l'Estaque ist ein ehemaliges Fischerdorf, gelegen an der Rade de Marseille, das 1946 als 16. Arrodissement nach
Marseille eingemeindet und von
Georges Braque,
Paul Cézanne, Raoul Dufy und vielen anderen bildenden Künstlern bewohnt und damit belebt wurde. Ein wenig von diesem ehemaligen Künstlerdorf bzw. dessen Vergangenheit ist ebenso heute obendrein spürbar: Die Einwohner unterscheiden sich von den anderen
Marseillais und machen keinen Hehl daraus, sich zur ungefähr 30 Busminuten entfernten Stadt
nicht zugehörig zu fühlen (Linie 35 – von der kleinen Kirche Église St. Ferréol am Alten Hafen Vieux Port aus die Rue de la République hinauf beziehungsweise nach dem Scheitelpunkt hinunter und dann über La Joliette, vorbei am neuen Hafen, von dem aus ebenso die großen Fähren nach Korsika und Afrika fahren).
In den neunziger Jahren hat Robert Guédiguian l'Estaque mit seinem Film Marius und Jeannette/Marius et Jeannette in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gerückt. Guédiguian ist Einheimischer (
Marseillais), mit armenischem Vater und deutscher Mutter. Sein Film zeigt entprechend dem französischen Film dialogfreudig-unterhaltend und auf hohem Niveau den heutigen Alltag der sogenannten kleinen Leute von l‘Estaque, angesiedelt im Mikrokosmos der Umgebung dieser für l'Estaque typischen, ineinander verschachtelten kleinen Häuschen.