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|  | | Römische Republik - Definition und Bedeutung |
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Im übertragenen Sinne steht der Begriff "Römische Republik" ebenso für die Geschichte des Römischen Reiches in dieser Zeit.
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Inhaltsverzeichnis | |
4 Literatur in Auswahl
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Schematische Darstellung der Staatsaufbaus der römischen Republik
Für das Regierungssystem der römischen Republik waren drei Prinzipien von besonderer Bedeutung: Zum einen durften alle Ämter jederzeitnur für ein Jahr ausgeübt werden ( Annuität). Zum anderen wurden alle Ämter - mit Ausnahme das des Diktators - jederzeitvon mindestens zwei Personen gleichzeitig besetzt ( Kollegialität) und jeder der Inhaber eines Amtes besaß das Recht der Interzession, d.h. er konnte Anordnungen des anderen rückgängig machen.
Das höchste Amt der Republik war das Konsulat. Die Konsuln waren verantwortlich für die oberste Heeresführung, Rechtsprechung, Finanzwesen sowie Leitung von Senat und Comitien; Sie besaßen das so genannte "imperium maius" und hatten unbeschränkte Amtsgewalt.
Um das Konsulat zu bekleiden, musste man vorher den " Cursus honorum" durchlaufen haben.
In aufsteigender Folge waren dies folgende Ämter:
| · | Quästor: Untersuchungsrichter, Verwaltung der Staatskasse und des Staatsarchivs
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| · | Ädil: Polizeigewalt, Marktaufsicht, Festaufsicht, Tempelfürsorge, Ausrichtung von Spielen
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| · | Prätor: Rechtsprechung, imperium minus
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In Krisenzeiten gab es für Konsuln und Senat die Möglichkeit für ein halbes Jahr einen Diktator zu ernennen. Dieser hatte das "summus imperium", d.h. ihm unterstanden alle Ämter mit Ausnahme der Volkstribunen.
Kontrolliert wurden die Amtsträger vom Senat und den Volksversammlungen ( Comitia), die ebenso für die Gesetzgebung zuständig waren. Die Mitglieder des Senats wurden nicht gewählt, sondern von den Censoren ernannt und behielten ihr Amt auf Lebenszeit. Ursprünglich war der Senat nur Patriziern vorbehalten, später konnten aber ebenso Plebejer dieses Amt ausüben.
2 Geschichte der Republik 2.1 Entstehung der Republik
Ein genaues Datum für die Entstehung der Römischen Republik läßt sich nicht angeben. Livius berichtet, im Jahre 509 v. Chr. sei der letzte römische König Lucius Tarquinius Superbus vertrieben worden und Lucius Tarquinius Collatinus und Lucius Iunius Brutus seien zu den ersten Konsuln gewählt worden (siehe: Liste der römischen Consuln). Wahrscheinlich wurde die Republik um 475 v. Chr. gegründet.
Im 5. Jahrhundert v. Chr. stand für den römischen Stadtstaat die Auseinandersetzung mit den Etruskern im Vordergrund. Etwa in der Mitte des 5. Jahrhunderts wurde das für römische Bürger geltende Recht auf zwölf Tafeln aufgezeichnet.
Rom hatte wohl schon vor dem 5. Jahrhundert v. Chr. eine bedeutende Rolle in der Landschaft Latium gespielt. Nach der Etablierung der Republik begann man mit einer systematischen Expansionspolitik. Einen schweren Rückschlag erlitt die Republik im Jahre 387 v. Chr., als Rom von den Kelten eingenommen und geplündert wurde. Bald darauf expandierte Rom allerdings nach Süden und Norden. Die Samniten konnten in harten Kämpfen bezwungen werden (so genannte Samnitenkriege unter 343 und 290 v. Chr.).
2.2 Aufstieg zur Großmacht
In der Zeit nach 340 v. Chr. gelang es den Römern, die meisten Städte in der Region Latium unter römische Kontrolle zu bringen. Etwa ab 280 v. Chr. unterwarfen die Römer ebenso Süditalien, wo sich schon Jahrhunderte zuvor Griechen niedergelassen hatten (siehe ebenso die Kämpfe gegen den epirotischen König Pyrrhus). Zur Sicherung ihrer Herrschaft legten die Römer mehrere Kolonien an. Des zusätzlichen etablierte Rom ein Bündnissystem mit mehreren Städten und Stämmen, so ebenso mit den Samniten, die in harten Kämpfen unterworfen worden waren (siehe oben).
So gab es:
| · | römische Vollbürger (aus der Stadt Rom, den Kolonien oder eingegliederten Stämmen)
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| · | Gemeinden mit römischen Bürgerrecht, aber ohne Stimmrecht und
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| · | Bundesgenossen, die ihre innere Autonomie bewahren konnten.
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Dieses Bündnissystem wurde zum Eckpfeiler der Republik.
In der Zeit unter 264 v. Chr. und 146 v. Chr. führte der römische Staat die Drei Punischen Kriege, durch die der Stadtstaat schließlich zur Großmacht aufstieg. Der Erste Punische Krieg (264-241 v.Chr.) entstand aufgrund von Interessenskonflikten der Handeslrepublik Karthago mit Rom in Bezug auf die Insel Sizilien. Rom war gezwungen, eine Flotte aufzubauen. 241 v. Chr. vernichteten die Römer die karthagische Flotte bei den Ägatischen Inseln. Karthago zahlte Kriegsentschädigungen und verzichtete auf Sizilien und Sardinien, behielt aber seine Einflussspähre in Spanien. Hier errichteten die Barkiden ein neues karthagisches Kolonialreich.
Der geniale Stratege Hannibal stieß von hier aus 218 v. Chr. im Zweiten Punischen Krieg (218-201 v. Chr) gegen Rom vor. Er überschirtt die Alpen und trug den Krieg ins römische Kernland. Nach mehreren Niederlagen der Römern (vor allem 216 v. Chr. bei Cannae) schien es so, als würde Rom fallen. Doch gelang es Hannibal nicht, das römische Bündnissytem zu brechen. Auch ein Bündnis mit Philipp V. von Makedonien 215 v. Chr. brachte nicht die erhoffte Entlastung. Die Römer landeten 204 v. Chr. in Nordafrika und besiegten 202 v. Chr. das karthagische Heer bei Zama. Karthago verlor alle Besitzungen und die Flotte. Im Dritten Punischen Krieg (149-146 v. Chr.) wurde ebenso der karthagische Reststaat beseitigt und die Provinz Africa errichtet.
Bereits 200 v. Chr. hatte Rom in Griechenland zu Gunsten der Klein- und Mittelmächte und zum Nachteil von Makedonien interveniert. 196 v. Chr. wurde Griechenland für frei erklärt, doch blieb Rom Protektoratsmacht. Die weiterhin unruhige Lage zwang die Römer jederzeitnochmal zur Intervention. 192-188 v. Chr. kämpfte Rom gegen Antiochos III.. Die Seleukiden wurden zurückgedrängt und Pergamon wurde zur römischen Klientelmacht. Bereits zu diesem Zeitpunkt war Rom die Vormacht im östlichen Mittelmeerraum.
2.3 Die gereizte Weltmacht
Rom nutzte seine Hegemonie aus. So schaltete es 171-168 v. Chr. Makedonien als Machtfaktor aus. 148 v. Chr. wurde Makedonien gar römische Provinz, zwei Jahre später wurde ebenso Griechenland der römischen Provinz Makedonien zugeschlagen ( 27 v. Chr. in die Provinz Achaia umgewandelt) und Karthago zerstört. Die "gereizte Weltmacht" (so K. Bringmann) wurde nach der Vernichtung Karthagos und der Eroberung Griechenlands zum Beherrscher der bekannten westlichen Welt.
Im Osten stellte es sich schützend vor das schwache Ägypten der Ptolemäer und hielt die Seleukiden davon ab, deren Schwäche auszunutzen. 133 v. Chr. wurde auf dem Boden des Reiches von Pergamon die Provinz Asia errichtet. Doch zeigte das Fundament erste Risse: 136 v. Chr. begann der Sklavenkrieg auf Sizilien. 113-101 v. Chr. kam es zum Zug der Kimbern und Teutonen, in dessen Verlauf sich der spätere Anführer der Popularen, Marius, einen Namen machte. 111 v. Chr. entbrannten Kämpfe in Numidien. 91-89 v. Chr. kam es zum Bundesgenossenkrieg, in dessen Verlauf sich die römischen Bundesgenossen das volle Bürgerrecht erkämpften.
88 v. Chr. began der Kampf gegen Mithridates VI. von Pontos, der in einer Nacht mehrere Tausend römische Siedler umbringen ließ (Vesper von Ephesus). Im Osten wurde 64/ 63 v. Chr. von Pompeius eine Neuordnung vorgenommen: Die Provinz Syria auf dem Boden der Überreste des Seleukidenreiches wurde errichtet, um den Parthern die Stirn bieten zu können. Doch während der Jahre 133 v. Chr. und danach kam es zu einer schweren und andauernden Krise der Republik - der Revolutionszeit und der Zeit der Bürgerkriege.
2.4 Krise der Republik und Bürgerkrieg
Der Aufstieg Roms zur Großmacht brachte für den Staat neben vielen Vorteilen ebenso eine Reihe von Problemen. Als entscheidend erwiesen sich die Agrarfrage und die eng damit verbundene Frage der Militärverfassung. Die Gegensätze mündeten schließlich in ein Jahrhundert der Bürgerkriege, das mit dem Untergang der Republik endete.
Das traditionelle Milizsystem, bei dem alle Bürger der Stadt an der Verteidigung und Kriegführung beteiligt waren, erwies sich angesichts der vielen durch die Expansion notwendig gewordenen Feldzüge als nicht mehr praktikabel. Nach Niederlagen im Jugurthinischem Krieg und gegen die Kimbern und Teutonen setzte schließlich der römische Feldherr Marius eine Reform der Militärverfassung durch. Er führte eine Berufsarmee von gut ausgebildeten und längerdienenden Soldaten ein.
Die neue Militärverfassung führte zu einer engeren Bindung der Soldaten an ihren jeweiligen Feldherrn. Für die meist besitzlosen Soldaten war der Kriegsdienst nun nicht mehr eine Pflicht neben ihrem normalen Beruf, sondern der einzige Broterwerb. Die Söldner erwarteten deshalb von ihren Feldherrn Beute und darüber hinaus nach ihrer Entlassung eine Versorgung mit Landbesitz. Die Versorgung der Veteranen wurde nun zu einem Thema, das die politische Diskussion in Rom jederzeitnochmal beeinflußte.
Die enge Bindung der Truppen an einzelne Feldherren erwies sich allerdings ebenso in einer anderen Hinsicht als schwere Belastung der politischen Verfassung. Denn für die Feldherrn ergab sich nun die Möglichkeit, mit den ihnen ergebenen Truppen eigene Interessen ebenso gegen den Willen von Senat oder Volksversammlung durchzusetzen. Das Zeitalter der Bürgerkriege ist von diesen "privaten" Armeen ehrgeiziger Politiker geprägt.
Etwa ab dem Jahr 133 v. Chr. standen sich in Rom die Optimaten und Popularen gegenüber. Die Popularen wollten die sozialen Gegensätze in Rom durch eine umfassende Agrarreform verändern. Die Versuche von Tiberius Gracchus im Jahre 133 v. Chr. und seinem Bruder Gaius zehn Jahre später scheiterten allerdings ( Gracchische Reformen). Marius, der Held der Feldzüge gegen die Kimbern und Teutonen, unternahm 107 v. Chr. eine Heeresreform und wurde infolge der Versorgung seiner Veteranen und der damit verbundenen Landproblematik zu einem Führer der Popularen.
Die beiden Parteien standen sich denn ebenso weiterhin feindlich gegenüber. Nach dem Tod des Marius übernimmt Cinna die Führung, auf der anderen Seite stand der ehrgeizige Sulla, der Konkurrent des Marius und siegreiche Befehlshaber im Krieg gegen Mithridates VI., der siegreich blieb und sich zum Diktator aufschwingen konnte (82-79 v. Chr). Er entmachtete die Volkstribune und stärkte die Stellung des Senats und errichtete eine knappfristige Terrorherrschaft. Nach seinem Tod werden allerdings viele seiner Anordnungen zurückgenommen.
In Folge der Krise der späten Republik kam den siegreichen Feldherren eine besondere Bedeutung zu. Pompeius, der in jungen Jahren unter Sulla gedient hatte, errang großen Ruhm in Spanien und im Osten, wo er das Reich der Seleukiden beseitigte und 64/63 v. Chr. die Provinzen neuordnete. Sein Bündnis mit Caesar und Crassus (erstes Triumvirat 60 v. Chr.) ist ein deutliches Indiz für die strukturelle Schwäche der späten Republik, deren Institutionen sich der Krise nicht gewachsen zeigten. Die außerordentlichen Imperien (das erste 67 v. Chr.) des Pompeius gaben ihm eine Machtfülle in die Hand, die kein römischer Feldherr vor ihm besessen hatte. In gewisser Weise sollte Augustus an diese Praxis - und nicht die Caesars - anknüpfen.
Caesar unterwarf 58-51 v. Chr. Gallien und überflügelte damit Pompeius. Nach dem Tod des Crassus standen sich diese beiden Männer nun allerdings im Kampf gegenüber, wobei Pompeius vor allem die konservativen Senatskreise auf seiner Seite hatte, die um "ihre republikanische Freiheit" fürchteten. 49 v. Chr. kam es schließlich zum offenen Krieg und Caesar marschierte auf Rom, welches Pompeius räumte. Pompeius wurde am 48 v. Chr. bei Pharsalos von Caesar geschlagen und bald darauf in Ägypten ermordet. Caesar war nach zusätzlichen Kämpfen gegen die Republikaner in Ägypten und im Westen (in Hispanien und Africa) der de facto alleiniger Herrscher des Römischen Reiches. Doch führte dies nur zum Zusammenschluss seiner Feinde, die ihn am 15.3. 44 v. Chr. (Iden es März) im Senat ermorden. Doch war die Idee der Neuordnung der Republik nicht gestorben. Caesars enger Vertrauter Marcus Antonius und sein Neffe Octavian schlossen sich zusammen und vernichteten die Republikaner 42 v. Chr. in der Schlacht von Philippi in Griechenland.
2.5 Das Ende der Republik und die Begründung des Prinzipats
Nun schien sich die Situation von 49. v. Chr. zu wiederholen: Marc Anton und Octavian standen sich gegenüber (der eine im Osten, der andere im Westen). Es kam 40 v. Chr. zum Vertrag von Brundisium, in welchem die Interessenspähren geteilt werden (Octavian im Westen, Antonius im Osten). Doch blieben die Spannungen bestehen. Marc Anton und seine neue (und Caesars ehemalige) Geliebte Kleopatra träumten von einem Großreich, dessen Zentrum der Osten sein sollte. Es war schließlich Octavian, der zum Schlag ansetzte und den Senat dazu brachte, Ägypten den Krieg zu erklären. Octavian besiegte Antonius 31 v. Chr. in der Seeschlacht von Actium. Antonius und Cleopatra starben bald darauf in Ägypten. Ägypten selbst wurde als Provinz direkt dem zukünftigen Kaiser unterstellt. Rom beherrscht nun uneingeschränkt das Mittelmeer und in Rom herrschte Octavian.
Octavian wurde so zum Alleinherrscher Roms. Er inszenierte die Übergabe der republikanischen Amtsvollmachten auf seine Person und begründet damit den Prinzipat ( 27 v. Chr.). Er erhielt den Ehrennamen Augustus und wurde so zum Stammvater des römischen Kaiserreiches. Die Illusion einer republikanischen Regierungsform blieb bestehen, doch lag die Macht von nun an nur obendrein in den Händen des Princeps ( Kaisers).
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