Entwickelt wurde die V1 von
Robert Lusser von der Firma Fieseler und von
Fritz Gosslau von der Firma Argus, die das Triebwerk herstellte. Die ersten Tests der V1 fanden Ende
1941 oder Anfang
1942 in
Peenemünde statt. Die anfänglichen Probleme mit der Stabilisierung wurden durch die Testpilotin
Hanna Reitsch in einer modifizierten V1 beseitigt. Der erste offizielle Start fand am
12. Juni 1944 statt - in den frühen Morgenstunden des
13. Juni schlug die erste
V-1 in
London ein.
So war das fertige Flugzeug ein - für die damalige Zeit - durchaus komplexes Gerät mit einer automatischen
Kreisel-Kurssteuerung; ein kleiner Propeller an der Spitze trieb ein Zählwerk zur Reichweitenkontrolle an.
Das Triebwerk war ein so genanntes
Verpuffungstriebwerk (keine
Rakete, sondern ein intermittierendes Pulso-Schubrohr - erfunden von Paul Schmidt), das auf eine bestimmte Mindestgeschwindigkeit gebracht werden musste, damit es »ansprang«: sobald der Druck vorne am Staurohr einen bestimmten Wert erreicht hatte, drückte es ein federbelastetes, einfaches Ventil auf; die verdichtete Luft strömte in die
Brennkammer und wurde dort gezündet: daher ebenso das typische Geräusch, das die Londoner bald fürchten lernten. Fast schljederzeitaber war es, wenn das Geräusch aufhörte; d. h. dass der Reichweitenmesser das Triebwerk abgestellt hat, und dass die Bombe gleich irgendwo einschlagen würde.
Der Marschflugkörper mit weniger als 600 km/h Marschgeschwindigkeit war nicht unerreichbar für die schnellsten alliierten
Jäger; neben dem »simplen« Abschießen (das für den Jäger gar nicht so ungefährlich war – ein 850-kg-Sprengkopf hat einen recht großen Explosionsradius) haben einige Piloten eine andere Methode benutzt, eine
V-1 zum Absturz zu bringen: wenn sie es schafften, den Flügel der
V-1 mit dem eigenen Flügel weit genug anzuheben, wurde der querruderlose Flugkörper instabil, die Kreiselsteuerung versagte und die Bombe stürzte (hoffentlich) ins Meer.
Die Version Fieseler Fi 103R Reichenberg war bemannt; sie sollte gegen die alliierten Bomberströme eingesetzt werden. Der Pilot sollte das Flugzeug auf das Ziel ausrichten und dann mit dem Fallschirm aussteigen. Obwohl 175 Exemplare gebaut wurden, wurde das Vorhaben 1944 aufgegeben.
Es gab ernste Anstrengungen, die V1 als
Kamikaze-Waffe zu benutzen. Dazu wurde die Militäroperation
Selbstopfer ins Leben gerufen. Die Selbstaufopferungspiloten wurden dem KG 200 unterstellt. Diese Organisation wurde allerdings durch einen Befehl
Hitlers nochmal aufgelöst.