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|  | | Serbien - Definition und Bedeutung |
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Serbien ist einer der beiden letzten aus der Bundesrepublik Jugoslawien hervorgegangenen Staaten. Jugoslawien ist mit Parlamentsbeschluss des ehemaligen Bundesparlamentes am 4. Februar 2003 aufgelöst worden und durch den losen Staatenbund zweier unabhängiger Staaten namens Serbien und Montenegro ( Srbija i Crna Gora) abgelöst worden.
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Inhaltsverzeichnis | |
9 Weblinks
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Innerhalb Serbiens existieren die autonomen Provinzen (serb. autonomne pokrajine) Vojvodina und Kosovo (auch Kosova), die von 1974 bis 1989 eine weitgehende Selbstständigkeit im Innern Serbiens und Jugoslawiens besaßen. Unter Slobodan Milošević wurde die Autonomie der beiden Provinzen auf den Status vor der Verfassungsänderung von 1974 zurückgestuft, was vor allem im Kosovo zu Protesten geführt hatte. Seitdem wurden die Provinzregierungen nicht mehr gewählt, sondern von der Zentralregierung ernannt.
Mit der Wende vom 5. Oktober 2000 wurde beschlossen, dass das Regionalparlament der Vojvodina von den Bürgern Vojvodinas direkt und demokratisch gewählt werden könne.
Derjenigen Teil Serbiens (mehr als die Hälfte des Landes), der nicht zu diesen beiden Provinzen gehört, bildet keine eigene politische Einheit, deshalb gibt es ebenso keine offizielle Bezeichnung für ihn. Informell sind die Bezeichnungen Engeres Serbien (serbisch uža Srbija) und Zentralserbien gebräuchlich.
Die örtlichen Selbstverwaltungseinheiten in Serbien sind die opštine (Sg. opština, wörtlich Gemeinde, der Größe nach häufig eher Landkreise). Von diesen gibt es 108 im Engeren Serbien, 54 in der Vojvodina und 30 im Kosovo.
Lage Serbien-Montenegros in Europa
Die Zusammensetzung der Bevölkerung ist in den drei Landesteilen sehr unterschiedlich.
Im Engeren Serbien leben zum allergrößten Teil Serben, daneben ebenso Roma und Vlachen. In der Region um Stari Ras oder im Sandschak lebt ebenso eine größere Minderheit von Bosniaken, im Preševo-Tal im südlichsten Zipfel des Engeren Serbiens eine albanische Minderheit.
Die Vojvodina ist schon seit Jahrhunderten geprägt durch ein buntes Völkergemisch - vor allem aus Serben, Ungarn, Slowaken, Kroaten, Roma, Juden und früher ebenso ungefähr 250.000 Deutschen (die nach dem 2. Weltkrieg vertrieben und in deren Häuser größtenteils Serben angesiedelt wurden).
In die Vojvodina und das Engere Serbien kamen in den letzten Jahren ungefähr 490.000 (Binnen)-Flüchtlinge aus den Kriegsgebieten in Kroatien, Bosnien und Herzegowina und dem Kosovo (etwa 180.000 aus Kroatien, 90.000 aus Bosnien und Herzegowina, 220.000 aus dem Kosovo).
3 Zusammensetzung der Bevölkerung nach Nationalitäten
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<td colspan=2 style="background:#F5F5DC;" >Gesamt
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<td >1.17
</table>
Das umfassende Gesamtergebnis der Volkszählung vom April 2002 findet sich HIER (http://www.statserb.sr.gov.yu/zip/esn31.pdf) (englisch).
4 Größte Städte in Serbien
Die größten Städte Serbiens sind (geschätzte Einwohnerzahlen für die eigentlichen Städte für 2004, gefolgt von der Einwohnerzahl der jeweiligen (Groß-)Gemeinde laut der Volkszählung von 2002):
im Engeren Serbien:
| · | Belgrad (serbisch Beograd) ungefähr 1.290.000 (1.576.124)
|
| · | Niš ungefähr 175.000 (250.518)
|
| · | Čačak ungefähr 74.000 (117.072)
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| · | Leskovac ungefähr 64.000 (156.252)
|
| · | Smederevo ungefähr 64.000 (109.809)
|
in der Vojvodina:
| · | Pančevo ungefähr 77.000 (127.162)
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im Kosovo:
| · | Đakovica ungefähr 79.000
|
| · | Kosovska Mitrovica ungefähr 77.000
|
| · | Gnjilane ungefähr 71.000
|
Parteien in Serbien sind die SRS (Serbische Radikale Partei, rechtsextremistisch), DSS (Demokratische Partei Serbiens, Zentrum), G17-Plus (liberal), DS (Demokratische Partei, liberal), SPS (Sozialistische Partei Serbiens), SPO (Serbische Erneuerungsbewegung, pro-monarchistisch), NS (Neues Serbien, Zentrum) und andere (bei den Wahlen am 28. Dezember 2003 kandidierten im Allgemeinen 19 Listen, manche davon aus mehreren Parteien bestehend).
Im Herbst 2003 brach die bisherige Regierungs koalition unter dem Namen DOS (Demokratische Oppositition Serbiens) auseinander, so dass es am 28. Dezember 2003 zu Neuwahlen kam. Mit knapp 28% der Stimmen beziehungsweise ungefähr 35% der Parlamentssitze wurde die SRS (geleitet von Vojislav Šešelj, gegen den in Den Haag gerade ein Gerichtsverfahren läuft) stärkste Partei.
Nach ungefähr zwei Monaten langer Verhandlungen kam es zu einer Minderheitsregierung des demokratischen Blocks unter Ausnahme der DS (DSS, G17+, SPO-NS). Allerdings ist diese Regierung auf parlamentarische Unterstützung durch Milošević SPS angewiesen, was ebenso als Destabilisierungsfaktor gesehen wird.
Am 5. März 2004 beschloss die serbische Regierung, keine für Kriegsverbrechen Angeklagten mehr an das UN-Tribunal in Den Haag auszuliefern, die Prozesse sollen ausschließlich im Land stattfinden. Bereits vorher hatte Premier Vojislav Koštunica angekündigt, die Zusammenarbeit mit dem Haager Kriegsverbrechenstribunal sei für ihn keine Priorität.
Mitte März 2004 kam es erneut zu schwereren ethnischen Unruhen im Kosovo (siehe dort).
Am 30. März 2004 wurde ein kontroverses Gesetz erlassen, durch welches die Republik Serbien verpflichtet ist, Angeklagten vor dem Kriegsverbrechertribunal alle Spesen zu ersetzen. Allerdings wurde drei Tage darauf ein Erlass veröffentlicht, wonach sich dieses Gesetz nicht auf die Familie von Slobodan Milošević erstreckt.
Am 27. Juni 2004 konnte endlich ein neuer Präsident gewählt werden, nachdem mehrere vorangegangene Versuche wegen zu niedriger Wahlbeteiligung gescheitert waren. Die Beteiligung musste über 50% betragen, die Quote wurde allerdings nie erreicht. Nach Abschaffung dieser 50%-Hürde gewann der liberale und Europa zugewandte Reformer Boris Tadić von der DS gegen Tomislav Nikolić von der nationalistischen Radikalen Partei mit 53,24% der Stimmen die Präsidentschaftswahl.
Am 17. August 2004 hat das serbische Parlament einstimmig das frühere königliche Wappen und die Hymne Bože Pravde des 19. Jahrhunderts als neue nationale Symbole gewählt, allerdings nur provisorisch, bis eine endgültige Lösung bestimmt wird. Die Hymne und das Wappen aus Zeiten der serbischen Monarchie sollen die letzten kommunistischen Symbole ersetzen. Das Wappen zeigt einen doppelköpfigen silbernen Adler, ein silbernes Kreuz und eine Krone.
Auf internationale Proteste stößt in letzter Zeit die prekäre Lage der Menschenrechte für Homosexuelle in Serbien, die mit massiver Gewalt konfrontiert werden [1] (http://www.amnesty.at/lgbt/cont/texte/serbien.htm).
Siehe ebenso:
Serbien stand von seinen Anfängen bis zu seiner endgültigen Unabhängigkeit 1878 die meiste Zeit unter dem Einfluss des byzantinischen beziehungsweise osmanischen Reichs - teils war es Vasallenstaat, teils dem Reich völlig einverleibt.
Eine Ausnahme war die Zeit des unabhängigen Serbischen Reichs ( 1180 - bis ungefähr 1389).
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