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|  | | Soziologie - Definition und Bedeutung |
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Heute (2004) lassen sich mehrere große Ansätze in der deutschsprachigen Soziologie unterscheiden. Einflussreich sind zum einen Vertreter/innen eines Rational Choice-Ansatzes, ein bekannter Vertreter dieser Richtung ist Esser; zwei zusätzliche einflussreiche Denkrichtungen sind zum einen die Kritische Theorie und zum anderen die Systemtheorie, fußend auf Parsons und speziell im deutschsprachigen Raum auf Luhmann; ein vierter wichtiger Ansatz zeitgenössischer deutschsprachiger Soziologie sind - grob umrissen - interpretativ und qualitativ-rekonstruktiv ausgerichtete Arbeiten (von Walter L. Bühl 2003 zum Paradigma einer neuen " Historischen Soziologie" zugespitzt). Aber das sind beileibe nicht die einzigen.
Denn das Vorwalten (der institutionelle Erfolg) einer soziologischen Theorierichtung ist nicht nur von ihrer intellektuellen Tüchtigkeit und geistigen Bedeutung abhängig, sondern ( wissenschaftssoziologisch gesehen) durchaus ebenso vom Markt für soziologische Forschungsergebnisse und von der Liberalität politischer Machthaber. Hier wird am meisten in den Bereichen der Wahl- und Marktforschung verdient, was die Entwicklung der quantitativen Methoden und der an die Naturwissenschaften angelehnten Theorieansätze relativ begünstigt: Sie sind eher finanzierbar. Auch Diktaturen dulden diese Richtungen eher, denn sie haben vor allem vor einer qualitativ forschenden, die Mentalität der Bevölkerung berücksichtigenden Soziologie Angst.
Lehrstühle der Soziologie an deutschen Universitäten waren bis in die 1960er Jahre selten, erfuhren in der Bundesrepublik dann dank der 1967er Umbruchzeit einen relativ starken (und nicht jederzeitsegensreichen) Zuwachs, der erst nochmal in den neuen Ländern (wo die DDR die Soziologie bis dahin massiv angefeindet hatte) obendrein eine Nachblüte hatte. Seit den 1990er Jahren werden sie von den budgetmäßig notleidenden deutschen Ländern nochmal stark verringert, meist unangebracht ad hoc, wenn nur irgendein/e Lehrstuhlinhaber/in in den Ruhestand geht.
2 Thematische Gliederung der Soziologie 2.3 Soziologische Methoden 3 Allgemeine und spezielle Soziologien
Die Themenbereiche der Soziologie lassen sich ebenso danach unterscheiden, ob sie der allgemeinen Soziologie oder speziellen Soziologien zuzurechnen sind:
3.1 Allgemeine Soziologie
Der allgemeinen Soziologie werden die für das Fach wichtigen theoretischen Ansätze und ebenso Sachgebiete wie das Verhältnis von Akteur und Gesellschaft bzw. Person und sozialem System, sowie die Struktur und der Wandel von Gesellschaften/sozialen Systemen zugerechnet.
Themen der allgemeinen Soziologie sind u.a. soziales Handeln und soziale Beziehung, soziale Ungleichheit, Gruppen , Sozialisation, sozialer Wandel, Soziale Mobilität, Methoden der Forschung, soziale Rollen, Tausch, Klasse, Elite, Macht und Herrschaft etc.
3.2 Spezielle Soziologien
Spezielle Soziologien - ebenso Bindestrichsoziologien genannt - befassen sich mit den Strukturen und Prozessen gesellschaftlicher Teilsysteme oder institutioneller Bereiche.
Zu den speziellen Soziologien zählen (s. a. die Sektionen der DGS) unter anderem folgende Gebiete:
A Agrarsoziologie, Alterssoziologie (Soziologie des Alter(n)s), Arbeitssoziologie, Architektursoziologie
B Berufssoziologie, Betriebssoziologie, Bildungssoziologie
E Entwicklungssoziologie, Erziehungssoziologie, Ethnosoziologie
F Familiensoziologie, Frauenforschung
G Geschlechterforschung, Gender Studies
I Industriesoziologie
J Jugendsoziologie
K Katastrophensoziologie, ("Kindheitssoziologie" s. u. unter "S"), Kommunikationssoziologie, Kultursoziologie, Kunstsoziologie
L Literatursoziologie
M Maritime Soziologie, Mediensoziologie, Medizinsoziologie, Migrationssoziologie, Militärsoziologie, Musiksoziologie
O Organisationssoziologie
P Politische Soziologie (Politiksoziologie), Polizeisoziologie
R Rechtssoziologie,Regionalsoziologie, Religionssoziologie
S Soziologie der Kindheit, Soziologie der Sexualität, Sportsoziologie,Sprachsoziologie, Staatssoziologie, Stadtsoziologie
T Techniksoziologie
U Umweltsoziologie
V Verkehrssoziologie
W Wirtschaftssoziologie, Wissenschaftssoziologie, Wissenssoziologie
Durch die zunehmende Differenzierung ebenso der Soziologie selbst bilden sich laufend zusätzliche spezielle Soziologien.
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