Halse ist ein Begriff aus der
Seemannssprache und bezeichnet den Vorgang eines Kurswechsels eines Segelfahrzeuges, bei dem das Fahrzeug mit dem
Heck durch den Wind geht.
Sie wird mit folgenden Kommandos durchgeführt:
1. Klar zur Halse!
I. Ist klar!
2. Fier auf die Schoten!
3. Hol dicht die Großschot!
4. Rund Achtern!
5. Fier auf die Schoten!
Danach wird der gewünschte Kurs eingestellt.Der umgekehrte Vorgang ist die
Wende.
Bei kräftigerem Wind kann die Halse ein riskantes Manöver sein. Im Gegensatz zur Wende stehen nämlich die Segel zu jedem Zeitpunkt des Manövers unter Druck durch den Wind, und das Boot verliert nicht nennenswert an Fahrt. Bei unsauberer technischer Ausführung schnellen die Segel mitsamt dem
Baum mit einer weit ausholenden Bewegung ruckartig herum. Dies kann zu schweren, im Extremfall sogar tödlichen Kopf- oder Rückenverletzungen führen oder dazu, dass ein Besatzungsmitglied über Bord gefegt wird. Außerdem besteht durch die ruckartige Verlagerung des Winddrucks speziell bei
Jollen eine starke Kentergefahr.
Eine unbeabsichtigte Halse, bei der man in falscher Einschätzung der Windverhältnisse das Heck des Bootes versehentlich durch den Wind dreht, nennt man Patenthalse. Hierbei ist die Unfallgefahr besonders groß, weil zu den oben genannten Risiken obendrein das Überraschungsmoment hinzu kommt.
Man kann eine Halse jederzeit vermeiden, wenn das Risiko zu groß ist: Statt zum Beispiel eine Halse um 90° dreht man einfach eine Wende in die entgegengesetzte Richtung um 270°. Dies nennt man Q-Wende oder ebenso Kuhwende.
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