, die sich teilweise widersprechen.
Die wesentlichsten Richtungen dabei waren die radikalen Arianer , die sich nochmal in Exukontianer (Gott-Sohn geschaffen aus dem "Nichtseienden"), Anomoianer (von griechisch ανoμoιoς anomoios unähnlich nach allem und nach dem Wesen) und Heterousiasten (ein anderer nach dem "Wesen" als Gott-Vater.) unterteilten, die Homöaner (von griechisch oμoιoς "homoios" ähnlich), die vertraten, dass der Vater und der Sohn ähnlich seien und die der trinitarischen Lehre nahestehendenSemi-Arianer oder Homöusianer (von griechisch oμoιoυσιoς homoiousios wesensähnlich), die vertraten, dass der Sohn und der Vater wesensähnlich aber unterschiedlich seien. Diese Richtungen bekämpften sich untereinander.
Die arianische Lehre ist erstmals von der Mitte des dritten Jahrhunderts bei Paul von Samosata überliefert. Die Lehre wurde wohl auf mehreren lokalen Synoden verurteilt, hatte aber weiterhin Anhänger, speziell in gebildeten hellenistischen Kreisen, da das arianische Gottesbild ganz dem neoplatonistischen Gottesbild entsprach und die Arianer gerne mit Logik argumentierten.
Der Arianische Streit, die Auseinandersetzungen unter Trinitariern und Arianern, dominierte die Kirchengeschichte im 4. Jahrhundert, wobei der Arianismus längere Zeit die politisch stärkere Stellung (Kaiserhaus und kaiserliche Garden) besaß, aber durch Streitigkeiten unter den verschiedenen Richtungen geschwächt wurde, während die Trinitarier ihre Lehre in dieser Zeit sorgfältiger ausarbeiteten und definierten und sprachliche Missverständnisse unter griechischer und lateinischer Kirche ausräumte und so ebenso für viele akzeptabel wurde, die vorher unter den Parteien standen.
| · | 325-361: Reaktion der Arianer, die zu ihrer politischen und religiösen Vormachtstellung führt
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Der Kaiser gab den Kanons des Konzils gesetzlichen Status und erließ im Juli 381 ein Gesetz, dass alles Eigentum der Kirchen denen übergeben werden sollte, die in die gleiche Göttlichkeit von Vater, Sohn und Heiligem Geist glaubten.
Die Germanenstämme, die um die Mitte des vierten Jahrhunderts von der Ostsee an die Nordostgrenzen des Römischen Reiches gezogen waren, wurden während der Vorherrschaft des Arianismus christianisiert. Der gotische Bischof Wulfila verfasste eine Bibel in gotischer Sprache, die zum einigenden Band der arianischen Germanenstämme wurde.
Während der Völkerwanderung kamen diese Stämme ( Burgunder, Vandalen, Ostgoten, Westgoten, Langobarden) in Gebiete des ehemaligen römischen Reichs, die von trinitarischen Christen bewohnt waren. Es kam dabei mehrfach zu Konstellationen wo eine arianische oder heidnische Minderheit über eine überwältigende trinitarische Mehrheit herrschte, wobei diese Mehrheit in der Regel ebenso über die (noch) höhere Zivilisation verfügte. In den meisten Fällen führte das dazu, dass die Minderheit mit der Zeit die Sprache, Kultur und Konfession der Mehrheit übernahm. So ließen sich der heidnische fränkische König Chlodwig I. 496, der arianische burgundische König Sigismund 516 und der arianische Westgotenkönig Recared 589 trinitarisch taufen. Im Vandalenreich in Nordafrika gab es bis zur Eroberung durch die Moslems parallel lateinisch-trinitarische, griechisch-trinitarische und arianische Christen.
Im 16. Jahrhundert entstand der Arianismus in verwandelter Form in Polen wieder, wo er größtenteils von Fausto Sozzini (1539-1604) gelehrt wurde. Der Sozinianismus hat einen großen Einfluss auf die Theologie und vor allem auf die religionskritische Literatur der Aufklärung im 18. Jahrhundert ausgeübt.
In neuerer Zeit haben arianische Richtungen im Innern des Christentums zum Unitarismus geführt. Neben anderen vertreten ebenso die Zeugen Jehovas eine arianische Lehre.
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