Als
D-Kanal (
englisch:
data channel) bezeichnet man beim
ISDN den Kanal zur Übertragung von Steuerinformationen, speziell zum Auf- und Abbau der Verbindung. Er kann nicht wie der
B-Kanal zur (direkten) Kommunikation unter zwei Teilnehmern verwendet werden, sondern dient zur Kommunikation mit der
Vermittlungsstelle.
Der D-Kanal hat eine Datenrate von 16 kbit/s bei
Basisanschlüssen und von 64 kbit/s bei
Primärmultiplexanschlüssen.
Beim Point-to-Multipoint-Betrieb (wie zum Beispiel beim
S0-Bus bei einem Mehrgeräteanschluss) wird als Zugriffsverfahren für den D-Kanal eine
CSMA/CA-Variante benutzt.
Über den D-Kanal besteht eine ständige Verbindung zur Vermittlungsstelle, die leistungsfähiger ist, als es zum reinen Austausch der Steuerungsinformationen notwendig ist. Die übrige Kapazität kann zum Beispiel für
Datex-P-Verbindungen (bis 9600 bit/s) genutzt werden. Auch konnte man sich bei der
Deutschen Telekom früher über diesen Kanal informieren lassen, wenn
E-Mail auf einem
T-Online-Konto einging (was heute aus wettbewerbsrechtlichen Gründen nicht mehr möglich ist).
Beim Verbindungsaufbau können über den D-Kanal außer der Telefonnummer ebenso zusätzliche Informationen wie eine Subadresse oder -- im begrenzten Maß -- Zeichenfolgen gesendet werden, die an den Angerufenen weitergegeben werden. Dadurch ist es möglich, durch wiederholte Wählversuche komplexe Informationen bis hin zu Dateien zu übertragen, ohne eine (kostenpflichtige) Verbindung aufzubauen. Da dies die Telefonnetze stark belastet, wurden die dazu notwendigen Funktionen bei vielen Telefongesellschaften abgeschaltet.
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