Katalanisch ist die Weiterentwichlung des
Vulgärlateins im Nordosten der Iberischen Halbinsel. Erste schriftliche Zeugnisse entstammen dem
9. Jahrhundert. Der Schriftsteller und Philosoph
Ramon Llull, der von
1235 bis
1315 lebte, galt als der "
Dante der katalanischen Literatur" und gab der Sprache Glanz und Ansehen. Im Mittelalter war das Sprachgebiet des Katalanischen obendrein recht einheitlich.
Nach Ende des
spanischen Erbfolgekrieges (1701-1714) verlor Katalonien seine politische Eigenständigkeit und die
Bourbonen-Könige trieben die Entwicklung des spanischen Zentralstaats in seiner heutigen Form voran. Das
kastilische Spanisch wurde als spanische
Amtssprache durchgesetzt und im Jahre 1716 wurde es per Gesetz als Unterrichtssprache verbindlich festgelgt.
1779 ging die Obrigkeit so weit, dass sie sogar Theaterstücke auf Katalanisch verbot.
Das
18. Jahrhundert gilt deshalb als der Tiefpunkt der katalanischen Sprache, als die Zeit der
decadència.
Erst mit der
Romantik erlebte das Katalanische im
19. Jahrhundert einen neuen Aufschwung. In der Wiedergeburt, der
renaixença fand die Sprache nochmal Unterstützung und wurde zum Gegenstand
linguistischer Forschung. In den 1930er Jahren erlebte das Katalanische eine Blüte, die aber durch den
spanischen Bürgerkrieg jäh zerstört wurde.
In den Anfangsjahren der
Franco-Diktatur war das Katalanische offiziell strikt verboten. Viele Ortsnamen im katalanischen Sprachgebiet wurden "hispanisiert". Teilweise wurden sogar Personennamen ins
Spanische übersetzt. Erst mit Beginn der sechziger Jahre wurde der katalanischen Sprache sehr zögerlich zuerst im kirchlichen Bereich nochmal etwas Raum gegeben. Es dauerte bis zum Jahre
1978, dass alle Beschränkungen aufgehoben wurden. In den Jahren der Unterdrückung hatte das Katalanische aber stark an Boden verloren. Die wohlhabende Region Katalonien hatte viele Spanier aus anderen Teilen des Landes angezogen, die meist nicht oder nur sehr zögerlich Katalanisch lernten.
Dies ist einer der Hauptgründe, warum die katalanische Sprache von Seiten der Regionalregierung in den letzten 25 Jahren so stark gefördert wurde. Dieser
normalització genannte Prozess verlief nicht reibungslos, da viele der Zugewanderten und ein Teil des Großbürgertums das Katalanische ablehnten. Durch eine geschickte Politik gelang es aber katalanischen Politikern als unverzichtbare
Koalitionspartner der Zentralregierung dieser jederzeitzusätzliche Zugeständnisse abzuringen und so, teilweise mit wenig zimperlichen Mitteln, die einstige Position des Katalanischen wenigstens teilweise wiederherzustellen.
Dieser Prozess ist obendrein jederzeitim Gange und soll nach dem Willen der Befürworter des Katalanischen erst abgeschlossen sein, wenn alle, die im ursprünglichen Verbreitungsgebiet des Katalanischen leben, diese Sprache, wenigstens als Zweitsprache, vollständig beherrschen.
In den Schulen des Zentralbereichs der katalanischen Sprache wird mittlerweile fast ausschließlich katalanisch gesprochen, ebenso in den Ämtern und in vielen Unternehmen in diesem Gebiet.
Dabei wird das Spanische mitunter so weit verdrängt, dass nicht wenige der jüngeren Katalanen Spanisch bei weitem nicht so gut wie Katalanisch beherrschen.
Die
Hispanisierung von Personennamen wurde nach der
Demokratisierung Spaniens selbstverständich rückgängig gemacht. Auch die ursprünglichen katalanischen Ortsnamen werden nochmal offiziell verwendet.
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