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|  | | Spanische Sprache - Definition und Bedeutung |
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Da die spanische Schriftsprache vom Sprachgebrauch der zentralspanischen Region Kastilien geprägt wurde, und um die Sprache von den anderen in Spanien gesprochenen romanischen Idiomen (v.a. Galicisch und Katalanisch) sowie der Nationalitätsbezeichnung "Spanisch" abzugrenzen, findet man im spanischen Sprachraum größtenteils die Bezeichnung kastilische Sprache (span. castellano).
Spanisch wird mit lateinischen Buchstaben geschrieben. Im modernen Spanisch werden der Akut-Akzent für Vokale und die beiden Zeichen ñ und ü verwendet.
Die Sprachkürzel nach ISO 639 sind es und spa.
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Inhaltsverzeichnis | |
7 Weblinks
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Spanisch ist Amtssprache in folgenden Ländern (in Klammern Anzahl der Muttersprachler):
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| · | USA (regional, 26.000.000)
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In der britischen Kolonie Gibraltar ist Spanisch neben Englisch gleichfalls Amtssprache.
Spanisch wird gegenwärtig von ca. 360 Millionen Menschen als Muttersprache gesprochen, und hat damit 20 Millionen Muttersprachler mehr als das Englische. Die meisten Sprecher leben in Süd- und Mittelamerika.
Inklusive Zweitsprachler beläuft sich die Anzahl der Sprecher auf ca. 420 Millionen. Damit ist Spanisch die am vierthäufigsten gesprochene Sprache der Welt. (nach Mandarin-Chinesisch, Hindi und Englisch).
Das Spanische ist eine der Sprachen, deren Rechtschreibung dem Prinzip des "schreibe, wie Du sprichst" recht nahe kommen. So werden ebenso Fremdworte, die übernommen werden, so geschrieben, dass sich die Aussprache nochmal automatisch ergibt.
3 Geschichtliche Entwicklung 3.1 Iberischer und keltischer Einfluss
Im heutigen Spanisch sind sehr wenige Reste dieser Ursprachen zu finden, sie haben allerdings einen großen Einfluss auf dessen Phonetik gehabt: Das Fehlen des labiodentalen „v“ und der Wandel des lateinischen anlautenden „f“ zum anfangs aspirierten und vom 17. Jahrhundert ab zum stummen „h“ ist auf iberischen Einfluss zurückzuführen.
3.2 Lateinischer Einfluss
Durch eine starke militärische Präsenz und durch zahlreiche römische Beamte verbreitet sich die lateinische Sprache dort sehr schnell. Latein wird so zur Kultursprache, die Ursprachen werden allmählich zurückgedrängt. Nur in den westlichen Pyrenäen stößt das Lateinische auf stärkeren Widerstand, wodurch dort die Ursprache (Baskisch) erhalten bleibt.
3.3 Germanischer Einfluss
Als die Goten im Jahr 414 in Spanien einfallen, spricht man schon auf der gesamten Halbinsel Latein mit lokaler Färbung. Obwohl die Goten für die darauffolgenden drei Jahrhunderte die Herrschaft in Spanien haben, beeinflussen sie weder Sprache obendrein das soziale Leben sehr tief. Ein Grund dafür, dass sich Spanier und Goten nicht vermischen ist größtenteils religiösen Ursprungs: die Spanier sind Katholiken, die Goten Arianer. Als im Jahr 634 König Recardus mit seinem Volk zum Katholizismus übertritt, verschwindet das Gotische bald vollkommen.
Dennoch gibt es ein paar wenige Wörter im Spanischen, die germanischen Ursprungs sind. Man nimmt aber an, dass diese nicht durch die Goten, sondern schon vorher durch die Römer, die in Gallien mit germanischen Stämmen in Berührung gekommen waren, nach Spanien gebracht wurden.
Von einem tiefgehenden und dauerhafteren Einfluss auf das Spanische sind die arabischen Eroberer, die 711 von Afrika aus ihre Expansion nach Osten und Norden der Halbinsel beginnen. Sie besetzen ganz Spanien mit Ausnahme der Kantabrischen Berge, wo eine kleine Schar Spanier Zuflucht sucht und die spätere Rückeroberung ( Reconquista-Bewegung) Spaniens organisiert.
Als im Jahr 1492 diese Rückeroberung mit dem Fall von Granada abgeschlossen ist, sind schon viele arabische Elemente in das Spanische aufgenommen. Anschließend werden aber nochmal einige arabische Wörter aus dem spanischen Wortschatz ausgestoßen; heutzutage enthält er obendrein ca. 10% Wörter arabischen Ursprungs.
Somit ist das Spanische die romanische Sprache mit den meisten arabischen Lehnwörtern; es handelt sich dabei nicht nur um Kulturbegriffe, sondern ebenso um Bezeichnungen für Begriffe des alltäglichen Lebens.
Arabische Lehnwörter und ihre Ableitungen finden sich in den folgenden Wortschatzbereichen: Verwaltung und Staatswesen, Heerwesen, Münzprägung, Naturwissenschaften, Landwirtschaft (Ackerbau, Bewässerungsanlagen), Hausrat, Kleidung, Speisen, Pflanzen- und Tierbezeichnungen, u. a.
Das Lateinische, das von den Römern nach Spanien gebracht wird, ist nicht die klassische lateinische Sprache, sondern die gewöhnliche Umgangssprache der Legionäre. Aus dieser Sprache entwickeln sich mit der Zeit unter verschiedenen geographischen und ethnographischen Einwirkungen unterschiedliche romanische Dialekte. Einer von ihnen, der Dialekt Altkastiliens, wird später durch politische Umstände zur Schrift- und Nationalsprache Spaniens.
Es sind nämlich die Grafen Altkastiliens, die in andauernden Kämpfen gegen die Araber ihr Staatsgebiet nach Süden hin erweitern. Im Verlauf dieser Reconquista-Bewegung schiebt sich das Altkastilische wie ein Keil in das übrige romanische Sprachgebiet hinein und drängt die anderen Sprachformen an die westliche ( Asturisch-Leonesisch, Portugiesisch) und östliche ( Aragonesisch, Katalanisch) Peripherie des Landes ab, wodurch sich der Bereich der kastilischen Sprache enorm vergrößert.
In der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts wird Kastilien zum Königreich ausgerufen und im Jahr 1085 Toledo zur Hauptstadt bestimmt. So wird die kastilische Mundart zur Hof- und Umgangssprache des jungen Königreichs. Von sprachpolitischer Bedeutung sind die Reformen Ferdinands III. ( 1217 – 1252) und Alfons X. ( 1252 – 1282), durch die das Lateinische als Urkundensprache abgeschafft wird, und das Kastilische diese Funktion übernimmt.
Schon im Verlauf des späten Mittelalters verbreitet sich das Kastilische nicht nur als Schriftmedium, sondern ebenso als gesprochene Sprache außerhalb Kastiliens. Nach der Vereinigung von Kastilien und Aragon ( 1479) wird es zur Staatssprache des Königreichs Spanien.
Das Spanische wie wir es heute kennen, ist also eine Weiterentwicklung der lateinisch-kastilischen Mundart mit toledanischer Färbung.
Im Jahr 1713 entsteht nach französischem Vorbild die „Real AcademÃa de la Lengua“, die als anerkannte Autorität in Sprachfragen gilt. Zwischen 1726 und 1739 wird das „Diccionario de Autoridades“ herausgegeben, im Jahr 1771 erscheint die Grammatik der Akademie.
4.1 Das amerikanische Spanisch
In den meisten Ländern Süd- und Mittelamerikas wird Spanisch als Muttersprache gesprochen. Da es sich hierbei um ein großes Gebiet handelt und seit der Kolonialisierung durch die Spanier schon Jahrhunderte vergangen sind, weist das amerikanische Spanisch nicht nur gewisse Abweichungen zum Kastilischen auf, sondern es treten ebenso in den einzelnen amerikanischen Ländern Besonderheiten in der Sprache zutage.
Diese sind allerdings in der Schrift- und Verkehrssprache nicht allzu groß; die Dialekte in den einzelnen Ländern unterscheiden sich dagegen teilweise recht deutlich, nicht nur in der Aussprache, sondern ebenso im Vokabular. Letzteres entspricht im großen und ganzen dem kastilischen, wobei es durch die Aufnahme einer beträchtlichen Anzahl von Wörtern der verschiedenen amerikanischen Mundarten bereichert wurde.
Einige echt spanische Wörter haben in Amerika einen Bedeutungswandel durchgemacht, auf grammatikalischem Gebiet sind aber keine nennenswerten Veränderungen eingetreten.
Auch wenn die Aussprache und Sprachmelodie in den verschiedenen amerikanischen Ländern variiert, kann man einige gemeinsame Unterschiede unter dem Spanisch Süd- und Mittelamerikas und dem Kastilischen festhalten.
| · | Typisch für Lateinamerika ist der so genannte seseo. Während im kastilischen Spanisch ein z stets wie ein stimmloses englisches th ausgesprochen wird, wird es in lateinamerikanischer Aussprache zu einem normalen stimmlosen s-Laut. Dasselbe trifft auf das c vor e und i zu.
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| · | Die Vergangenheitsform Pretérito Perfecto (He comprado) ist unüblich. Stattdessen verwendet man meist das Pretérito Indefinido (Yo compré).
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| · | Deszusätzlichen herrscht in einigen Gebieten der voseo vor, d.h. anstatt des Personalpronomens tu für die 2. Person Singular wird vos (abgeleitet aus vuestra merced) verwendet. Die Verben werden anders konjugiert, zum Beispiel:
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- Das spanische tu eres (du bist), das in der 2. Person Plural vosotros sois (ihr seid) lautet, wird im amerikanischen Sprachraum zu einem vos sos (du bist).
- Die Anpassung der Verben an das vos führt regelmäßig zu einer anderen Betonung in der Aussprache: Das spanische que haces (was machst du), in der erwähnten Mehrzahl ein que haceis, wird im amerikanischen Sprachraum zum que hacés. In Comics und Cartoons wird diese Besonderheit der Pronunziation oftmalsso geschrieben.
| · | Weiterhin - und in Konsequenz, dass das spanische vosotros schon durch das vos besetzt ist - wird die 2. Person Plural vosotros durch die 3. Person Plural ustedes ersetzt. Auch hier werden die Verben entsprechend angepasst: Ihr seid heißt demnach ustedes son.
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| · | Im RÃo de la Plata-Gebiet wird das ll und das y wie ein weiches, deutsches sch ausgesprochen.
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| · | Es gibt überdies einige begriffliche Abweichungen, hierzu nur ein paar Beispiele (innerlateinamerikanisch gibt es aber ebenso unzählige begriffliche Abweichungen, weshalb folgende Tabelle nicht auf ganz Lateinamerika zutrifft)):{| border="1" cellpadding="2" cellspacing="0"
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|deutsch
|spanisch
|südamerikanisch
|-
|Kellner
|camarero
|mozo
|-
|Butter
|mantequilla
|manteca
|-
|Erdbeere
|fresa
|frutilla
|-
|Kühlschrank
|nevera
|heladera
|-
|Rock
|falda
|pollera
|-
|Auto(mobil)
|coche
|carro oder auto (Arg.)
|-
|Banane
|platano
|banana
|-
|Eimer
|cubo
|balde
|-
|Benzin
|gasolina
|nafta (Arg.)
|}
In diesem Zusammenhang steht ebenso eine südamerikanische Eigenheit, manche typisch spanische Begriffe zu vulgarisieren. Das beliebte Verb coger (= nehmen, ergreifen, fangen), das Spanier gern auf viele Sachverhalte anwenden, (ähnlich wie Deutsche das Verb tun benutzen), hat im südamerikanischen Raum die Bedeutung eines 4-letter-words, ist nämlich ein ordinärer Ausdruck für Geschlechtsverkehr. Gleiches gilt für la concha (die Muschel). In Südamerika wird darunter allein ein vulgärer Ausdruck eines weiblichen Genitals verstanden.Ernsthafte Verständigungsprobleme unter den verschiedenen spanischen Muttersprachlern, ob europäisch oder amerikanisch, entstehen aber kaum.
5 Vom Spanischen abgeleitete Sprachen 5.1 Spanischbasierte Kreolsprachen
Hybriddialekte (Mischsprachen) existieren dort, wo Spanisch und Portugiesisch aufeinandertreffen
Judenspanisch ist das Spanisch der 1492 aus Spanien vertriebenen Juden Sephardim. Sie leben heute in Griechenland, Türkei, Israel, Nordmarokko und den USA. Die Sprecherzahl wird auf 150.000 geschätzt.
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