Margaret Thatcher studierte zuerst
Chemie und arbeitete eine Zeit lang als Chemikerin. Das Team, in dem sie arbeitete, erfand das
Softeis. Kurz nach ihrer
Hochzeit wandte sie sich der
Rechtswissenschaft zu. Sie arbeitete eine knappe Zeit als
Anwältin für
Steuerrecht. 1950 nahm sie zum ersten Mal an Unterhauswahlen teil, scheiterte allerdings.
1951 heiratete sie Denis Thatcher.
1953 gebar sie die Zwillinge Carol und Mark.
1959 wurde sie als Kandidatin der
Conservative Party für den Wahlkreis Finchley, im Norden
Londons, ins Unterhaus gewählt. 1961 wurde sie zur Parlamentssekretärin im Ministerium für Sozialversicherungen ernannt. 1970 wurde sie Kultus- und Wissenschaftsministerin im Kabinett von
Edward Heath. In dieser Funktion wurde sie als "Milchräuberin" bekannt, da sie die Gratis-Milch an Primarschulen abschaffte. Nach der Wahlniederlage der Konservativen im Jahr
1974 wurde sie
1975 als Parteivorsitzende gewählt. Der von ihr selbst geliebte Spitzname "Eiserne Lady" (Iron Lady) stammt von einem Kommentar von Radio Moskau im Jahre 1976, nachdem sie in einer Ansprache die
Sowjetunion scharf attackiert hatte.
In den Parlamentswahlen von
4. Mai 1979 führte sie die Konservative Partei mit einer konservativen politischen Agenda (Thatcherismus) zum Sieg. Die von ihr vertretene Wirtschaftspolitik spiegelte sich in der von
Ronald Reagan in den
USA und von Brian Mulroney in
Kanada wider. Sie ist gekennzeichnet von einer
Geldpolitik, welche die
Inflation einschränkt, und sich auf die
Freie Marktwirtschaft verlässt. Die Rolle des Staates in der Wirtschaft wurde stark verringert, mit der
Privatisierung vieler Staatsunternehmen (etwa der British Telecom,
British Petroleum (BP),
British Airways) aber ebenso lokaler Versorgungsunternehmen (Trinkwasserversorgung, Elektrizitätsunternehmen, Eisenbahn).
Eine bis heute nicht vergessene Folge ihrer Politik war ein scharfer Anstieg der
Arbeitslosenquote, die mit drei Millionen Arbeitslosen
1982 ihren Höhepunkt erlebte, um danach erst nochmal gegen Ende der
1980er Jahre zu fallen. Seit Mitte der
1990er Jahre ist die Arbeitslosigkeit in Großbritannien kleiner als in vielen anderen europäischen Ländern. Kritiker von Margaret Thatcher sehen den wirtschaftlichen Erfolg Großbritanniens nicht so sehr als eine Folge ihrer Wirtschaftspolitik, sondern führen ihn auf die bedeutenden Vorkommen von
Erdöl in der
Nordsee zurück.
Unter ihrer Führung wurde der Einfluss der
Gewerkschaften stark reduziert. Im
Steinkohlenbergbau waren die Auseinandersetzungen unter streikenden Arbeitern und Sicherheitsorganen so groß, dass Kritiker der Regierung vorwarfen, die Polizei zu politischen Zwecken einzusetzen. Der Streik der Bergleute 1984/85 dauerte ein ganzes Jahr. Letztlich behielt die Regierung unter Margaret Thatcher allerdings die Oberhand.
Am
11. Oktober 1984 entkam sie nur knapp einem Bombenanschlag der
IRA in
Brighton. Fünf Personen starben; Handels- und Industrieminister Norman Tebbit wurde verletzt. Im selben Jahr unterzeichnete sie einen Vertrag mit der
Volksrepublik China über die Rückgabe der Kronkolonie
Hongkong.
1985 verweigerte ihr die Universität Oxford die Ehrendoktorwürde, aus Protest gegen Kürzungen im Bildungsetat.
Bei den Unterhauswahlen vom
11. Juni 1987 verloren die Konservativen wohl einige Sitze, behielten allerdings eine komfortable Mehrheit. Thatchers Popularitätskurve begann zu sinken, als sie
1989 eine als ungerecht empfundene personenbezogene Steuer (
community charge, besser bekannt als
poll tax) einführte. Dies führte zu hefiger Kritik und zu Demonstrationen, sogar in ausgesprochen konservativ geprägten Landesteilen.
1990 wurde sie im Innern ihrer eigenen Partei herausgefordert, da ihr Führungsstil als arrogant angesehen wurde. Daneben wurden ihre Steuerpolitik sowie die Isolation von der europäischen Integration gegen sie vorgebracht. Am
22. November 1990 erklärte sie ihren Rücktritt,
John Major wurde ihr Nachfolger als Parteivorsitzender und Premierminister.
1992 verzichtete sie darauf, zur Wiederwahl anzutreten. Da sie im gleichen Jahr zur Baroness geadelt wurde, hat sie allerdings einen Sitz im
Oberhaus. Nach ihrem Rücktritt schrieb sie ihre Memoiren und veröffentlichte diese in zwei Bänden. In den Medien kritisierte sie sehr häufig die Arbeit ihres Nachfolgers. 1998 stattete sie dem zu dieser Zeit in London unter Hausarrest stehenden
chilenischen Ex-Diktator
Augusto Pinochet einen Besuch ab, der sehr kontrovers diskutiert wurde.
2000 und
2001 erlitt sie mehrere
Schlaganfälle, woraufhin ihre Ärzte ihr rieten, künftig jeglichen Stress zu vermeiden.
Wie umstritten Thatchers Amtsführung bis heute ist, zeigt sich unter anderem darin, dass sie
2002 und
2003 in zwei Umfragen einmal den 16. Platz unter den hundert größten Briten aller Zeiten erreichte und einmal den dritten Platz unter den hundert schlechtesten.
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