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 Symbol - Definition und Bedeutung

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Ein Symbol (v. griechisch: sym zusammen ballein werfen, das Zusammengefügte; Kennzeichen) bezeichnet ein Zeichen, das über sich selbst hinausweist.
Die Ursprungsbedeutung leitet sich von einem antiken Brauch ab: Ein Gast reichte seinem Gastgeber zum Abschied eine zerbrochene Tontafel oder einen Tonring. Sie dienten als Erkennungszeichen bei einem möglichen Gegenbesuch eines Mitglieds aus dem Gastgeberhaushalt bei dem ehemaligen Gast: Durch das Zusammenfügen der beiden Bruchstücke konnte sich der ehemalige Gastgeber (oder einer aus seiner Familie) als solcher zu erkennen geben. Der Ring als Symbol weist so über sich hinaus auf die Bedeutung "Freundschaft".
Davon abgeleitet sind Symbole Zeichen, aus denen man etwas schließen oder erkennen kann. Also: Kennzeichen, Wahrzeichen, Abzeichen, Sinnbild, (Erkennungs-)Marke, (Ausweis-)Karte, Bezeichnung. Nicht zu verwechseln mit der Allegorie.
Inhaltsverzeichnis

 1 In der Philosophie

In der Ästhetik (als einer Sparte der Philosophie) ein Erkennungszeichen, einfach in der Form, reich und tief im Sinn. Auf Denk- und Grabmälern nicht unüblich. Beispiel: Der „Lindenbaum“ im Lied „Am Brunnen vor dem Tore“ von Ludwig Uhland. Symbole sind "Produkte bewusster, reifer Erkenntnisleistung (nicht Verdrängung, wie Sigmund Freud und Ernest Jones meinten) durch Repräsentanzen in Form von Worten, Handlungen oder Gesten. Symbole vermitteln, was anders nicht artikuliert werden kann." (Dietrich Ritschl, Zur Logik der Theologie, München 1984, 22).
Symbol bezeichnet ein Gebilde, dem durch eine Gruppe von Menschen ein bestimmter Sinn verliehen worden ist, der nur dieser Gruppe bekannt ist und der über bzw. hinter der sinnlich wahrnehmbaren Erscheinung des Gebildes liegt. Darin unterscheidet sich das Symbol vom Zeichen, das nur meint, was es bezeichnet (z. B. STOP-Schild). Symbole, die ihre über sie hinausweisende Bedeutung einbüßen und zu Zeichen erstarren, nennt man Klischee.
Mit der Symbolik, der Erforschung des Wesens und der Arten der Symbole, hat sich zuerst Ernst Cassirer befasst.

 2 In der Religion

1. Alle Religionen drücken Kerngedanken in Symbolen aus, z.B. das Rad (als Symbol der ewigen Wiederkehr), das leere Grab (als Symbol der Auferstehung), der Weg (als Symbol der Lebensgeschichte oder der Lebensführung).
2. Daneben gibt es in den christlichen Kirchen Glaubenssymbole, das sind Glaubensbekenntnisse. Dies leitet sich von einer zweiten Bedeutung des griechischen Wortes symbolon ab: Vertrag, Übereinkunft. Diese Symbola sind als verbindliche Glaubensurkunden zu verstehen (z.B. das Apostolikum und die Confessio Augustana). Auch eine Zahlensymbolik durchzieht das theologische Denken, deren Grundlage die Drei als Zahl der Dreieinigkeit und der theologischen Tugenden, und die Vier als Zahl der Welt bilden. Es gibt vier Tages- und Jahreszeiten, Himmelsrichtungen, Elemente, Lebensalter, vier christliche Kardinaltugenden (Glaube, Liebe, Hoffnung, Barmherzigkeit), vier Ströme des Paradieses (Euphrat, Tigris, Pison, Geon), als Männer mit Wasserkrügen z.B. am Taufbecken des Hildesheimer Doms abgebildet. In der Vierzahl kommen ebenso die großen Propheten und die Evangelisten vor. Drei und vier ergeben addiert sieben, multipliziert zwölf. In der Siebenzahl treten die Tugenden und die freien Künste (artes liberales) auf, zu zwölfen die Monate, die Stämme Israels, die kleinen Propheten, die Jünger Jesu.
Religiöse Symbole sind konstitutive Elemente religiöser Identifikation, Sprache und Handlungen.

 2.1 Beispiele

Religiöse Symbole sind u.a.:
· Baha'i: der neun-zackige Stern
· Buddhismus: das acht-speichige Rad der Lehre
· Christentum: Alpha und Omega, Kreuz, Fisch, Agnus Dei
· Hinduismus: Om-Symbol
· Islam: Halbmond
· Judentum: Davidstern (magen David, das Schild Davids), Menora (siebenarmiger Leuchter)

 3 In der Politik

sind Symbole häufig, (z. B. in Gestalt nationaler Fahnen).

 3.1 Beispiele

Siehe ebenso: Nationale Symbole; Symbol; Todessymbolik
Beispiele für politische Symbole:
·  das Hakenkreuz als Symbol für den Nationalsozialismus
·  Hammer und Sichel als Zeichen des Kommunismus
·  der Halbmond als Symbol für den Islam und islamische Einrichtungen
·  das Kopftuch oder ebenso der Schleier als Kennzeichen islamischer strenggläubiger Frauen
·  das rote Kreuz auf weißem Grund als Abzeichen des Roten Kreuzes
·  die Farbe Grün steht für den Islam und islamische Einrichtungen
·  die Farbe Violett steht für die evangelische Kirche
·  das Kreuz (als Kruzifix an der Wand oder an einer Kette) ist das Symbol des Christentums
In manchen Staaten (z. B. in Frankreich), ist das Tragen von politischen oder religiösen Symbolen in öffentlichen Gebäuden verboten.
Siehe ebenso: Meinungsfreiheit, KopftuchstreitIn der Wirtschaft sind Symbole zumal am Erfolg von Marken beteiligt (z. B. der "Erdal"-Frosch).

 4 Im Sport

Im Wettkampf haben sich etliche Symbole durchgesetzt (z. B. die Goldmedaille bei Sieg, Silber für den zweiten, Bronze für den dritten, dem vierten bleibt nur die "blecherne" Medaille).

 5 In der Pädagogik

Hier ist die Symboldidaktik zu nennen.

 6 Symbolarten

· verbal: gesprochenes oder gedachtes Wort
· bildhaft: Buchstaben, geschriebenes Wort, Piktogramm, Icon, Ikone
· akustische Symbole (siehe Sprache)
· kulturspezifische Symbole
· keltische Symbole
· altägyptische Kultur
· indianische Kulturen

· religiöse Symbole
· universelle Symbole
· nationale Symbole
· Traumsymbole
·  Todessymbole
· Archetypen
· Signaturen

 7 Siehe ebenso


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