Insbesondere ist der Begriff
D-Day bekannt für den
6. Juni 1944, als die Landung alliierter Truppen in der
Normandie begann.
Die Operationen am D-Day waren in drei Teilbereiche unterteilt:
| · | die Täuschungsmanöver, um die beiden Kernoperationen vor der Entdeckung durch die deutsche Spionage und Aufklärung zu schützen (Operation Fortitude).
|
Am
8. Mai 1944 setzte der alliierte Oberkommandeur General
Dwight D. Eisenhower den D-Day auf den
5. Juni 1944 fest. Nachdem am
4. Juni für den nächsten Tag schlechtes Wetter vorhergesagt wurde, verschob Eisenhower den Termin auf den
6. Juni. Auf der entscheidenden Sitzung um 4.15 Uhr am 5. Juni wurde das Unternehmen in Gang gesetzt. Daraufhin setzte sich eine riesige Kriegsmaschine in Gang; in einem Ablauf, der seit
1943 minutiös geplant worden war.
Etwa 5.300 Schiffe aller Größen und Bauarten liefen am frühen Vormittag des 5. Juni aus und steuerten auf die Calvadosküste zu. Zur Sicherung der Flotte und zur Unterstützung der Bodentruppen stellten die
Alliierten ca. 2.000 Jagdflugzeuge und 1.000 Bomber bereit. Der Angriff erfolgte auf einer Breite von 98 km unter
St. Mere Eglise (Halbinsel Contentin) im Westen, und Ouistreham im Osten. In den westlichen Abschnitten der Amerikaner (Codenamen:
Utah,
Omaha) landeten drei Infanteriedivisionen, in den angrenzenden Abschnitten (
Gold,
Juno,
Sword) zwei britische und eine kanadische Division, im Allgemeinen am gesamten D-Day ungefähr 170.000 Mann. Zudem wurden an der westlichen Flanke, an der Basis der Halbinsel Contentin, zwei amerikanische Luftlandedivisionen und unter den Flüssen
Orne und Dives eine britische Luftlandedivision abgesetzt.
Dieser geballten Streitmacht stand eine relativ kleine deutsche Luftwaffe (etwa 500 Flugzeuge aller Typen) gegenüber. Im Verlaufe des D-Day war die Luftherrschaft der Alliierten absolut. Den gut ausgerüsteten alliierten Divisionen standen fünf deutsche Divisionen gegenüber, von denen nur drei beweglich und motorisiert waren. Der Oberkommandierende im Westen, Generalfeldmarschall
Gerd von Rundstedt, war beim Einsatz seiner drei
Panzerdivisionen im Bereich der Normandie durch Weisungen
Hitlers gebunden. Die Panzerverbände durften nur auf ausdrücklichen Befehl Hitlers eingesetzt werden. Generalfeldmarschall
Rommel, Befehlshaber der deutschen Divisionen im Invasionsraum (Heeresgruppe B), war an diesem entscheidenden Tag auf Urlaub im heimatlichen
Württemberg.
Rommel hatte sich stark für den Ausbau der Strandbefestigungen und des nahen Hinterlandes mit Hindernissen und Minen eingesetzt. Große Teile des Landegebietes der amerikanischen Fallschirmjäger im Westen waren von deutschen Pionieren, durch Stauung der Flüsse Merderet und Douve, überschwemmt. Auf zur Landung von Lastensegler geeigneten Feldern wurden Holzpfähle eingerammt. Die Strände waren überall dort, wo eine Landung möglich war, mit
Bunkern,
Minen, Über- und Unterwasserhindernissen verstärkt. Die Invasion war für die Deutschen keineswegs eine Überraschung; nur der Ort und die Zeit waren unbekannt.
Allerdings wusste die deutsche Abwehr von zwei Zeilen aus Verlaines Gedicht "Herbstlied", die knapp vor der Invasion Störaktionen der
französischen Widerstandsbewegung auslösen sollten, und die über
BBC verlesen wurden. Die entscheidende zweite Strophe kündigte die Invasion im Innern der nächsten 48 Stunden gerechnet von 00.00 Uhr des auf die Durchsage folgenden Tages an. Diese Strophe wurde am 5. Juni um 21.15 Uhr von deutschen Funkstellen abgehört. Die 15. Armee, die allerdings am Pas de Calais (einem zusätzlichen möglichen und von den Deutschen als wesentlich Wahrscheinlicher betrachteten Invasionsgebiet) stationiert war, wurde daraufhin in Alarmschonchaft gesetzt. Die 7. Armee in der
Normandie wurde aus nicht mehr nachzuvollziehenden Gründen nicht benachrichtigt.
Zwischen 22 und 24 Uhr starteten die ungefähr 1.300 Transportmaschinen und Lastensegler der alliierten Luftlandedivisionen. Die ersten Markierungstrupps für die Landezonen der nachfolgenden Fallschirmjäger und Lastensegler sprangen unter 0 und 0.20 Uhr über der Normandie ab. Eine Stunde später landete der Großteil der Luftlandedivisionen. Aufgrund der jederzeitobendrein dichten Bewölkung über der Normandie und des stark einsetzenden
Flak-Feuers der Deutschen hatten vor allem die amerikanischen Piloten der Transportmaschinen Probleme, die Flugverbände zusammenzuhalten. Die Fallschirmjäger verstreuten sich über ein sehr großes Gebiet.
In der Dunkelheit irrten die Soldaten herum und versuchten ihre Einheiten zu finden und ihre Ziele (Brücken, Kreuzungen und kleine Städte, die erobert werden sollten) zu erreichen. Viele der schwer bepackten Soldaten ertranken in den überschwemmten Feldern. Die allgemeine Verwirrung war bei den Deutschen, ebenso wie bei den Alliierten, groß. In diesen Nachtstunden gab es obendrein keine großen Gefechte. Nur hier und da wurde um kleinere Ortschaften gekämpft und kleine Stosstrupps der beiden Seiten beschossen sich gegenseitig.
D-Day, Amerikaner landen bei Omaha Beach
Etwa um 4.30 Uhr, 45 Minuten vor der Morgendämmerung, waren die ersten Landungsboote auf dem Weg zu den Stränden. Um 6.30 Uhr, 30 Minuten nach Sonnenaufgang (6 Uhr), begannen die Landungen von See her. Zwischen 5 und 6.30 Uhr begannen die Schlachtschiffe und Kreuzer mit ihrem Beschuss. Noch in der Nacht hatten hunderte von Bombern des Royal Flying Corps (heute:
Royal Air Force) und der US Army Air Forces (heute:
US Air Force) wichtige Geschützstellungen und Bunkeranlagen bombardiert.
Im Verlaufe des Tages gelangen an allen Stränden die Landungen und der Vormarsch, über die Strände hinweg, ins nahe liegende Landesinnere. Am
Omaha-Strand allerdings war bis zum frühen Nachmittag die Lage so kritisch, dass sogar eine Evakuierung der Truppen in Erwägung gezogen wurde. Schwere Verluste hatten ebenso die Kanadier am
Juno-Strand. Die Ursachen dieser schweren Verluste sind bis heute nicht eindeutig benannt. Bei der Bombardierung der Strandabschnitte sollen einige alliierte Verbände die Bomben verzögert abgeworfen haben, um die eigenen Truppen am Strand nicht zu gefährden. Nachweisbar ist, dass im Hinterland einige französische Dörfer schwer getroffen wurden, aber nicht alle Bunkeranlagen am Strand. Daneben gingen während der Landung viele der provisorisch zu Schwimmpanzern umgebauten Shermanpanzer verloren, ohne den Strand zu erreichen. Der teilweise schwere Seegang ließ die Fahrzeuge volllaufen und kentern.
Verwundete am Abschnitt Omaha
Die deutschen Stellungen, die zu kleinen Teilen sogar mit Soldaten aus eroberten oder befreundeten Ländern besetzt waren, wurden nach und nach erobert. Dabei gingen die Alliierten nicht gerade zimperlich vor: Kamen sie erst einmal dicht genug an einen Bunker heran, so wurde mit Flammenwerfen ins Innere gehalten. Verbrennende deutsche Soldaten, die es obendrein nach draußen schafften, wurden sofort bei brennendem Leibe erschossen. Am Abend des D-Day waren die Briten und Kanadier auf einer Frontbreite von 32 km im Durchschnitt 9 km tief vorgestoßen. Das war gerade halb so weit, wie es die Planungen vorsahen. Die schwachen deutschen Kräfte hatten aber keine Möglichkeit mehr, die Alliierten ins Meer zurückzuwerfen. Die so wichtigen deutschen Panzerdivisionen waren von Hitler zu spät freigegeben worden. Sie verloren auf dem Marsch während des Tages zum Invasionsgebiet durch die alliierte Luftwaffe viele Panzer, die sie bei einem Nachtmarsch und früher Alarmierung nicht verloren hätten.
Im amerikanischen Abschnitt Omaha war aufgrund des starken deutschen Widerstandes eine Breite des Landekopfes von ungefähr 6 km erreicht worden, der allerdings nur 2,5 km Tiefe hatte. Im Abschnitt Utah hatte der Landekopf eine Breite von 4 km und eine Tiefe von 6 km. Dort war die Verbindung mit einer Luftlandedivision schon hergestellt; die andere war obendrein westlich des Flusses Merderet abgeschnitten. Die Brückenköpfe der Amerikaner und Briten hatten obendrein keine Verbindung zueinander.
Die gemeldeten Ausfälle (Verwundete, Vermisste und Tote) der Einheiten können aufgrund des Chaos dieses Tages nur ungefähr wiedergegeben werden:
| · | US-Luftlandedivisionen: ca. 2.400 Ausfälle
|
| · | US-Infanteriedivisionen: ca. 2.600 Ausfälle
|
| · | Britische Luftlandedivision: ca. 650 Ausfälle
|
| · | Drei britische und kanadische Divisionen: ca. 3.000 Ausfälle
|
Auf deutscher Seite wurde eine Division fast vollständig vernichtet und eine Panzerdivision hatte schwere Verluste erlitten. Die nun beginnende Schlacht um die Normandie sollte bis weit in den August dauern und wesentlich mehr Opfer erfordern als dieser erste Tag.
| Infos zu Ilexikon.comWir hoffen dass Sie alle gewünschten Informationen zum Begriff 'D-Day' gefunden haben. Alle Informationen zur Definition des Begriffs D-Day und zur Bedeutung des Wortes D-Day werden Ihnen kostenlos bereitgestellt. Unser Traffic und unsere Programmierarbeit finanziert sich ausschließlich durch Werbeeinnahmen. Wir danken für Ihren Besuch und hoffen dass Sie unser Portal zusätzlichempfehlen. |