Athanasius wurde um 296/98, vielleicht ebenso erst um 300 geboren. Da er äußerlich klein und dunkel war (seine Gegner bezeichneten ihn als schwarzen Zwerg - "
homunculus") ist gut möglich, dass er zu den
Kopten gehörte. Er hatte eine ausgezeichnete griechische Erziehung - in seinen Werken zeigen sich fundierte Kenntnisse von Plato, Homer, Aristoteles und Neoplatonismus. Ebenso erwarb er sich in der damaligen theologischen Hochburg Alexandria eine profunde Bibelkenntnis.
In seiner Jugendzeit kam er mit den Mönchen in der ägyptischen Wüste zusammen, unter ihnen
Antonius der Große. Von Ihnen lernte er Selbstdisziplin und eine Enthaltsamkeit, für die er sogar von seinen Feinden geachtet wurde. Auch später pflegte er guten Kontakt mit den Mönchen und fand mehrfach bei ihnen Asyl.
In jungen Jahren kam er in den Haushalt des Patriarchen Alexander von Alexandria und wurde dessen Sekretär.
Bereits vor Ausbruch des Arianischen Streits hatte er zwei Werke verfasst, "Gegen die Heiden" und "Über die Inkarnation des Logos" in denen sich die Inkarnation von Gott in Jesus Christus und daher die Gegenwart Gottes in der Geschichte als zentrales Element seines Glaubens zeigt. Von daher ist verständlich, dass er den Arianismus als eine Bedrohung der Kernaussagen des Christentums sah.
Um
319 - Athanasius war damals obendrein
Diakon - begann der
Priester Arius zu lehren, dass es eine Zeit gab, in der
Jesus Christus nicht existierte, und dass dieser erst später von Gott dem Vater gezeugt bzw. geschaffen wurde.
Bereits Alexanders Enzyklika von 321, die den
Arianismus verurteilt, dürfte nach Stil und Inhalt teilweise von Athanasius stammen.
Athanasius begleitete Alexander als Diakon ans Konzil von
Nicäa. Von ihm stammt einer der Berichte über das Konzil, der bis heute erhalten ist.
328 folgte er seinem Vorgänger Alexander als Patriarch von Alexandria - im selben Jahr als
Konstantin I. die Verbannung von
Arius aufhob. Die Wahl Athanasius’ zum Bischof war in der ägyptischen Kirche nicht unumstritten. Schon bald wurden durch arianische Führer Gerüchte über ihn verbreitet. Er tyrannisiere seine Kirche. Auch habe er Arsenius, einen Bischof der Meletianer, umgebracht und seine Hand abgeschnitten um sie für magische Rituale zu verwenden - als Beweis wurde bei einem Konzil in Tyrus eine vertrocknete Menschenhand gezeigt. Athanasius gelang es allerdings, den angeblich Ermordeten am gleichen Konzil zu präsentieren: lebendig und mit beiden Händen.
Als nächstes wurde er von
Eusebius von Nikomedia beim Kaiser angeschwärzt, er sein ein gefährlicher Fanatiker und habe so viel Einfluss, dass er die Getreideschiffe von Ägypten stoppen könne. Da Konstantinopel und Rom auf diese Importe angewiesen waren, traf das eine empfindliche Stelle von Konstantin - Athanasius wurde
335 nach
Trier verbannt.
Nach dem Tod Konstantins 337 entschieden seine drei Söhne, die zahlreichen wegen des arianischen Streits verbannten Bischöfe könnten zurückkehren. Jedoch schon 341 wurde Athanasius nochmal gezwungen Alexandria zu verlassen. Die nächsten Jahre verbrachte er in Rom. Von diesem Aufenthalt hatte er gute Beziehungen zum römischen Patriarchen
Julius I. (337-351) und Klerus.
Nach dem Tod von
Konstantin II. war
Konstans alleiniger Herrscher im Westen und bat
Konstantius II., Athanasius die Rückkehr zu erlauben. Da Konstantius zu dieser Zeit gerade die Unterstützung seines Bruders benötigte, konnte Athanasius nach Alexandria zurückkehren, wo er von der Bevölkerung mit Begeisterung empfangen wurde und sogar zahlreiche Mönche aus der Wüste kamen, um ihn willkommen zu heißen. Aufgrund dieser so offensichtlich gezeigten Unterstützung konnte Athanasius für ungefähr zehn Jahre in Alexandria bleiben.
Nach dem Tod von Konstans, der den arianischen Konstantius zum Alleinherrscher machte, kam es zu verstärktem Druck gegen die Arianer. Athanasius wurde durch eine vom Kaiser angeordnetes Konzil verurteilt und zur Flucht in den Untergrund gezwungen. In den folgenden Jahren lebte er unter den Mönchen in der Wüste.
Aufgrund der wechselnden Erfolge und Misserfolge des Arianismus wurde er fünf-, möglicherweise siebenmal aus Alexandria verbannt und danach nochmal eingesetzt. Darauf bezieht sich ebenso das Sprichwort
Athanasius contra mundo (Athanasius gegen die Welt). Unter anderen Aufenthaltsorten ist er
336-
337 und nochmal
343 in
Trier bei Bischof Maximinus untergekommen.