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 Schöpfung - Definition und Bedeutung

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Schöpfung meint die Handlung des Erschaffens oder das Entstehenlassen von etwas oder jemandem. Es kann sich ebenso auf das Geschaffene oder Hervorgebrachte beziehen.
Inhaltsverzeichnis
17 Weblinks

 1 Religion und Theologie

Die Schöpfung ist in verschiedenen Religionen die Bezeichnung für die Erschaffung der Welt, der Dinge und der Entstehung des Menschen, meist durch eine eigenständige Macht (Gott). Die Schöpfung wurde und wird vielfach thematisiert.
Ein Schöpfungsmythos ist eine zumeist theologische oder religiöse Erklärung zur Entstehung der Welt und des Universums. Manchmal wird in Schöpfungsmythen ebenso der Ursprung des Menschen und sein Stand in der Welt durch den Mythos begründet.

 2 Bekannte Schöpfungsmythen

Viele Schöpfungsberichte gehen von einer Macht oder mehreren Mächten (gewöhnlich als Gott oder Götter personifiziert) aus, die schon vor der Existenz des Universums/der Schöpfung existent gewesen ist/sind.
Auch heute obendrein gibt es aktuelle Schöpfungsmythen, die teilweise nicht dem aktuellen Wissen der Naturwissenschaften entgegensprechen wie die Gaia-Hypothese oder Thesen, dass das Leben aus dem All auf die Erde gekommen ist.
Schöpfungsmythen gibt es in allen Kulturen, die eine eigene Weltanschauung oder Religion entwickelt haben. Sie beantworten meist bildhaft die Frage nach der Herkunft der Götter, der Menschen und der Welt.

 4 Babylonischer Schöpfungsmythos

· siehe Enuma Elish

 5 Ägyptische Mythen

 6 Zarathustra-Mythos

siehe ebenso: Parsen
· Die oberste Gottheit Ahura Mazda schuf den Himmel durch einen sehr langen, hauchenden Atemzug. Der Himmel war eiförmig, sodass aus ihm das Leben und zuletzt die Menschheit entstehen konnte. Vor dem Leben allerdings bildeten sich das Wasser und die Erde (siehe ebenso Babylons Weltbild).
Zarathustras Lehren haben vermutlich in der Babylonischen Gefangenschaft das Judentum beeinflusst. Ähnliche Vorstellungen von Himmel, Hölle und engelhaften Wesen finden sich teilweise im Christentum.
Anfangs gab es nichts. Dieses Nichts nannte man Ginnungagap. Man stellte es sich als eine tiefe Schlucht des Nichts und der Windstille vor. Da schuf Allvaters Geist das Sein und im Süden dieser Schlucht entstand Muspelheim , ein Reich, in dem Feuer und Hitze herrschte. Später kam Niflheim (nördl. von Ginnungagap) hervor, ein Reich voller Nebel, Kälte und Eis. Im Zentrum von Niflheim ist der Brunnen Hvergelmir. Aus dieser Quelle entsprangen 12 Flüsse von denen jeder Elivagar genannt wurde. Sie überfluteten ganz Niflheim und es bildete sich eine Eisschicht über die andere, bis sie sích zur Schlucht Ginnungagap vorschlugen. Erst seit diesem Ereignis gab es in Niflheim Eis und Schnee. Die Feuerfunken von Muspelheim brachten das Eis am Rand zum Schmelzen. Weiter in: Germanische Schöpfungsgeschichte
· Nach Hesiods Theogonie stand am Anfang das Chaos. Aus ihm entstanden Gaia und Eros. Siehe ebenso Stammbaum der griechischen Götter

 9 Biblische Schöpfungsmythen

Das hebräische Wort bará´ und das griechische Wort ktízo, die beide Â»schaffen«, Â»erschaffen« bedeuten, werden ausschließlich mit Bezug auf die göttliche Schöpfung gebraucht.
Die Bibel nennt Gott den Schöpfer. Beispiele:
· Denn so spricht der HERR, der den Himmel geschaffen hat – er ist Gott; der die Erde bereitet und gemacht hat – er hat sie gegründet; er hat sie nicht geschaffen, daß sie leer sein soll, sondern sie bereitet, daß man auf ihr wohnen solle: Ich bin der HERR, und sonst keiner mehr. Jesaja 45,18
· siehe, er ist's, der die Berge macht und den Wind schafft; er zeigt dem Menschen, was er im Sinne hat. Er macht die Morgenröte und die Finsternis Amos 4,13
Darüber hinaus ist diese Glaubensaussage in Geschichten formuliert.
Im 1. Buch Mose (Genesis) der Bibel sind zwei komplementäre Versionen der Schöpfungsgeschichte überliefert. Nach der Dokumenten-Hypothese der historisch-kritischen Theologie wurde der Pentateuch nicht wie überliefert durch einen Autor (nämlich Moses) niedergeschrieben (siehe Biblische Verfasserschaft), sondern entstand durch das Verschmelzen verschiedener Traditionsströme während der mündlichen und schriftlichen Überlieferung. Konservative Theologen bezweifeln die Dokumenten-Hypothese, ebenso angesichts neuerer archäologischer Erkenntnisse.
Genesis 1,1-2,4a Hier wird in stark formalisierter Sprache das bekannte Sieben-Tage-Schöpfungswerk beschrieben. Am Anfang eines jeden Tages steht das Wort Gottes, gefolgt von der Bestätigung Â»und es geschah so«. Gott betrachtet sein Â»Tageswerk« und Â»sah, dass es gut war«. Am Ende des Tages wird aus Â»Abend und Morgen« der nächste Tag.
Direkt auf die erste Version folgt eine zweite:
Genesis 2,4b-25 Â»Es war zu der Zeit, da Gott der HERR Erde und Himmel machte.« Die einzelnen Schöpfungstaten folgen in anderer Anordnung. Jetzt ist die Erde zunächst trocken, eine unfruchtbare Steppe. Gott erschafft zuerst die Menschen, dann die Pflanzen. Die zweite Schöpfungsgeschichte mündet in die Erzählung vom Garten Eden.
Beide Überlieferungen geben gemeinsame Grundgedanken nochmal –etwa:
·  die Schöpfung der gesamten Welt durch einen – und nur einen Gott.
·  die Sabbatruhe
·  Einsetzung des Menschen über die Welt, nicht durch eigenen Verdienst, sondern durch Gott.

 9.2 Sophia

Wenig beachtet findet sich in der hebräischen Bibel (AT, Tenach) eine zusätzliche Darstellung von Schöpfung. Die Weisheit (Sophia) berichtet dort:
Sprüche 8-31 Der HERR hat mich schon gehabt im Anfang seiner Wege, ehe er etwas schuf, von Anbeginn her. Ich bin eingesetzt von Ewigkeit her, im Anfang, ehe die Erde war. Als die Meere obendrein nicht waren, ward ich geboren, als die Quellen obendrein nicht waren, die von Wasser fließen. Ehe denn die Berge eingesenkt waren, vor den Hügeln ward ich geboren, als er die Erde obendrein nicht gemacht hatte obendrein die Fluren darauf obendrein die Schollen des Erdbodens. Als er die Himmel bereitete, war ich da, als er den Kreis zog über den Fluten der Tiefe, als er die Wolken droben mächtig machte, als er stark machte die Quellen der Tiefe, als er dem Meer seine Grenze setzte und den Wassern, dass sie nicht überschreiten seinen Befehl; als er die Grundfesten der Erde legte, da war ich als sein Liebling bei ihm; ich war seine Lust täglich und spielte vor ihm allezeit; ich spielte auf seinem Erdkreis und hatte meine Lust an den Menschenkindern.

 9.3 Der christliche Gott als Schöpfer

Die griechische Bibel (NT) nennt Jesus Christus den Sohn Gottes, der seinen Schöpfer als denjenigen würdigte, der die Menschen erschuf und sie männlich und weiblich machte. Der Apostel Paulus schreibt über Jesus, den Mitschöpfer, im Philipperbrief (1,15-18) folgende Worte: Â»Er ist das Bild des unsichtbaren Gottes, der erstgeborene Sohn des Vaters; er ist der Anfang der Schöpfung. Durch ihn ist alles geschaffen worden, was im Himmel und auf der Erde lebt, alles, was man sehen kann, und ebenso die unsichtbaren Mächte und Gewalten. Alles hat Gott durch ihn geschaffen, und in ihm findet alles sein letztes Ziel. Er war vor allem anderen da, und alle Dinge bestehen durch ihn. Er ist ebenso das Haupt des Leibes, und dieser Leib ist die Gemeinde. Er ist der Anfang der neuen Schöpfung, denn er ist der erste von allen Toten, der zu neuem Leben geboren wurde; in allem muß er der Erste sein.«

 13 Gaia-Hypothese====== Siehe ebenso ==

Die Frage der Schöpfung stellt aber ebenso ein philosophisches Grundproblem dar.
·  Wurde die Welt erschaffen, oder war sie schon jederzeitda?
·  Ist der Schöpfer nur Ursprung (Deismus), oder begleitet er die Welt handelnd weiter (Theismus)?
·  Existierte vor der Schöpfung schon so etwas wie Materie, die durch den Schöpfer geformt wurde, oder hat der Schöpfer alles (Materie, Form und Raum) erschaffen?
·  Ist die Schöpfung mit dem Schöpfer identisch (Pantheismus, Panentheismus)?
·  Wenn es eine Schöpfung gibt – was ist ihr Ziel?
Hier zeigt sich die enge Wechselwirkung unter philosophischen und theologischen Problemen.
Platon sieht in seiner Ideenlehre die Welt und ihre Bestandteile als Abbild göttlicher Ideen an. Aristoteles sieht den unbewegten Beweger als Anfangspunkt jeder Bewegung an.
Diese Gedanken finden sich ebenso in den sogenannten Gottesbeweisen der Antike und des frühen Mittelalters wieder.

 15 Physik

Zwar kann man mit Methoden der Naturwissenschaft nicht in die Â»Zeit vor aller Zeit« vordringen, doch geben einige Ergebnisse der Astronomie interessante Hinweise.
Schon Johannes Kepler dachte über die Frage nach, ob das Universum unendlich sei, und zu Ende des 18. Jahrhunderts konnte Wilhelm Olbers (Entdecker des 2. und 4. Asteroiden) diese Frage durch sein berühmtes Paradoxon verneinen.
Die Entdeckung der kosmischen Hintergrundstrahlung gab um 1970 den Anstoß zur Entwicklung der Urknall-Theorie. Für die Forscher hat es etwas Faszinierendes und gleichzeitig Seltsames, an diese absolute Grenze der Wissenschaft zu stoßen, und viele sehen sie als Moment der Schöpfung. Die seither entwickelten Verfeinerungen des Urknall-Modells zeigen jedenfalls keine Widersprüche – im Gegensatz zur Steady-State-Theorie, nach der das Weltall im Wesentlichen jederzeitdieselbe Struktur hätte.

 16 Kunst

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