Der Begriff
pólis bezeichnet zunächst die Stadt selbst, die meist um eine befestigte Anhöhe, die sog.
Akropolis, herum entstand. Im eigentlichen Sinne bezeichnet er neben der Stadt ebenso das von ihr beherrschte Umland als kulturelle und politische Einheit. So gehörte zum Beispiel die gesamte Landschaft '
Attika' zur Polis '
Athen'.
Diese kulturell-politische Einheit blieb ebenso dann bestehen, wenn eine einzelne Polis unter der
Hegemonie einer militärisch überlegeneren Polis fiel.
Als Ausnahme gilt die Eroberung
Messeniens durch
Sparta, der eine
Helotisierung folgte. Ein Umstand, der schon die antiken Zeitgenossen empörte.
Die politische Entwicklung vieler
Poleis verlief nach einem gemeinsamen Muster.
Ursprünglich wohl monarchisch regiert, kam es in archaischer Zeit nach Bevölkerungsaufständen oder Adelsrevolten zur Einzelherrschaft der Rädelsführer, die als
Tyrannis bezeichnet wurde. Diese hatte nicht unbedingt die negative Bedeutung unseres modernen Begriffes des
Tyrannen. Im griechischen Mutterland (nicht aber am
Schwarzen Meer und in Unter
italien und
Sizilien) wurden die Tyrannenherrschaften später meist durch
Oligarchien oder
Demokratien ersetzt.