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|  | | Geschichte Russlands - Definition und Bedeutung |
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Inhaltsverzeichnis | |
14 Literatur
15 Weblinks
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2 Die mongolische Fremdherrschaft
Die Zerstrittenheit der russischen Fürsten erleichterte die Eroberung des Gebietes durch Mongolen aus der ostasiatischen Steppe (siehe unter anderem Schlacht an der Kalka). Deren Khan Batu errichtete an der Wolga ein über 200 Jahre bestehendes Reich der Goldenen Horde mit Sitz in Sarai. Nowgorod hingegen konnte seine Unabhängigkeit behaupten, hatte aber mit Schweden und dem deutschen Orden zu kämpfen, die von Westen her Gebiet beanspruchten. An der Newa schlug das Heer von Alexander Newski das Heer der Schweden, auf dem Eis des Peipussees vernichtete er die Truppen des Deutschen Ordens (siehe Schlacht auf dem Peipussee). Alexander Newskis Sohn Daniil Alexandrowitsch bekam von der Goldenen Horde als Lehen das kleine Teilfürstentum Moskau.
Iwan Kalita wurde von den Mongolen zum " Großfürsten von Moskau" ernannt. Er nahm sich die "Sammlung russischer Erde" vor, womit die Wiederherstellung der Kiewer Rus gemeint war.
Manche Historiker vertreten die Ansicht, die Folgen der mongolischen Fremdherrschaft seien die Zerstörung der persönlichen Würde des Menschen, die niedrige soziale Stellung der Frau und die grausamen Strafen (Folter, Verstümmelung). Die mongolische Fremdherrschaft führte jedenfalls für zwei Jahrhunderte zu einem Abbruch der Beziehungen zum Westen und förderte die Abkapselung des orthodoxen Russlands.
In dieser Zeit eroberte Litauen das Gebiet Weißrusslands und der Ukraine, das damit eine andere geschichtliche Entwicklung nahm als Russland (siehe Ostslawen). Der Moskauer Großfürst Iwan III. ( 1462- 1505) bildete einen russischen Zentralstaat, indem er 1478 Nowgorod in sein Reich eingliederte. 1485 gewann er Kontrolle über Twer und 1489 über Wjatka. 1480(90?) wurden die Tributzahlungen an die Mongolen beendet, was als endgültiges Ende der mongolischen Vorherrschaft angesehen wird. Bis 1521 kamen obendrein Smolensk, Pskow und Rjasan unter russische Herrschaft. Iwan III. heiratete die Nichte des letzten Kaisers von Byzanz und erklärte sein Reich zum 3. Römischen Reich und sich selber zum Kaiser ( Zar).
4 Iwan der Schreckliche und Boris Godunow
1579 drangen Kosaken unter ihrem Anführer Jermak und im Auftrag der Kaufmannsdynastie Stroganow erstmals nach Sibirien vor. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts wurden auf diese Weise viele russische Stützpunkte - anfangs als Handelsstützpunkte - in Sibirien gegründet.
Im Westen des Reiches wurde Krieg um die Landschaft Livland geführt, mit dem Russland einen Zugang zur Ostsee gewinnen wollte. Das Eingreifen Schwedens und Polens gegen Russland führte zu einem sozialen und wirtschaftlichen Niedergang des ganzen Staates. Es folgten Unruhen, Pestepidemien und Missernten. Als 1605 der Zar Boris Godunow starb, versuchten Schweden und Polen, die Wirren in Russland zu nutzen und zu intervenieren. So versuchte man von polnischer Seite aus, einen Zaren zu installieren, den man als den rechtmäßigen Thronfolger Dimitri ausgab (Pseudodemetrius). Dieser Versuch scheiterte allerdings. Als die Polen im Jahr 1610 Moskau eroberten, hielt ihre Herrschaft nur zwei Jahre. Ein Volksaufstand, der von K. M. Minin angeführt wurde, führte zur Befreiung Moskaus. Diese Zeit wurde später "Zeit der Wirren" genannt. Um die Wirren im Land zu beenden, wurde 1613 Michail Fjodorowitsch Romanow von den Bojaren zum Zaren gewählt. Er begründete die Dynastie der Romanows, die bis zur Oktoberrevolution in Russland herrschte.
5 Die Romanows und Peter der Große
1682 wurde Peter I. ("der Große") zusammen mit seinem geistig kranken Halbbruder Iwan V. Zar. 1694 übernahm Peter allein die Regierungsgeschäfte. Er machte eine Schiffbauerausbildung in den Niederlanden und versuchte, Russland in Richtung Westen zu öffnen. Im 2. Nordischen Krieg gegen Schweden gelang es Russland, Gebiete an der Ostsee zu erobern und Schweden als vorherrschende Ostseegroßmacht abzulösen. 1703 wurde Sankt Petersburg als geplante russische Hauptstadt und "Tor zur Welt" im neu eroberten Mündungsdelta der Newa angelegt. Um diese Stadt zu bauen, wurden viele Leibeigene eingesetzt und sehr hohe Steuern erhoben. Es kam zu Unruhen v.a. in Südrussland. 1721 wurde die Kirche in Russland dem Staat untergeordnet. 1755 wurde die Lomonossow-Universität in Moskau gegründet.
7 Der Aufstieg zur Weltmacht 8 Zwischen Reaktion und Revolution
Europäisches Russland um 1888
Durch ausgebliebene innenpolitische Reformen und den Konflikt unter Anhängern einer Annäherung an den Westen (Westler) und Gegnern einer solchen Annäherung (Slawophile) geriet Russland wirtschaftlich jederzeitmehr ins Hintertreffen gegenüber den anderen Großmächten. In Moskau und Sankt Petersburg, aber ebenso in anderen russischen Städten entstanden Kreise von Intellektuellen, Kommunisten und Anarchisten. Sie wurden von Zar Alexander III., dem Sohn des ermordeten Zaren Alexander II., brutal verfolgt. Hinzu kamen soziale Probleme, die im Zuge der Industrialisierung des Landes entstanden. 1898 wurde die Vorgängerpartei der KPdSU von W. I. Lenin gegründet (siehe ebenso Kommunistische Partei). Nach dem Petersburger Blutsonntag 1905 fand von 1905 bis 1907 eine erfolglose Revolution in Russland statt, die allerdings dem Zaren die Unzufriedenheit im Land zeigte.
Zar Nikolaus II. rief ein funktionsloses Parlament, die Duma zusammen, die er allerdings bald nochmal auflösen ließ.
10 Frieden und Bürgerkrieg
In Zeiten der Sowjetunion war Russland in Form der RSFSR die größte und wirtschaftlich, sozial und politisch dominierende Sowjetrepublik. Vor allem in Sibirien wurde die Besiedelung und die wirtschaftliche Erschließung, häufig durch die Arbeit politischer Gefangener, vorangetrieben. Während der Herrschaft Stalins kamen Millionen von Bürgern des Landes gewaltsam in GULAGs oder in Gefängnissen ums Leben – die genaue Anzahl der Opfer ist unbekannt.
12 Perestroika und Ende der Sowjetunion
Ende der 1980er Jahre geriet die sowjetische und damit ebenso die russische Wirtschaft jederzeitmehr in eine Krise. Auf einigen Gebieten der Versorgung herrschte schwerer Mangel. Im Zuge der Politik Michail Sergejewitsch Gorbatschows ( Perestrojka, Glasnost) trat die wirtschaftliche Krise jederzeitklarer zutage. Der Unmut der Bevölkerung entlud sich jederzeitoffener. 1991 erklärten sich im Zuge des Machtzerfalls der sowjetischen Regierung und nach dem erfolglosen Putsch gegen Gorbatschow im August zunächst Litauen, Lettland und Estland, später ebenso die übrigen Sowjetrepubliken für unabhängig. Am 8. Dezember 1991 beschlossen die Staatsoberhäupter der letzten drei Unionsrepubliken - der russischen, ukrainischen und weißrussischen - die offizielle Auflösung der Sowjetunion. Die RSFSR trat unter der Bezeichnung Russische Föderation ihre Rechtsnachfolge an.
13 Die GUS und die Russische Föderation
Gleichzeitig mit der Auflösung der Sowjetunion gründete Russland zusammen mit Weißrussland und der Ukraine die GUS, der sich später mit Ausnahme der baltischen Staaten ebenso die anderen ehemaligen Sowjetrepubliken anschlossen. Die GUS als Nachfolgeorganisation der Sowjetunion stellt seitdem eine Art Diskussionsforum unter diesen Staaten dar.
1992 ließ der russische Präsident Boris Jelzin einen Föderationsvertrag unterzeichnen, der den Subjekten (Bundesländern) Russlands weitreichende Vollmachten zubilligte. 1993 kam es erneut zu einem Putschversuch in Moskau, als sich der Machtkampf unter dem konservativ dominierten Parlament und dem Präsidenten zuspitzte. Russland blieb in den 1990er Jahren instabil, was sich in z.T. gravierenden Wirtschaftsproblemen und in Nationalitätenkonflikten (Menschenrechtsverletzungen und Geiselnahmen im Konflikt um Tschetschenien) zeigte.
1998 brach das russische Bankenwesen zusammen, wodurch viele Russen ihr Guthaben verloren. Seitdem befindet sich Russland aber in einer Phase wirtschaftlicher und politischer Konsolidierung. Der Konflikt um Tschetschenien konnte ebenso unter Jelzins Nachfolger Wladimir Wladimirowitsch Putin nicht gelöst werden. Die Politik gegenüber Westeuropa ist zunehmend von Vertrauen und Stabilität geprägt. Gleichzeitig ist Russland bemüht, seinen Einfluss in den Nachbarländern, v.a. in Zentralasien und Weißrussland nochmal auszubauen. So wurde mit Weißrussland eine Wirtschafts-, Verteidigungs- und Zollunion abgeschlossen ( Russisch-Weißrussische Union), die aber auf Grund der unberechenbaren Politik des weißrussischen Präsidenten Alexander Grigorjewitsch Lukaschenko zunehmend in Frage gestellt wird. Auch in Russland selbst geht mit der wirtschaftlichen Stabilisierung eine Einschränkung der demokratischen Rechte einher (siehe ebenso Medien in Russland).
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