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|  | | Römisches Reich - Definition und Bedeutung |
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Das Römische Reich übte einen großen Einfluss auf die von ihm beherrschten Gebiete, aber ebenso auf die Gebiete jenseits der Grenzen aus. In der östlichen Reichshälfte mischte sich dieser Einfluss mit griechisch- hellenistischen und orientalischen Elementen, während der Westen lateinisiert wurde.
Vor allem das Rechts- und Staatswesen in Europa ist maßgeblich vom römischen Erbe geprägt.
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Inhaltsverzeichnis | |
5 Literatur
6 Weblinks
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1 Geschichtlicher Überblick
Die Geschichte des Römischen Reiches lässt sich in folgende 6 Phasen gliedern:
| · | Untergang des Reiches im Westen und Übergang zum Byzantinischen Reich im Osten (ab 395 n. Chr.)
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1.1 Römische Königszeit und frühe Republik
Der Stadtstaat Rom, der zuerst unter etruskischer Königsherrschaft stand ( Königszeit), gewann in Italien zunehmend an Einfluss, nachdem er sich ca. 500 v. Chr. von der Herrschaft der Etrusker gelöst hatte. Zu dieser Zeit erfolgte gleichfalls die Umwandlung des ehemaligen Königreiches in die Römische Republik, während derer ein Senat alljährlich zwei Konsuln zur Regierung bestimmte. Als ersten, einigermaßen festen, Punkt in der römischen Geschichte kann man dabei die Niederlegung des Zwölftafelgesetzes 451 v. Chr. sehen.
Rom begann mit einer gezielten Expansion in Mittelitalien, musste dabei aber ebenso schwere Rückschläge verkraften (Galliersturm 387 v. Chr.; mehrere Niederlagen gegen italische Volksstämme). Es folgen die Samnitenkriege (1. 343-341 v. Chr.; 2. 326-304 v.Chr.; 3. 298-290 v. Chr.) und der Latinerkrieg (ca. 340-338 v. Chr.). Rom etabliert ein weitverzweigtes Bündnissystem. So wurden Kolonien an strategisch wichtigen Pläten angelegt und Bündnisse mit mehreren italischen Stämmen geschlossen, die allerdings nicht das römische Bürgerrecht erhielten.
1.2 Der Aufstieg Rom - Expansion in Italien und im Mittelmeerraum
Im 3. Jahrhundert v. Chr. setzte sich Rom gegen die Samniten und andere italische Stämme durch. Nach und nach fiel die gesamte Halbinsel an Rom (außer Oberitalien, welches erst später annektiert wurde). Im Süden verleibte man sich die dortigen griechischen Stadtstaaten ein (siehe ebenso die Intervention des Königs Pyrrhus). Mit dieser Expansion kam Rom allerdings in Konflikt mit dem bisher Rom freundlich gesonnenen Karthago, was zu den Punischen Kriegen führte.
Im Ersten Punischen Krieg (264-241 v.Chr.) baute Rom eine Flotte auf, um der Seemacht Karthago entgegentreten zu können. Nach mehreren Rückschlägen und wechselhaften Kriegsglück gelang es Rom allerdings, besonders auf Sizilien Fuß zu fassen. Karthago verlor fast alle Besitzungen und sann daher auf Rache. Im Zweiten Punischen Krieg (218-201 v. Chr) gelang es dem genialen Strategen Hannibal beinahe, Rom in die Kniee zu zwingen. Besonders die Niederlage bei Cannae (die schwerste Niederlage in der römischen Geschichte) schmerzte, doch gelang es Hannibal nicht, das Bündnissystem Roms in Italien zu zerstören. Der römische Feldherr Scipio setzte 204 v. Chr. nach Afrika über und besiegte Hannibal 202 v. Chr. bei Zama. Karthago verliert alle außerafrikanischen Besitzungen und seine Flotte. Es ist als Machtfaktor endgültig ausgeschaltet, während Rom neben Spanien auf an Einfluss gewann.
Der Sieg über Karthago im 1. und 2. Punischen Krieg sicherte die Vormachtstellung im westlichen Mittelmeer. In diese Zeit, genauer gesagt in die Zeit ab 200 v. Chr., fiel ebenso die Einmischung Roms in das Machtspiel der hellenistischen Großreiche. Dort waren die Großmächte nicht in der Lage gewesen, ein friedliches Zusammenleben zu erreichen. Es folgten Konflikte mit den Antigoniden, wobei Rom 200-197 v. Chr. in Griechenland intervenierte, um den makedonischen Einfluss zurück zu drängen. Auch gegen die Seleukiden führte Rom Krieg. Auf ein anderes Hilfegesuch hin kam es 192-188 v. Chr. zum Krieg gegen Antiochos III.. Rom wurde damit zur de facto Vormacht im östlichen Mittelmeerraum. Versuche Makedoniens, die alte Hegemonie nochmal aufzurichten, führte zum Krieg. 168 v. Chr. wird Makedonien endgültig besiegt und zerschlagen, 148 v. Chr. in eine römische Provinz umgewandelt. So erging es 146 v. Chr. ebenso Griechenland (ab 27 v. Chr. Provinz Achaea, vorher zu Makedonien) und, nach der Zerstörung Karthagos im Dritten Punischen Krieg, der neuen römischen Provinz Africa. Nur das schwächelnde Ägypten, welches zu eine römischen Protektorat wurde, und Pergamon, behielten ihre Unabhängigkeit. Pergamon wurde durch Erbvertrag 133 v. Chr. zur römischen Provinz. So erging es ebenso 64/63 v. Chr. dem Restreich der Seleukiden, das nicht mehr lebensfähig war, und von Pompeius, der eine Neuordnung des Ostens vornahm, zur Provinz Syria gemacht wurde.
1.3 Die Revolutionszeit und die Bürgerkriege
Die Republik geriet seit der Mitte des 2. Jahrhunderts v. Chr. in eine innenpolitische Krise, die schließlich in die Epoche der Bürgerkriege mündeten und mit dem Untergang der bisherigen Staatsform enden sollte. Hintergrund war zunächst der Ruf nach Reformen. So sollte die nach den Brüdern Tiberius Gracchus und Gaius Gracchus benannte Gracchische Reform den Grundbesitzverhältnisse reformieren, um den ärmeren Schichten der Bevölkerung zu Land und Brot zu verhelfen. Die Reform scheiterte am Widerstand der konservativen Senatskreisen, doch blieb der Konflikt bestehen: die Popularen und Optimaten bekämpften sich gegenseitig, um ihre jeweilige Politik durchzusetzten. Auch machten sich innere Spannungen im Bündnissystem Roms bemerkbar, so dass es 91-89 v. Chr. zum so genannten Bundesgenossenkrieg kam. Am Ende wurde das römische Bürgerrecht ebenso den Bundesgenossen verliehen. Im Anschluss daran kam es 88 v. Chr. zur berüchtigten Vesper von Ephesus. Nach der Ermordung Zehntausender römischer Siedler zog Rom in den Krieg gegen Mithridates von Pontos und besiegte ihn nach mehrjährigen Kämpfen.
Diesen Ereignissen folgte der Beginn des römischen Bürgerkriegs, indem sich nochmal Popularen und Optimaten gegenüber standen ( Marius, Cinna, Sulla). Sulla bleibt siegreich und errichtet die Diktatur, doch hatte diese Lösung keinen wirklichen Bestand. Gaius Julius Caesar und sein ehemaliger Verbündeter Pompeius ringen von 49-46 v. Chr. um die Macht. Caesar obsiegte, doch wurde durch seine Ermordung verhindert, dass sich die die Republik in eine Diktatur verwandelte.
Nach der Ermordung Caesars im Jahre 44 v. Chr. gelang es den Anhängern der Republik allerdings nicht, die alte republikanische Verfassung wiederherzustellen. In dem Bürgerkrieg, der nun nochmal ausbrach, setzte sich schließlich Octavian, der spätere "Augustus", als Sieger durch.
1.4 Die frühe und hohe Kaiserzeit (Prinzipat)
Octavian zielte wie Caesar auf eine Alleinherrschaft. Doch anders als Caesar versuchte Octavian dieses Ziel nicht durch das Mittel der außerordentlichen Diktatur zu erreichen. Octavian ließ vielmehr die alte republikanische Verfassung formal in Kraft und sicherte seine Position durch die Übernahme verschiedener Ämter, vor allem durch die Übernahme eines mehrjährigen Kommandos über wichtige Legionen. Den alten senatorischen Adel konnte Octavian zu einer Anerkennung seiner Herrschaft bewegen. Der Senat sah in Octavian keinen König, sondern den "Ersten Bürger des Staates" (Princeps). Die von Octavian begründete Verfassung, die sich in wesentlichen Punkten von der alten republikanischen Verfassung unterscheidet, nennt man deshalb ebenso Prinzipat.
Die Kaiser beherrschten den gesamten Mittelmeerraum. Auch der Westen und Süden Germaniens gehörte unter den Kaisern zum römischen Reich, die Expansion nach Nordosten wurde aber durch die Varusschlacht im Jahre 9 gestoppt. Unter Claudius wurde Britannien dem Reich hinzugefügt, später folgte Thrakien. Bereits Ende des 1. Jahrhunderts kam es zu einer Krisenzeit ( Vierkaiserjahr), welche allerdings unter den so genannten Adoptivkaisern überwunden werden konnte. Seine größte Ausdehnung hatte das Römische Reich unter Kaiser Trajan im Jahre 117 erreicht.
Römische Provinzen 117 n.Chr.
Es erstreckte sich nun von Schottland bis Nubien in Nord-Süd Richtung und von Portugal bis nach Mesopotamien in West-Ost Ausrichtung. Unter Hadrian, der die östlichen Eroberungen Trajans aufgibt, kommt es zu einer inneren Konsolidierung des Reiches und zu einer Blütezeit.
Um die Mitte des 2. Jahrhunderts schien das Imperium auf seinem Höhepunkt angelangt zu sein, doch traten unter Marcus Aurelius schon die ersten Probleme auf (Kämpfe mit Germanen und den Parthern). Das Reich kommt in den folgenden Jahrzehnten nicht zur Ruhe. Von außen wird es bedrängt, während im Inneren sich Zerfallserscheinungen bemerkbar machen. Im 3. Jahrhundert konnten die Severer anscheinend die Lage stabilisieren, doch kam es vor allem an der Ostgrenze zu schweren Kämpfen mit dem neu-persischen Reich der Sassaniden. Es folgte die Zeit der Soldatenkaisern, die der Lage allmählich Herr wurden und die Abspaltungen einzelner Provinzen (besonders Galliens) rückgängig machen konnten. 272 wird Palmyra unterworfen, welches Teile der östlichen Provinzen erobert hatte.
1.5 Die späte Kaiserzeit und der Beginn der Spätantike
Mit Diokletian vollzog sich 284 der Übergang in die Spätantike. Er reformierte die Verwaltung und schuf die so genannte Ordnung der Tetrarchie, wonach es zwei Senior-Kaiser ( Augusti) und jeweilig einen Junior-Kaiser ( Caesar) geben sollte. Denn für einen Kaiser alleine war das Imperium schon längst unregierbar geworden, besonders da der Druck auf die Grenzen ständig anwuchs. Allerdings wurde nicht der Gedanke der Reichseinheit aufgegeben. In diese Jahre fielen ebenso die letzten großen Christenverfolgungen.
Konstantin der Große, dessen Vater nach dem Rücktritt Diokletians und dessen Mitkaiser Maximian das Amt des Senior-Augustus im Westen übernahm, gab sich damit nicht zu Frieden. Er beseitigte seine Rivalen und etablierte 324 die Alleinherrschaft über das Imperium. Bedeutend wurde seine Regierungszeit vor allem aus zwei Gründen: 1) Der Privilegierung des Christentums und 2) der Gründung von Konstantinopel. Der Blick des Reiches wandte sich mehr und mehr nach Osten.
Konstantins Dynastie überlebte ihn nicht lange. Unter Valentinian I. wurde das Reich aus Verwaltungsgründen geteilt, was nach dem Tod Kaiser Theodosius I. endgültig wurde. Diesem gelang es nach der Niederlage von Adrianopel, die eingedrungenen Goten durch Verträge wenigstens vorläufig zu binden. Das Oströmische Reich überlebte die Wirren der Völkerwanderung, vor allem, da es der ökonomisch gesündere und dichter bevölkerte Reichsteil war.
1.6 Untergang des Reiches im Westen und Behauptung im Osten
Im Laufe des 5. Jahrhunderts zerfiel allerdings das Römische Reich im Westen. Eine wichtige Ursache dabei bildete die Völkerwanderung. Das Reich verlor nach der Schlacht von Adrianopel 378 zunehmend die Kontrolle über seine westlichen Provinzen. Große Teile Galliens und Spaniens gingen bis zur Mitte des 5. Jahrhunderts verloren. Vor allem der Verlust Africas an die Vandalen 435 war ein schwerer Schlag für Westrom. Der Regierungssitz war schon um die Jahrhundertwende nach Ravenna verlegt worden. Und selbst Italien geriet jederzeitmehr unter den Einfluss der Germanen. 410 eroberten die Westgoten die Stadt Rom, 455 folgten ihnen die Wandalen. Es gab mehrere Gründe für den Verfall und Untergang des Römischen Reiches. So bestand das Heer zum größten Teil nicht mehr aus römischen Bürgern sondern aus barbarischen Söldnern. Die Stärke der Armee reiche zudem nicht mehr aus, um die Grenzen zu sichern. Im Inneren war die Verwaltung marode geworden, ebenso ein wirtschaftlicher Niedergang ist festzustellen, wenn ebenso nicht so dramatisch, wie obendrein die ältere Forschung meinte. 476 setzte der Germane Odoaker Romulus Augustulus als weströmischen Kaiser ab. Odoaker sah sich selbst aber wahrscheinlich obendrein als ein "Germane in römischen Diensten" und seine Herrschaft in Italien als ein Teil des Imperium Romanum unter dem römischen Kaiser in Konstantinopel.
Anders war die Lage im Osten. Dies war der gesündere Reichsteil, der zudem über die größeren strategischen Reserven verfügte und ebenso die geschicktere Diplomatie betrieb. Die "barbarischen" Elemente in der Armee, die mit zum Untergang Westroms beigetragen haben, wurden obendrein im 5. Jahrhundert zurückgedrängt und zu Beginn des 6. Jahrhundert zum größten Teil ausgeschaltet. Im Osten blieb das Römische Reich mit seiner Hauptstadt Konstantinopel denn ebenso staatsrechtlich obendrein bis in das 15. Jahrhundert erhalten (siehe Byzantinisches Reich).
Das Heilige Römische Reich Deutscher Nation, das Nord- und Mittel italien, die Niederlande, Belgien, Tschechien, Österreich, die Schweiz, Teile Frankreichs ( Elsass, Lothringen, Provence), Luxemburg und Deutschland umfasste, sah sich später als Nachfolger des (west)römischen Reiches, während der russische Zar über das byzantinische Erbe gleichfalls die Nachfolge der römischen Kaiserkrone beanspruchte - die Begriffe Kaiser und Zar leiten sich beide aus dem römischen Caesar ab.
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