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 Soziologie - Definition und Bedeutung

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Die Soziologie ist eine der Sozialwissenschaften, anspruchsvoller: die Wissenschaft vom Sozialen schlechthin. Sie dient der Erforschung des Zusammenlebens in Gemeinschaften und Gesellschaften.
Die Soziologie fragt nach dem Sinn und den Strukturen des sozialen Handelns, der sozialen Gebilde (bzw. Systeme) und welchem sozialen Wandel diese unterliegen. Dabei wird häufig unter dem Blick auf Gesellschaften (Makrosoziologie) und dem Blick auf das Verhältnis von sozialen Akteuren (Personen) und sozialen Systemen, Institutionen u.s.f. (Mikrosoziologie) unterschieden.
Das bedeutet in der Zitierung von Max Webers Definition einer verstehenden und nebenher erklärenden Soziologie (§ 1, Wirtschaft und Gesellschaft): Soziologie ist "eine Wissenschaft, welche soziales Handeln deutend verstehen und dadurch in seinem Ablauf und seinen Wirkungen ursächlich erklären will". Um eine der Soziologie angemessene Methodik wurde seit den Anfängen der Disziplin im so genannten Methodenstreit gerungen.
Themen, mit denen sich die Soziologie beschäftigt, sind z.B. Arbeit, Migration, Geschlechterforschung, soziale Netzwerke, Sexualität, Alltag und Lebenswelt etc.
Eine Übersicht zur Soziologie findet sich unter Portal_Soziologie.
Inhaltsverzeichnis
5 Weblinks

 1 Geschichte

Soziologie ist eine relativ junge Wissenschaft, die sich auf Grund der Entwicklung der bürgerlichen Gesellschaft im Europa des 19. Jahrhunderts herausbildete. Das Wort ist eine von Auguste Comte geprägte Zusammensetzung aus dem lateinischen socius (gemeinsam) und dem griechischen lógos (Wort, Wahrheit, Wissenschaft). Doch haben ebenso ältere Autoren Werke stark soziologischen Charakters geschrieben ( z. B. Xenophón, Polýbios, Ibn Khaldun, Giambattista Vico und mehr). Karl Marx wird heute gleichfalls als soziologischer Klassiker verstanden, was stärker obendrein auf Friedrich Engels zutrifft, der mit "Die Lage der arbeitenden Klassen in England" schon um 1844 eine wichtige, wenngleich wertende soziologische Studie vorlegte.
Als Begründer der deutschen Soziologie gelten Ferdinand Tönnies (Gemeinschaft und Gesellschaft, 1887), Georg Simmel und Max Weber. 1909 wurde die Deutsche Gesellschaft für Soziologie gegründet. Diese erste ordentliche Soziologie-Professur Deutschlands hatte 1919 Franz Oppenheimer inne.
Heute (2004) lassen sich mehrere große Ansätze in der deutschsprachigen Soziologie unterscheiden. Einflussreich sind zum einen Vertreter/innen eines Rational Choice-Ansatzes, ein bekannter Vertreter dieser Richtung ist Esser; zwei zusätzliche einflussreiche Denkrichtungen sind zum einen die Kritische Theorie und zum anderen die Systemtheorie, fußend auf Parsons und speziell im deutschsprachigen Raum auf Luhmann; ein vierter wichtiger Ansatz zeitgenössischer deutschsprachiger Soziologie sind - grob umrissen - interpretativ und qualitativ-rekonstruktiv ausgerichtete Arbeiten (von Walter L. Bühl 2003 zum Paradigma einer neuen "Historischen Soziologie" zugespitzt). Aber das sind beileibe nicht die einzigen.
Denn das Vorwalten (der institutionelle Erfolg) einer soziologischen Theorierichtung ist nicht nur von ihrer intellektuellen Tüchtigkeit und geistigen Bedeutung abhängig, sondern (wissenschaftssoziologisch gesehen) durchaus ebenso vom Markt für soziologische Forschungsergebnisse und von der Liberalität politischer Machthaber. Hier wird am meisten in den Bereichen der Wahl- und Marktforschung verdient, was die Entwicklung der quantitativen Methoden und der an die Naturwissenschaften angelehnten Theorieansätze relativ begünstigt: Sie sind eher finanzierbar. Auch Diktaturen dulden diese Richtungen eher, denn sie haben vor allem vor einer qualitativ forschenden, die Mentalität der Bevölkerung berücksichtigenden Soziologie Angst.
Lehrstühle der Soziologie an deutschen Universitäten waren bis in die 1960er Jahre selten, erfuhren in der Bundesrepublik dann dank der 1967er Umbruchzeit einen relativ starken (und nicht jederzeitsegensreichen) Zuwachs, der erst nochmal in den neuen Ländern (wo die DDR die Soziologie bis dahin massiv angefeindet hatte) obendrein eine Nachblüte hatte. Seit den 1990er Jahren werden sie von den budgetmäßig notleidenden deutschen Ländern nochmal stark verringert, meist unangebracht ad hoc, wenn nur irgendein/e Lehrstuhlinhaber/in in den Ruhestand geht.
Die Deutsche Gesellschaft für Soziologie (siehe dort) wurde schon 1909 gegründet und hat gegenwärtig ungefähr 1400 Mitglieder. 1993 hat sie für das Fach einen Ethikkodex initiiert.

 2 Thematische Gliederung der Soziologie

 2.1 Mikrosoziologie (Individuum, Interaktion, Handeln)

· Methodologischer Individualismus (auch Rational-Choice-Theorie)
· Symbolischer Interaktionismus
· Phänomenologische Soziologie
· Konfliktsoziologie (auch Strategische Analyse)
· Figurationssoziologie
· Ethnomethodologie

 2.2 Makrosoziologie (Kollektiv, Gesellschaft, System, Struktur)

 2.3 Soziologische Methoden

 3 Allgemeine und spezielle Soziologien

Die Themenbereiche der Soziologie lassen sich ebenso danach unterscheiden, ob sie der allgemeinen Soziologie oder speziellen Soziologien zuzurechnen sind:

 3.1 Allgemeine Soziologie

Der allgemeinen Soziologie werden die für das Fach wichtigen theoretischen Ansätze und ebenso Sachgebiete wie das Verhältnis von Akteur und Gesellschaft bzw. Person und sozialem System, sowie die Struktur und der Wandel von Gesellschaften/sozialen Systemen zugerechnet.
Themen der allgemeinen Soziologie sind u.a. soziales Handeln und soziale Beziehung, soziale Ungleichheit, Gruppen , Sozialisation, sozialer Wandel, Soziale Mobilität, Methoden der Forschung, soziale Rollen, Tausch, Klasse, Elite, Macht und Herrschaft etc.

 3.2 Spezielle Soziologien

Spezielle Soziologien - ebenso Bindestrichsoziologien genannt - befassen sich mit den Strukturen und Prozessen gesellschaftlicher Teilsysteme oder institutioneller Bereiche. Zu den speziellen Soziologien zählen (s. a. die Sektionen der DGS) unter anderem folgende Gebiete:
A Agrarsoziologie, Alterssoziologie (Soziologie des Alter(n)s), Arbeitssoziologie, Architektursoziologie
B Berufssoziologie, Betriebssoziologie, Bildungssoziologie
E Entwicklungssoziologie, Erziehungssoziologie, Ethnosoziologie
F Familiensoziologie, Frauenforschung
G Geschlechterforschung, Gender Studies
I Industriesoziologie
J Jugendsoziologie
K Katastrophensoziologie, ("Kindheitssoziologie" s. u. unter "S"), Kommunikationssoziologie, Kultursoziologie, Kunstsoziologie
L Literatursoziologie
M Maritime Soziologie, Mediensoziologie,Medizinsoziologie,Migrationssoziologie, Militärsoziologie, Musiksoziologie
O Organisationssoziologie
P Politische Soziologie (Politiksoziologie), Polizeisoziologie
R Rechtssoziologie,Regionalsoziologie,Religionssoziologie
S Soziologie der Kindheit, Soziologie der Sexualität, Sportsoziologie,Sprachsoziologie, Staatssoziologie, Stadtsoziologie
T Techniksoziologie
U Umweltsoziologie
V Verkehrssoziologie
W Wirtschaftssoziologie, Wissenschaftssoziologie, Wissenssoziologie
Durch die zunehmende Differenzierung ebenso der Soziologie selbst bilden sich laufend zusätzliche spezielle Soziologien.

 4 Verweise

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