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 Römische Tetrarchie - Definition und Bedeutung

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Die Römische Tetrarchie (von griechisch τετρα tetra vier und αρχη archä Herrschaft, Regierung) war ein Regierungssystem, das Kaiser Diokletian 293 im römischen Reich einführte.
Inhaltsverzeichnis

 1 Begründung durch Diokletian

Es gab in diesem System vier Herrscher im Kaiserrang: jeweilig einen Augustus im Westen, in Rom, und im Osten, in Nikomedia, der je einen Cäsar adoptierte, der dann sein Nachfolger sein sollte. Gesetze, die ein Augustus oder Caesar erließ, galten für das ganze Imperium.
Diokletian nahm als Beinamen des Götternamen Iovius an, sein Mit-Augustus Maximian den Namen Herculius. Damit war ebenso deutlich, dass Diokletian eine übergeordnete Stellung einnahm. Diese Position wurde ebenso während seiner Regierungszeit nie in Frage gestellt.
Dieses von Diokletian ausgedachte System bot einige Vorteile:
· Auch bei mehreren gleichzeitigen Problemen an entfernten Orten konnte überall jemand im Kaiserrang nach dem Rechten sehen.
· Dadurch, dass sich ein Cäsar als Juniorkaiser einarbeiten konnte, gab es mehr Stabilität.
· Wenn ein Augustus im Cäsar einen designierten Nachfolger hatte, der schon an der Macht war, brachte es für potentielle Usurpatoren keinen Vorteil, den Augustus zu ermorden.
Das System funktionierte in den ersten Jahren recht gut. Diokletian, als Augustus des Ostens, machte Galerius zum Caesar. Maximian, der Augustus des Westens adoptierte Konstantius I. Chlorus. Die Arbeitsteilung bewährte sich: Diokletian kümmerte sich um die Aufstände in Ägypten, während Galerius die persische Grenze befriedete, Maximian die afrikanische Provinz sicherte und Constantius in Britannien für Ordnung sorgte.

 2 Diokletians Rücktritt und die darauffolgende Krise

304 allerdings wollte Diokletian aus gesundheitlichen Gründen zurücktreten und brachte ebenso Maximian dazu, gleichzeitig abzudanken. Die beiden neuen Augusti, Galerius und Constantius Chlorus sollten dann ihrerseits einen Caesar adoptieren. Am 1. Mai 305 traten Diokletian und Maximinian zurück. Galerius adoptierte plangemäß Flavius Valerius Severus als Caesar.
Jetzt zeigte sich allerdings eine Schwachstelle im System: es hatte außer Acht gelassen, dass vorher die Macht vom Vater auf den Sohn übergegangen war - und wie auch Maximinian als ebenso Konstantius Chlorus hatten ehrgeizige Söhne, denen das neue System nicht zusagte.
Als der Augustus Constantius Chlorus 306 starb, kam es zu einigen Wirren: sein Sohn Konstantin wurde von den Truppen zum Augustus ausgerufen, gleichzeitig machte sich Maxentius, der Sohn von Maximian in Rom zum (nicht anerkannten) Augustus.
Erst 308 wurde die Sache nochmal geregelt: Galerius und Licinius wurden Augusti, Konstantin und Maximinus Daia mit neuem Titel filii Augustorum) - Maxentius jederzeitobendrein in Rom.

 3 Das Ende der tetrarchischen Ordnung

Nach dem Tod von Galerius 311 waren es obendrein drei: Licinius, Konstantin, Maximinus Daia und jederzeitobendrein Maxentius in Rom. Licinius und Konstantin verbündeten sich und gingen gegen die beiden anderen vor. Licinius besiegte 313 Maximinus Daia, Konstantin 314 Maxentius (in der Schlacht an der Milvischen Brücke). 324 kam es zum Kampf unter Konstantin und Licinius und ab 325 war Konstantin Alleinherrscher.
Es hatte sich gezeigt, dass das alte dynastische Denken gerade beim Heer nicht verschwunden war. Die Soldaten hielten sich an ihre Feldherren (wie bei der Erhebungs Konstantins nach dem Tod seines Vaters). Damit war das System der Tetrarchie gescheitert, was gleichbedeutend war mit der Rückkehr zur alten dynastischen Ordnung.

 1 Kaiser der Tetrarchie

Name
Caesar
Augustus
Bemerkung
Diokletian
-
284-305
Osten
Abgedankt
† 317
Maximian
-
286-305
305-308
310
Westen
Abgedankt mit zwei Comebacks
Galerius
294-305
Osten
305-311
Osten
† 311
Severus II.
305
Osten
306
Westen
Hingerichtet 307
Constantius I. Chlorus
293-305
Westen
305-306
Westen
† 306
Konstantin I.
306-311
Westen
313-325
Westen
Ab 325 Alleinherrscher
Maximinus II Daia
305-309
Osten
309-313
Westen
† 313
Maxentius
-
306-312
Westen
† 314
Domitius Alexander
308-309
Afrika
† 309
Licinius
308
Osten
311-324
Osten
† 325 hingerichtet durch Konstantin
Valens
314
Osten
-
† 314 hingerichtet durch Licinius
Martinian
324
Osten
-
† 314 hingerichtet durch Konstantin
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