Für den
Menschen war Europa erst die dritte Wahl.
Vor ungefähr 800.000 Jahren begann die Besiedlung durch
Homo antecessor, ungefähr eine halbe Million Jahre nachdem Ostasien von Afrika aus besiedelt wurde. Während die Entwicklung des
Homo sapiens in Afrika ablief, war Europa die Domäne von
Homo heidelbergensis und
Homo neanderthalensis.
Trotz - vielleicht ebenso wegen - der widrigen Bedingungen durch die Eiszeit begannen diese Menschen vor ungefähr 100.000 Jahren, die Kultur der
Altsteinzeit zu verfeinern.
Mit der
Jungsteinzeit und der
Bronzezeit begann in Europa eine lange Geschichte großer kultureller und wirtschaftlicher Errungenschaften, zunächst im Mittelmeerraum, dann ebenso im Norden und Osten.
Besonders die griechische Kultur, das
Römische Reich und das Christentum hinterließen seine Spuren bis heute. Im Römischen Reich konnte sich die neue Religion des
Christentums schnell ausbreiten. Trotz aller Verfolgungen wurde das Christentum unter Kaiser Konstantin I. Staatsreligion und wirkt bis heute fort.
Im Mittelalter verbreiteten Missionare das Christentum über Nord- und Osteuropa, so dass ganz Europa christlich wurde. Weil im Westen wie auch der Kaiser als ebenso der Papst den Anspruch auf Weltgeltung hatten, kam es zu konfliktreichen Auseinandersetzungen. Die Reformation im 16. Jahrhundert spaltete die Kirche in Katholiken und Evangelische. Religionskriege waren die Folge. 1618 bis 1648 verheerte der Dreißigjährige Krieg weite Teile Mitteleuropas. Seit dem
15. Jahrhundert bauten europäische Nationen (besonders
Spanien,
Portugal,
Frankreich,
Russland und das
Vereinigte Königreich) große koloniale Imperien mit großen Besitztümern in
Afrika,
Amerika und
Asien. Im 18. Jahrhundert setzte die Bewegung der Aufklärung neue Akzente und forderte Toleranz, die Achtung der Menschenwürde, Gleichheit und Freiheit. 1789 kam durch die Französische Revolution zum ersten Mal das Bürgertum an die Macht. Im frühen 19. Jahrhundert musste sich halb Europa nach dem Willen Napoleons richten, bis er 1812 in Russland unterlag. Europa ist
der Kontinent, der die anderen Erdteile am meisten beeinflusst hat (zum Beispiel christliche Mission, Forschungsreisen, Kolonien, Sklavenhandel und Handel).
Die
Industrialisierung begann im
18. Jahrhundert und veränderte rasant den Alltag breiter Menschenmassen. Als Folge der Verarmung der Arbeiter entstand im 19. Jahrhundert die Kommunistische Bewegung. Das 19. Jahrhundert war stark bestimmt vom Gedanken der Demokratie, vom Reaktionismus, von der Kommunistischen Bewegung und vom Imperialismus. Der Erste Weltkrieg (1914 bis 1918) und der Zweite Weltkrieg (1939 bis 1945) brachen in Europa aus und zogen es in Mitleidenschaft. Der Zweite Weltkrieg und der Holocaust öffneten vielen Menschen die Augen.
Nach dem
Zweiten Weltkrieg und im
Kalten Krieg wurde Europa in zwei große politisch-ökonomische Blöcke geteilt:
Kommunistische Nationen in Osteuropa und
kapitalistische Nationen in Westeuropa.
Perestroika und
Glasnost führten in der Sowjetunion zu einem politischen Kurswechsel.
1989 brach der
Ostblock auf, die Berliner Mauer fiel und die Sowjetunion und der Warschauer Pakt lösten sich auf.
Seit dem Ende des 20. Jahrhunderts wachsen die Kulturen Europas verstärkt zusammen, was sich zum einen durch Institutionen wie die
EU, aber ebenso durch die Bevölkerungs- und Wirtschaftsschwerpunkte zeigt (siehe:
Blaue Banane).