Schon früh war Vercelli
Bistum. Der erste Bischof war der sagenumwobene Eusebius von Vercelli. Im Mittelalter war Vercelli ebenso aufgrund seiner strategischen Lage im Vorfeld eines wichtigen Alpenpasses bedeutender Bischofssitz. Während der Zeit der
Langobarden war V. Sitz eines Herzogs und besaß das Recht, Goldmünzen zu prägen. Die Bischöfe Atto von Vercelli und
Leo von Vercelli konnten im 10. und 11. Jahrhundert die Machtstellung ihrer Stadt durch königliche Privilegien weiter ausbauen und gegen diverse Angriffe seiner Gegner (unter Führung des Markgrafen
Arduin von Ivrea) siegreich verteidigen. Machtkämpfe im Innern des Klerus in der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts schwächten die Position der Kirche in der Stadt. In der Mitte des 12. Jahrhunderts wurde V. in eine eigenständige Republik umgewandelt, die sich im Lombardischen Städtebund engagierte. In Vercelli wurde 1228 die erste Universität des Piemont errichtet. Machtkämpfe im Innern der städtischen Fraktionen beendeten in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts die Blüte der Stadt. Im 14. Jahrhundert stand V. unter der Macht der Familie Visconti, die allerdings die Stadt 1427 endgültig an das Herzogtum
Savoyen abtreten mußte. Aus der Zeit ist obendrein die
romanische Zisterzienserkirche erhalten.