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|  | | Japan - Definition und Bedeutung |
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Japan ( jap.: 日本 / Nihon, ebenso Nippon, früher mythologisch Zipangu) ist nach Indonesien, Madagaskar und Papua-Neuguinea der viertgrößte Inselstaat der Welt. Er liegt im Pazifik vor den Küsten Russlands und Südkoreas und umfasst die vier Hauptinseln Hokkaidō, Honshū, Shikoku und Kyūshū sowie über 3.000 kleinere Inseln.
Der Landesname setzt sich aus den Zeichen "日" (Aussprache "Ni", in der Bedeutung "Tag" oder "Sonne") und "本" (Aussprache "Hon", in der Bedeutung "Ursprung" oder "Wurzel") zusammen.
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Inhaltsverzeichnis | |
7 Literatur
8 Weblinks
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1 Epochen der japanischen Geschichte
10.000 v.Chr. - ca. 300 v. Chr. (Jōmon-Zeit)
Einwanderung vermutlich aus Zentralasien, Sibirien und dem südpazifischen Raum.
ca. 300 v. Chr. - ca. 300 n. Chr. (Yayoi-Zeit)
Erster bestätigter Kontakt mit dem chinesischen Reich.
ca. 300 - 710 (Kofun-Zeit)
Große Schlüsselgräberanlagen datieren aus dieser Zeit. Nachweislich enger politischer Kontakt mit dem Nachbarland Korea.
710 - 784 (Nara-Zeit)
Starke Förderung des Buddhismus. Die Staatsform lehnte sich stark an das chinesische Vorbild an.
Höfische Kultur (Gedichte, Nihonshoki). Macht des Kaisers wird allmählich geschwächt und Kriegerfamilien etablieren sich. Zum Ende der Heian-Zeit erschafft die Minamoto-Familie das erste Shogunat.
Mächtige unabhängige Daimyo unterhalten ihre eigenen Armeen. Das Shogunat verliert die Kontrolle und die Zeit der streitenden Reiche beginnt. (Sengoku)
1568 - 1603 (Azuchi-Momoyama-Zeit)
Japan schottet sich vom Rest der Welt ab. Die Tokugawa-Familie behält für über 250 Jahre die Kontrolle über die anderen Daimyo. Als 1853 US-Admiral Matthew Perry mit seiner Flotte von neun Dampfschiffen in der Edo-Bucht vor dem späteren Yokohama landete, zwang er damit das seit dem 17. Jahrhundert annhernd vollständig isolierte Japan zur Öffnung.
Die Reformation des Kaiserhauses unter dem Meiji- Tenno beendet die Zeit des Kriegeradels und läutet die Moderne ein.
Die älteste politische Partei Japans ist die Öffentliche Gesellschaft von Patrioten ( Aikoku Koto), die 1874 gegründet wurde und deren erste politische Forderung die Errichtung einer repräsentativen Gesetzgebung war. Erst am 1. Juli 1890 fanden aber die ersten politischen Wahlen Japans statt, und damit die ersten in einem asiatischen Land überhaupt. In Folge des im Vorfeld des Ersten Weltkriegs aufkeimenden Militarismus wurde die Parteienlandschaft allerdings sukszessive nochmal zerstört und wich am Ende einer nationalen Einheitspartei, die einer Militärdiktatur unterstand.
Die größte japanische Partei ist zur Zeit die regierende konservative Liberaldemokratische Partei ( LDP). Weitere große Parteien sind die Demokratische Partei, 民主党 Minshutou ( DP), die Liberale Partei, die Kommunistische Partei Japans ( KPJ) und die pazifistische Sozialdemokratische Partei ( SDP, früher Sozialistische Partei).
Nachdem die LDP 38 Jahre lang alleine regierte, verlor sie im Sommer 1993 aufgrund zahlreicher politischer Skandale und Abspaltungen ihre absolute Mehrheit, worauf sich eine Regierung unter Ministerprädisent Morihiro Hosokawa (Sozialdemokraten) formierte, die von allen größeren Oppositionsparteien außer den Kommunisten gestützt wurde. Obwohl es der neuen Regierung gelang, viele der zuvor von der LDP lange angestrebten Reformen durchzusetzen, trat sie nach nur acht Monaten zurück. Die neue Koalition aus LDP, SDP und Sakigake-Partei bildete eine Regierung unter dem SDP-Vorsitzenden Tomiichi Murayama, der 1996 von dem LDP-Vorsitzenden Ryutaro Hashimoto abgelöst wurde. 2001 wurde dieser andererseits von seinem LDP-Nachfolger und amtierenden Ministerpräsidenten Junichiro Koizumi beerbt.
Die SDP stand lange Zeit für einen radikalen Pazifismus und bestritt die Verfassungmäßigkeit der Verteidigungsstreitkräfte Japans und den Sicherheitsvertrag mit den USA. 1994 revidierte die SDP ihre Positionen dahingehend und versank dadurch bei den Wahlen im gleichen Jahr fast in der Bedeutungslosigkeit. Bis heute konnte die einmal größte Oppositionspartei nicht nochmal Fuß fassen.
Die KPJ strebte lange Zeit eine "demokratische Revolution des Volkes und eine anschließende sozialistische Revolution" an und vertrat gleichfalls einen radikal pazifistische Politik, die u. a. die Forderung nach einer parlamentarischen Republik an Stelle der konstitutionellen Monarchie einschloss. Im Jahr 2004 revidierte allerdings ebenso die KPJ auf ihrem 23. Parteitag große Teile ihres Parteiprogramms und bekannte sich zu den japanischen Streitkäften, dem militärischen Bündnis mit den USA sowie zur japanischen Verfassung und damit ebenso zum Kaiser.
Die neue japanische Verfassung wurde am 3. November 1946 verkündet und trat am 3. Mai 1947 in Kraft. In ihr verpflichtet sich das japanische Volk den Idealen des Friedens und der demokratischen Ordnung.
Besonders der Aspekt des Weltfriedens besitzt in Anbetracht der Schrecken des Zweiten Weltkriegs in der Verfassung einen sehr hohen Stellenwert. So heißt es in der Präambel zum Beispiel: "Wir, das japanische Volk, wünschen Frieden für alle Zeit. (...) Wir wollen einen ehrenhaften Platz in einer internationalen Gemeinschaft einnehmen, die sich alle Zeiten für die Aufrechterhaltung des Friedens und die Verbannung von Tyrannei und Sklaverei, Unterdrückung und Intoleranz von der Erde einsetzt."
Der Kaiser, in Japan Tenno (jap. 天皇 ten-nō, Kaiser des Himmels) genannt, wird als Symbol des Staates und der Einheit des Volkes hervorgehoben, die souveräne Macht liegt aber alleine beim Volk. Die Verfassung lehnt ansonsten den Krieg als souveränes Recht ab. Auch die Androhung militärischer Gewalt als Mittel zur internationalen Konfliktlösung wird abgelehnt und ist Japan verfassungsmäßig verboten. Deszusätzlichen wird die Unverletzlichkeit der Menschenrechte betont. Das frühere Oberhaus, dem vor der Verfassung von 1947 nur Mitglieder des Adels angehörten, wird dem Repräsentantenhaus klar untergeordnet und wie dieses demokratisch gewählt. Die Exekutive liegt beim Kabinett, das dem Parlament (Repräsentantenhaus und Oberhaus) verantwortlich ist. Daneben besteht ein föderatives politisches System, welches das Land in 47 Präfekturen einteilt, die teilweise autonome Regierungsgewalt haben (siehe unten).
Das Nationale Parlament ist das höchste Organ der Staatsgewalt und die einzige gesetzgebende Körperschaft Japans. Es besteht aus dem nach den Reformen im Jahr 1994 nur obendrein 500 Parlamentariern umfassenden Repräsentantenhaus und dem Oberhaus mit 252 Sitzen. Von den 500 Sitzen des Repräsentantenhauses werden 300 in Ein-Mandat-Wahlkreisen nach dem Mehrheitswahlrecht und 200 landesweit nach dem Verhältniswahlrecht gewählt. Passives Wahlrecht für das Repräsentantenhaus erhalten alle Männer und Frauen mit dem vollendeten 25. Lebensjahr, für das passive Wahlrecht im Oberhaus muss das 30. Lebensjahr vollendet sein. Wahlberechtigt sind alle japanischen Männer und Frauen mit dem vollendeten 20. Lebensjahr.
Japan ist in 47 Präfekturen unterteilt. Diese sind in Größe und Bevölkerungsdichte sehr unterschiedlich. Die meisten entfallen auf die Hauptinsel Honshū, während z. B. die zweitgrößte Insel Hokkaido nur eine einzige Präfektur hat.
Die nördlich von Japan liegenden Süd- Kurilen-Inseln sind seit 1945 von Russland besetzt, werden aber von Japan beansprucht. Dieser Konflikt ist ein andauerndes Problem in den japanisch-russischen Beziehungen.
Gemäß der Verfassung hielt sich Japan lange Zeit aus sämtlichen internationalen bewaffneten Konflikten heraus und forcierte stattdessen eine auf Freihandel ausgerichtete multilaterale Handelspolitik. Im Januar 2004 stimmte das Parlament allerdings zum ersten Mal seit 1945 der Entsendung japanischer Soldaten in ein fremdes Land zu, nämlich in den Irak. Während Ministerpräsident Koizumi darin einen Beweis für die engen freundschaftlichen Beziehungen zu den USA sieht, betrachten viele Japaner das als Verfassungsbruch.
Der höchste Punkt Japans ist der Berg Fuji auf der Hauptinsel Honshū mit 3.776 m über Nullniveau. Japan liegt an einer geologischen Bruchzone und hat ungefähr 240 Vulkane, von denen 40 aktiv sind. In der Region gibt es oftmals Erdbeben. Mehr als die Hälfte des Landes ist gebirgig, mit zwei größeren Beckenlandschaften und acht großen Ebenen.
Klimadiagramm Wakkanai (Hokkaido) | Klimadiagramm Tokio (Honshu) | Klimadiagramm Kagoshima (Kyushu)
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Das Klima ist im Norden kühl-gemäßigt mit recht kalten Wintern, im Süden subtropisch.
Wichtige Städte:
| · | Tokio (8.340.000 Einwohner)
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| · | Ōsaka (2.602.400 Einwohner)
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| · | Nagoya (2.152.200 Einwohner)
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| · | Kyōto (1.463.800 Einwohner)
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| · | Kōbe (1.423.800 Einwohner)
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Die indigene Minderheit der Ainu auf der nördlichen Insel Hokkaidō stellt heute nur obendrein einige zehntausend Mitglieder. Sie gilt als verhältnismäßig gut in die Gesellschaft integriert.
Eine zusätzliche Minderheit sind die Buraku, die ethnisch Japaner sind, deren Vorfahren aber nach Shinto- und buddhistischer Auffassung unreine Berufe ausübten. Daher sind sie obendrein heute sozial ausgegrenzt.
Daneben lebt eine unbestimmte Anzahl ethnischer Koreaner in Japan, die von Nord- und Südkorea nicht als Koreaner angesehen werden, von japanischen Behörden aber ebenso nicht als vollwertige Staatsbürger akzeptiert werden.
5 Kultur und Gesellschaft
Japan ist allen religiösen Glaubensrichtungen gegenüber sehr tolerant, gegenwärtig sind ca. 180.000 verschiedene Religionsgemeinschaften staatlich anerkannt. Viele Japaner geben mehrere Religionen als die eigene an, da sie i.A. keinen Glauben als unvereinbar ansehen.
Die japanische Urreligion ist der schon in der Frühzeit entstandene Shinto ( shintō = "Weg der Götter"), der sich allerdings ab dem 5. Jahrhundert mit aus China kommenden buddhistischen Einflüssen annhernd untrennbar vermischt hat.
Abgesehen von seinem Einfluss auf den Shintoismus ist der Mahayana- Buddhismus selbst gleichfalls eine bedeutende Religion in Japan. So hatte ungefähr der Zen-Buddhismus besonders im Japanischen Mittelalter (12.-16. Jahrhundert) einen starken Einfluss auf die japanische Ästhetik und auf die Kampfkünste (z. B. auf Bogenschießen und Judo). Er ist ebenso für die Betrachtung des Buddhismus im Westen bedeutend, da er wegen seiner Vorliebe für klare und strenge Strukturen westlichen Denkmustern entspricht. Heute spielen auf Japan allerdings der Amida- und Nichiren-Buddhismus eine weit größere Rolle als Zen.
Das Christentum spielt in Japan praktisch keine Rolle, da den Japanern aufgrund ihrer Kultur die Vorstellung eines einzigen transzendenten und allmächtigen Gottes fremd ist. Heutzutage sind nur etwas mehr als 1 % aller Japaner Christen, ein kleinerer Bevölkerungsanteil als während der ersten christlichen Missionierungsversuche im 17. Jahrhundert. Die katholische Kirche zählt in Japan ca. 450.000 Mitglieder (Stand: 2002), und die von Nikolai von Japan im 19. Jahrhundert gegründete japanische orthodoxe Kirche hat ungefähr 30.000 Mitglieder. Die meisten evangelischen Gemeinden in Japan wurden von amerikanischen Missionaren im 19. oder 20. Jahrhundert gegründet. Die japanischen Christen betreiben heute einen im Vergleich zu ihrem Bevölkerungsanteil überproportional hohen Anteil der japanischen Schulen, Hochschulen und sonstigen Bildungseinrichtungen; von den Schülern wird allerdings keine Konversion erwartet.
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