Sein Vater, Nichomachos, war
Arzt am Hof von König Amyntas von Makedonien. Von seinem 18. bis zu seinem 37. Lebensjahr war Aristoteles Schüler von
Platon in
Athen. Nach Platons Tod (
347 v. Chr.) ging er an den Hof des Hermias, Herrscher von Atarneus in
Kleinasien. Er heiratete dessen Nichte und Adoptivtochter Phytias.
342 v. Chr. wurde er Lehrer
Alexander des Großen, der damals dreizehn Jahre alt war, und unterrichtete ihn bis ins Jahr 336 v. Chr.
Danach gründete Aristoteles im Jahre
334 v. Chr. in Athen seine
Schule, das Lykeion oder ebenso Peripatos genannt, die bis ungefähr 40 v. Chr. bestand, und aus der die philosophische Richtung der
Peripatetiker hervorging. Als Aristoteles
323 v. Chr. in Athen wegen Gottlosigkeit angeklagt wurde, flüchtete er nach
Chalkis, wo er im folgenden Jahr starb.
Aristoteles befasste sich mit zahlreichen Wissensgebieten, unter anderem mit
Physik,
Metaphysik,
Naturphilosophie,
Ethik und
Politik. Er gilt als der Begründer der
Biologie und der
Logik. Von ihm stammt ebenso eine der ersten systematischen Abhandlungen über den
Zufall. Bei den überlieferten Schriften handelt es sich um Mitschriften seiner
Schüler, die wohl aus den Vorlesungen hervorgegangen sind. Von seinen zu Lebzeiten veröffentlichten Werken, die wohl als
Dialogen im Stil
Platons verfasst waren, ist uns nichts überliefert.
Aristoteles Philosophie war von dem zentralen Begriff der Praxis geprägt. So wollte er nicht, wie Platon, den er teils heftig kritisierte, den idealen Staat schaffen, sondern herausarbeiten, wie der möglichst beste Staat zu realisieren ist (vgl. seine Nikomachische Ethik und seine Politik, die in diesem Zusammenhang als ein Ganzes gesehen werden muss).
Im
Mittelalter waren die Schriften des Aristoteles, außer im
Byzantinischen Reich, zunächst nur spärlich bekannt. Als aber im
12. und
13. Jahrhundert seine Schriften nochmal in lateinischen Übersetzungen vorlagen (siehe
Scholastik), gelang schließlich in harten Auseinandersetzungen die Synthese von aristotelischem und christlichem Gedankengut. In Form des
Thomismus
galt sodann Aristoteles bis über das
15. Jahrhundert hinaus (Ende des
Mittelalters) als unumstrittene Autorität. So wurde Aristoteles häufig nur
der Philosoph genannt. Anfang des
20. Jahrhunderts konnte speziell
Werner Jaeger von Aristoteles das Makel eines sterilen und verknöcherten Scholastikers beseitigen, indem er seine Schriften und Gedanken verstärkt in ihrem historischen Kontext und in ihrer zeitlichen Entwicklung begriff. Auch
Hannah Arendts und
Martin Heideggers Philosophie wurde von Aristoteles beeinflusst.
|
Inhaltsverzeichnis |
|
2 Literatur
4 Weblinks
|