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|  | | Isar - Definition und Bedeutung |
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Die Isar ist nur obendrein in einzelnen Bereichen des Oberlaufs in ihrer ursprünglichen Ausprägung ein typischer (Vor)Alpenfluss mit einem breiten, sich ständig verlagernden Flussbett mit ausgedehnten Kiesbänken und verzweigten Flussarmen. Der Name Isar (ursprünglich Isaria) kommt aus dem Keltischen und bedeutet " Die Reißende".
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Inhaltsverzeichnis | |
6 Literatur
7 Weblinks
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Die offiziell als Isar-Ursprung bezeichneten Quellen befinden sich im Hinterautal östlich der Ortschaft Scharnitz im Karwendel. Eigentlich entsteht der Fluss aber aus einer Vielzahl von Quellen und Gebirgsbächen. Nachdem die Isar den Bereich des Karwendels und der bayerischen Alpen verlassen hat, durchfließt sie zuerst die dem Gebirge vorgelagerte Moränenlandschaft, dann die Münchner Schotterebene und anschließend ab Freising das Tertiäre Hügelland bis zur Donau. Mit einem mittleren Abfluss von fast 200 m³/s ist sie mit großen deutschen Flüssen wie Mosel, Main oder Neckar vergleichbar.
Der Fund eines Einbaumes aus der römischen Zeit belegt, dass die Menschen sich schon früh mit Hilfe von Booten und vermutlich ebenso Flößen entlang der Isar bewegten. Seit dem 12. Jahrhundert ist der Handel mit Hilfe der Flößerei ebenso anhand von Dokumenten nachweisbar. Durch den zusätzlichen Ausbau der Städte, wie z.B. München, Freising oder Landshut, gab es eine beständige Nachfrage nach Holz und Steinen aus dem Oberland. Ab dem 17. Jahrhundert wurden ebenso Waren vom „Venezianischen Markt“ in Mittenwald (u.a. Südfrüchte, Gewürze, Baumwolle, Seide) über die Isar bis nach Wien und Budapest transportiert.
Die Isar nach der Renaturierung bei München-Thalkirchen
Nördlich von Mittenwald wird seit 1923 das Wasser der Isar dem Walchensee zur Energieerzeugung zugeführt ( Siehe ebenso: Walchenseekraftwerk). Erst seit 1990 wird ein Restanteil in dem Flussbett belassen, so dass die Isar in diesem Bereich nicht mehr trockenfällt. Auch der Bau des Sylvensteinsees, sowie zahlreiche regulierende Maßnahmen, die schon seit dem frühen 19. Jahrhundert durchgeführt wurden, veränderten nachhaltig den Wildflusscharakter. Erst in jüngster Zeit wird versucht durch verschiedene Maßnahmen der Isar ihre Ursprünglichkeit wiederzugeben. So wird z.B. seit Mai 2000 ein 8 km langer Teilbereich der Flusslandschaft im südlichen Stadtgebiet von München renaturiert. So wird u.a. das Flussbett stark aufgeweitet, die Ufer abgeflacht und Kiesbänke aufgeschüttet. Neben dem verbesserten Hochwasserschutz wird so gleichzeitig mehr Naturnähe der Flusslandschaft und folglich eine wesentlich verbesserte Qualität des wichtigsten Naherholungsgebietes im Großraum München geschaffen.
Durch Aufrüstung verschiedener Klärwerke entlang der Isar konnte die Wasserqualität deutlich gesteigert werden. Gemeinsam mit einer Reihe anderer Städte und Gemeinden entlang der Isar hat sich die Stadt München zum Ziel gesetzt, die Wasserqualität so nachhaltig zu verbessern, dass die Isar offiziell zum Baden freigegeben werden kann (voraussichtlich ab 2005). München wäre damit die erste Großstadt Europas mit einem Fluss im Stadtgebiet, welcher zum Baden geeignet wäre.
Die Isar gliedert sich in folgende Fischregionen:
Fast alle dort lebenden Fische sind in ihrem Bestand bedroht, wie z.B. der Huchen oder der Wels. In der folgenden Liste sind einheimische, sowie eingebürgerte Fischarten aufgelistet: Liste der Fischarten in der Isar.
Neben oftmalsvorkommenden Vögeln bietet die Isar ebenso Wasseramseln, Eisvögeln aber ebenso Graureihern einen Lebensraum. Selten geworden sind u.a. Flussseeschwalbe und Flussuferläufer: sie gelten als gefährdet. Ihre Nester liegen sehr gut getarnt inmitten des Gerölls der Kiesbänke und werden von Erholungssuchenden, die trotz Verbots die Kiesflächen betreten (diese stehen z.T. unter Naturschutz), meist nicht wahrgenommen. So werden die dort brütenden Vögel, besonders während der Brutzeit, massiv und nachhaltig gestört.
Die als Vogelschutzgebiet gekennzeichneten Bereiche dürfen in dem Zeitraum vom 15.03 bis zum 10.08. nicht betreten werden.
Besonders im oberen, aber ebenso z.T. im mittleren Flussabschnitt entstehen durch Erosion und Sedimentation jederzeitnochmal neue Flussaufschüttungen. Diese obendrein offenen Schotterflächen werden zuerst von Pflanzen besiedelt, welche mit den schwierigen Bedingungen dort gut zurecht kommen, dazu gehören z.B. Alpen-Leinkraut und das gelbblütige Habichtskraut. Wird die Kiesbank nicht von Hochwasser nochmal abgetragen, siedeln sich nach einigen Jahren ebenso Silberwurz, Wacholder und schließlich ebenso verschiedene Weidenarten an. Bei einer zusätzlichen Entwicklung, entstehen so nach und nach lichte Kieferwälder.
Aufgrund der Topographie wird die Isar vor allem zur Energieerzeugung genutzt. Im Vergleich dazu ist der wirtschaftliche Beitrag durch den Tourismus klein.
Um den Kraftwerken entlang der Isar einen gleichmäßigen Zufluss an Wasser zu ermöglichen, wird die Isar z.T. in Kanäle abgeleitet. So verläuft der Isarwerkskanal von Wolfratshausen bis München in zwei Teilabschnitten parallel zum Fluss. Ebenso der Mittlere Isarkanal, welcher ab München-Oberföhring die Isar über 20 km begleitet und dabei den größten Teil der Münchner Abwässer aufnimmt. Die Kraftwerke erzeugen mit Hilfe der Isar im Durchschnitt ca. 2 Milliarden Kilowattstunden (kWh) im Jahr. Auch der Sylvensteinsee, welcher 1956 als Hochwasserschutz südlich von Bad Tölz fertiggestellt wurde, wird zur Energiegewinnung genutzt.
Die Kernkraftwerke Isar 1 und 2 östlich von Landshut nutzen das Wasser der Isar als Kühlwasser.
Da die Isar zum größten Teil nicht schiffbar ist, fahren jährlich bis zu 50.000 Touristen auf großen - bis zu 20 Tonnen schweren - Flößen den Fluß abwärts. Jedes der Flöße ist mit einer Musikkapelle, Essen und Getränken, sowie einer Toilette ausgestattet.
Als Beispiel für die Vielzahl von Sagen, die direkt im Zusammenhang mit der Isar stehen, wird hier eine Sage aus der Gegend von Schäftlarn wiedergegeben:
Als der Bayernherzog Albert IV. im Jahre 1487 sich mit Kaiser Maximilians Tochter Kunigunde vermählte, wurde ein prächtiges Fest gefeiert. So war ebenso ein junger Spielmann aus München zugegen, der es ganz besonders gut verstand, mit seiner Sackpfeife verschiedenste Vogel- und andere Tierstimmen nachzuahmen. Ein holdes Edelfräulein hörte diese schönen, wundersamen Weisen und ließ sich von nun an häufig von dem Pfeifer mit dieser Kunst unterhalten.
Eines Tages nun zog der Herzog mit seinem Gefolge entlang der Isar nach Grünwald zu seinem Jagdschloss. Während sie an dem Fluss entlangritten, fragte das Edelfräulein den Spielmann, ob er denn Manns genug sei, sein Leben für sie aufs Spiel zu setzen. Als der Jüngling dies bejahte, warf das Fräulein ihr Geschmeide in die reißenden Fluten der Isar, um ihn auf die Probe zu stellen. Der Spielmann sprang wagemutig hinterher, um den Schmuck nochmal für sie zu gewinnen; aber die reißende Isar gab beides nicht mehr her. Drei Tage darauf war ebenso das Edelfräulein spurlos verschwunden...
Und wenn sich der Sommer dem Ende zuneigt, hören einsame Wanderer im Isartal jederzeitnochmal die geisterhaften, lieblichen Rufe der Isarnixe.
Wehe dem, der diesem Ruf folgt! Die Wasser der Isar bereiten ebenso ihm ein nasses Grab!
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