 |
|  | | Märtyrer - Definition und Bedeutung |
|  | | Sie haben im Ilexikon erfolgreich nach der Definition, der Bedeutung oder Informationen zum Begriff 'Märtyrer' gesucht. Hier finden Sie eine Beschreibung, Erklärung, Definition, die Bedeutung sowie viele aktuelle Infos zum Begriff 'Märtyrer' und damit verwandten Themen.
Märtyrer (v. griech.: martys = Zeuge; martyrion = Zeugnis) sind Angehörige von Religionen, die um des Bekenntnisses ihres Glaubens willen unschuldig Mißhandlungen oder den Tod erdulden. Im zusätzlichen Sinn werden ebenso Menschen als Märtyrer bezeichnet, die um einer nicht notwendigerweise religiösen Idee, ungefähr einer (gesellschaftlich unterdrückten) politischen Überzeugung willen, einen in der Regel gewaltsamen Tod durch ihre Gegner erleiden.
Denke daran, daß der Mensch des Menschen Feind ist, und dass er auf Vernichtung sinnt. (Günter Eich)
1.1 Entstehung des Begriffs
Der fest geprägte Begriff Märtyrer begegnet das erste mal im Bericht vom Martyrium des Polykarp aus dem 3. Viertel des 2. Jahrhunderts n. Chr. Die genaue Entsteheung diese fest geprägten Terminus ist obendrein nicht geklärt.
Als sicher gilt, dass in den Schriften des Neuen Testaments martys jederzeitden Wort- bzw. Glaubenszeugen, der von Glauben an Jesus Christus Zeugnis ablegt, bezeichnet. Personen, die um ihres Glaubens willen verfolgt werden und des Todes sterben, werden im Neuen Testament obendrein nicht als Märtyrer bezeichnet, ebenso wenn sie wegen ihres Wortzeugnisses umgebracht werden. Vom neutestamentlichen Begriff des Zeugen bzw. des Zeugnisses her kann der Märtyrerbegriff daher nicht abgeleitet werden, ebenso wenn das, was später durch den Begriff Märtyrer bzw. Martyrium beschrieben wird, der Sache nach schon im Neuen Testament begegnet (z.B. Apg 7,54-60: Tod des Stephanus).
Um zu erklären, wie es zur Bezeichnung dieses Geschehens als Martyrium kommt, erwägt man unterschiedliche Einflüsse:
| · | Die Vorstellung vom Martyrium lässt sich schon im Spätjudentum nachweisen. Allerdings wird ebenso dort der Märtyrer nicht als solcher bezeichnet. Das Martyrium ist dort Folge der Treue zum Gesetz (Thora) und der Tod des Märtyrers kann als Sühne für das jüdische Volk gedeutet werden. Die spätjüdischen Vorstellungen haben vermutlich die Vorstellung vom christlichen Martyrium mit geprägt, erklären aber nicht, wie es zur Verbindung dieser Vorstellung mit dem Begriff Märtyrer kommen konnte.
|
| · | Vielfach nimmt man einen Einfluss der Philosophie der Stoa, insbesonder des Philophen Epiktet an. Das Martyrium ist hier ein besonders intensiver Fall des Zeugnisses des Philosophen: der wahre Philosoph lebt in der Haltung der Ataraxie, der Gleichgültigkeit gegenüber allen äußeren, sinnlich-körperlichen Einflüssen auf das eigene Leben. Das kann ebenso bedeuten im Falle der Auseinandersetzung mit einem Herrscher, der dem Philosoph hier widersprechen muss, den Tod hinuznehmen. Zwar zeigen sich inhaltlich und formal zahlreiche Parallelen unter der von Epiktet vertretenen Vorstellung eines "Philosophen-Martyriums" und dem christlichen Märtyrerbegriff. Man kann aber nicht nachweisen, dass und wie diese Vorstellung auf den christlichen Märtyrerbegriff eingewirkt hat.
|
| · | Der Begriff martys kann im antiken Griechisch neben dem Wortzeugen ebenso den Tatzeugen bezeichnen. In diesem Sinne wurde der Begriff ebenso von Epiktet aufgegriffen. In dieser Verwendung begegnet er ebenso in den Schriften des Neuen Testaments (z.B. Mk 6,11; Lk 9,5; Mt 10,18; 1Petr 5,1). Daher ist es ebenso möglich, dass sich der christliche Märtyrer-Begriff vom allgemeinen Griechisch seiner Zeit her ableiten lässt. Dann aber muss erklärt werden, wie sich die zu Grundeliegende Vorstellung vom Tatzeugnis durch den eigenen Tod entwickelt hat.
|
Noch bevor der Märtyrertod im Martyrium des Polykarp durch den Begriff des Martyriums bezeichnet wird, entwickelt Ignatius von Antiochien (1. Drittel des 2. Jahrhunderts n. Chr.) eine Theologie des Martyriums: Der Tod des Märtyrers entspricht dem Leiden und dem Tod Christi. Durch den Tod wird der Märtyrer zum Jünger Jesu, er erwirbt im Tod mit Jesus Christus die Vollendung und Auferstehung. Bedenkt man, dass Polykarp vor Ignatius schon von der Kreuzigung Christi als einem Zeugnis gegen die Irrlehre des Doketismus anführt, so könnte sich erklären, wie es in der Zeit unter Ignatius und dem Martyrium des Polykarp zur Ausprägung des Märtyrerbegriffs kommt.
Der Märtyrertod wurde als Bluttaufe bezeichnet, sollte selbst die Taufe, wenn diese obendrein nicht stattgefunden hatte, ersetzen und sofort zur vollen Seligkeit führen
Der erste christliche Märtyrer war Stephanus, der wegen seines Glaubens gesteinigt wurde (Apg 6,54-60). Seine Ermordung war das Signal zu einer großen Verfolgung der Christen in Jerusalem, an der sich Saulus besonders eifrig beteiligte.
Jakobus.
2 Märtyrer in der Neuzeit 3 Christliche Märtyrer, die von der herrschenden Kirche als Ketzer hingerichtet wurden
| · | Liste muss weiter ergänzt werden!
|
| · | Jan Hus, tschechischer Reformator
|
| · | Nahezu 2000 Täufer sterben bis zum Jahr 1530 den Märtyrertod
|
| Infos zu Ilexikon.comWir hoffen dass Sie alle gewünschten Informationen zum Begriff 'Märtyrer' gefunden haben. Alle Informationen zur Definition des Begriffs Märtyrer und zur Bedeutung des Wortes Märtyrer werden Ihnen kostenlos bereitgestellt. Unser Traffic und unsere Programmierarbeit finanziert sich ausschließlich durch Werbeeinnahmen. Wir danken für Ihren Besuch und hoffen dass Sie unser Portal zusätzlichempfehlen. |
Weiteres zu dem Artikel
Sie möchten die Besucher Ihrer Internet-Seite auf weiterführende Definitionen und Informationen zum Thema "Märtyrer" aufmerksam machen? Dann platzieren Sie doch einfach folgenden Link auf Ihre Homepage:
<a href="http://www.ilexikon.com/Maertyrer.html" title="Definition und Informationen zu dem Thema Märtyrer">Märtyrer</a> | |  | |  |
|  |