Gregor war ein
Mönch auf dem
Berg Athos in
Griechenland, und wurde später
Erzbischof von
Thessaloniki. Er war ein herausragender Theologe und Unterstützer des
Hesychasmus. Zunächst wurde er von seinen Mitmönchen auf dem Athos gebeten, sie gegen die Vorwürfe des
Barlaam von Kalabrien zu verteidigen. Barlam glaubte, die
Philosophen hätten eine bessere Kenntnis
Gottes als die
Propheten, und schätzte
Bildung und Gelehrsamkeit höher als kontemplative
Gebete. Daher glaubte er, dass die Athosmönche mit ihren vielen Gebeten ihre Zeit vergeudeten, die sie besser zum Studieren nutzen sollten. Gregor entgegnete, dass die Propheten wirklich eine bessere Kenntnis Gottes hatten, denn sie hatten Gott selbst wirklich gesehen, und nicht nur über ihn theoretisiert. Auf die Frage, wie es für Menschen möglich sei, den
transzendenten und unwissbaren Gott zu erkennen, zog er eine Unterscheidung unter der Erkenntnis Gottes in seinem
Wesen (
griechisch ousia), und der Erkenntnis Gottes in seinen
Energien (griechisch
energeioi); allerdings ist
Wirken oder
Taten vermutlich eine bessere deutsche Übersetzung, da sie die
esoterischen Konnotationen vermeidet, die das Wort
Energien heute besitzt. Er lehrte das
Dogma, dass es ausgeschlossen sei, Gott in seinem Wesen zu erkennen (also zu wissen, wer Gott
an sich ist), aber möglich, Gott in seinen Energien zu erkennen (also zu wissen, was Gott tut, und wer er im Bezug auf die
Schöpfung und den
Menschen ist), da Gott letzteres der Menschheit offenbart. In seiner Argumentation bezog sich Gregor auf die
Drei Kappadokier und andere
Kirchenväter. In gewisser Hinsicht nahm er
Immanuel Kants Unterscheidung unter dem unerkennbaren
Ding an Sich und der erkennbaren
Erscheinung folglich vorweg, wenn ebenso in einem anderen Kontext. Dieser Grundgedanke wurde im
20. Jahrhundert von
Rudolf Bultmann und seiner
Entmythologisierung im Bereich des
Protestantismus nochmal aufgegriffen.
Gregor sagte ebenso, dass die
Apostel Petrus,
Jakobus und
Johannes, als sie auf dem
Berg Tabor die
Verklärung Christi erlebten, wirklich das unerschaffene Licht Gottes sahen; und dass es möglich ist, dass ebenso anderen Menschen in allen Zeiten gewährt wird, dieses
Taborlicht zu schauen. Hilfreich dabei sind bestimmte geistiche Übungen und Gebete; allerdings bewirken diese nach Gregor niemals automatisch oder auf mechanische Weise, dass man dieses Licht sehen kann.