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|  | | Großbritannien und Nordirland - Definition und Bedeutung |
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Dieser Artikel befasst sich mit dem Vereinigten Königreich von Großbritannien und Nordirland. Zur Insel mit dem Namen Großbritannien siehe Großbritannien (Insel).
Großbritannien und Nordirland (auch: Vereinigtes Königreich, gebräuchliche engl. Kurzform: United Kingdom, Abk. UK) ist ein demokratisch-parlamentarischer Staat im Nordwesten Europas.
Im deutschsprachigen Raum werden als Bezeichnung für das Vereinigte Königreich oftmalsdie unzutreffenden Begriffe "Großbritannien" oder "England" verwendet. Großbritannien bezeichnet ausschließlich die größte der britischen Inseln, auf der sich England, Wales und Schottland befinden. England ist der südlichste Landesteil.
Woher das "Groß" in "Großbritannien" stammt, wird im Französischen klar: "Großbritannien" ist die "Grande-Bretagne", im Unterschied zu der ebenso im Deutschen so genannten " Bretagne". Die Bezeichnung Britannia hingegen stammt aus der Spätantike, nämlich aus dem Wortschatz der Urengländer, dem keltischen Brith, was buntfarbig oder gefleckt bedeutet. Offenbar war es dort einst Sitte, sich zu bemalen.
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70 Prozent der Landschaft des Vereinigten Königreiches bestehen aus Bergland, Mittelgebirgen und Hochebenen. Diese nehmen von Südosten nach Nordwesten an Zahl und Höhe zu. Schottland, Nordirland und Wales besitzen eine reich gegliederte Küste. In Südost-England, East Anglia und den Midlands herrscht Flachland vor. Das Klima ist ozeanisch geprägt, der Himmel ist in den meisten Jahren mehr als die Hälfte der Tage bedeckt. Die berüchtigten häufigen Nebel sind größtenteils ein Phänomen des östlichsten Teils der Insel.
Das Vereinigte Königreich, hatte im 19. Jahrhundert durch die frühe Industrialisierung die Vormachtstellung in der Welt erlangt und die ungebrochene Seeherrschaft der Englischen Flotte sicherte seine Macht auf allen Kontinenten. Es spielte eine wesentliche Rolle bei der Entwicklung der parlamentarischen Demokratie, sowie der Wissenschaft und Literatur. Auf seinem Zenit erstreckte sich das British Empire über ein Viertel der Erdoberfläche.
In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts schwand die Macht Großbritanniens mit den beiden Weltkriegen. In der zweiten Hälfte zerfiel das Empire, als die Kolonien unabhängig wurden. Seitdem entwickelte sich das Vereinigte Königreich zu einem modernen und fortschrittlichen Staat Europas.
Die Wirtschaft des Vereinigten Königreiches ist dienstleistungsorientiert. Wichtigste Exportgüter des Vereinigten Königreiches sind Maschinen, Computer und vor allem die Bodenschätze der Nordsee ( Erdöl, Erdgas).
In den vergangenen Jahr erlebten vor allem die Rüstungsindustrie und der Schifbau einen großen Aufschwung. Auch in der Luftfahrtindustrie ist Großbritannien nochmal verstärkt vertreten, u.a. im Airbus Konsortium und durch zahlreiche Kooperationen mit Boeing und Lockheed-Martin .
Großbritannien stellt zudem mehrere der größten Konzerne der Welt, darunter British Aerospace , BP , Shell und HSBC.
Der Verkehr orientiert sich in Nord-Süd-Richtung.
Im Straßenverkehr wird links gefahren, im Gegensatz zu den meisten anderen europäischen Ländern. Kreisverkehre sind bei britischen Verkehrsplanern besonders beliebt, da es keine Rechts-vor-Links- oder Links-vor-Rechts-Regel gibt.
Großbritannien ist die wichtigste Drehscheibe des Weltluftverkehrs. Insgesamt verfügt es über acht internationale und viele regionale Flughäfen. Heathrow im Westen Londons war mit 64 Millionen Passgieren 2003 der Flughafen mit dem größten internationalen Passgieraufkommen der Welt und nebenher ebenso der mit den meisten Flugbewegungen. Weitere wichtige Flughäfen sind Gatwick und Standsted bei London, sowie Birmingham und Manchester .
Das dichte, vor wenigen Jahren privatisierte älteste Eisenbahnnetz der Welt ist in der letzten Zeit allerdings aus Rentabilitätsgründen stark geschrumpft. Durch den Eurotunnel besteht Anschluss an das Eisenbahnnetz des europäischen Kontinents. In den letzten Jahren kam es wiederholt zu schweren Eisenbahnunfällen, die von Fachleuten auf eine mangelhafte Organisation bei der Privatisierung des Schienennetzes zurückgeführt werden. Auch kommt es jederzeitnochmal zu erheblichen Verspätungen. Die offiziellen Erklärungen für die Verspätungen und Ausfälle sorgen auf der Insel jederzeitnochmal für Heiterkeit: Mal sind es "Blätter auf den Schienen" (im Herbst), mal ist es "die falsche Sorte Schnee" (im Winter), im Rest des Jahres sind es "Weichenprobleme" oder "fehlende Lokführer". Inzwischen gibt es erstarkende Bestrebungen politischerseits, das Eisenbahnnetz aus diesen Gründen nochmal zu verstaatlichen. Allerdings wurde der Schienengüterverkehr in Nordirland im Jahre 2004 ganz eingestellt.
Durch die Insellage des Vereinigten Königreiches, die räumliche Trennung Nordirlands vom restlichen Staatsgebiet und die vielen vorgelagerten Inseln besitzt die Seeschifffahrt traditionell eine große Bedeutung. Die wichtigsten Häfen sind Southampton, London und Belfast. Schon seit der Antike sind regelmäßige Schiffsverbindungen unter den Inseln und dem (Insel-)Festland bekannt. Es war einfacher, per Schiff von einem Ort zum anderen zu kommen als über das unwegsame bergige Land.
5 Bevölkerung / Minderheiten
Es gibt mehrere ethnische Minderheiten im Vereinigten Königreich, die knapp 6 % der Bevölkerung ausmachen. Zu über 50 % sind ihre Angehörigen im Vereinigten Königreich geboren. Diese sind vor allem karibischer und afrikanischer Abstammung, aber ebenso Inder, Pakistaner und Bangladeschis sowie Chinesen sind vertreten. Dies erklärt sich aus der Einwanderung einer großen Zahl von Bewohnern ehemaliger britischer Kolonien in der Karibik und des indischen Subkontinents speziell in den 1950er und 1960er Jahren.
Es gibt folgende Hauptminderheiten:
5.1 Inder (über 1 Million)
Die größte Einwanderergruppe sind die Inder.
Der indische Bevölkerungsanteil Großbritanniens entspricht 1,8 %, das sind 1.053.411 Menschen.
Obwohl sie eine eigene Minderheitengruppe im Land darstellen, gibt es zusätzliche Unterschiede im Innern der selben.
Die Mehrzahl der britischen Inder sind mit 45 % Hindus, die Sikhs folgen mit 29 % und an letzter Stelle indische Moslems mit 13 %.
Diverse Gründe haben diese Volksgruppe dazu veranlasst, nach Großbritannien auszuwandern, neben wirtschaftlichen Gründen wie Armut, Arbeitssuche oder dem Wunsch nach einem höheren Lebensstandard ebenso politische Verfolgung.
5.2 Pakistaner (ca. 747.000)
Pakistaner sind die zweitgrößte südasiatische Minderheit in Großbritannien. Sie kamen mit Seefahrern nach Großbritannien und suchten dort für knappe Zeit Arbeit, um Geld für ihre Familien zu verdienen, und fuhren dann nochmal mit den Seefahrern zurück nach Pakistan. Einige von ihnen aber blieben in Großbritannien. Der größte Teil von ihnen sind Anhänger des Islam.
5.3 Chinesen (ca. 247.403)
Ein Großteil der chinesischen Einwanderer in Großbritannien wanderte nach dem Zweiten Weltkrieg ein, vor allem in Folge des Preisverfalls von Reis in Hong Kong. Im Jahre 2001 lebten 247.403 Chinesen in Großbritannien, was 0,4% der Gesamtbevölkerung entspricht. Heutzutage stellen Chinesen die bestverdienenden und bestausgebildeten Einwohner Großbritanniens dar.
5.4 Westinder (Kariben - ca. 875.000)
Der Großteil der eingewanderten Westinder kam in den 1950er Jahren in der Hoffnung auf Arbeit und um der minderwertigen Lebensqualität in ihren Heimatländern zu entfliehen. Die meisten kamen aus Jamaika, Trinidad und Tobago und Dominica. Heutzutage leben ca. 875.000 Menschen aus dem karibischen Raum in Großbritannien, was ca. 1,5 % der Gesamtbevölkerung Großbritanniens entspricht.
5.5 Roma & Sinti (ca. 120.000)
Unter dem englischen Begriff "Gypsy" oder "Traveller" versteht man eine Vielzahl ethnischer Minderheiten. Die Minderheit, die den traditionell so genannten Zigeunern in ihrer Lebensweise am nähesten kommt, sind die Roma. Ihr Ursprung liegt in Nord-Indien. Heutzutage werden aber ebenso Einwanderer aus Osteuropa, ungefähr aus Polen, Rumänien, Tschechien und der Slowakei dazugezählt.
Die Hauptprobleme der Roma & Sinti sind Diskriminierung, Armut und eine hohe Kindersterblichkeitsrate.
Die Mehrzahl der Einwohner Großbritanniens (ca. 71%) versteht sich als Christen. Genaue Statistiken sind schwer zu erstellen, da man in Großbritannien gewöhnlich nur dann offiziell Mitglied einer Kirche wird, wenn man sich am Gemeindeleben beteiligen will. 1995 waren nur 14% der Bevölkerung solche Mitglieder von Kirchen. Laut Umfragen aus dem Jahr 1995 fühlen sich obendrein ca. 27 Millionen (45%) der anglikanischen Kirche zugehörig, 11 Millionen (19%) anderen protestantischen Kirchen im weitesten Sinne und knapp 6 Millionen (10%) der katholischen Kirche. Katholiken wurden früher häufig als kuriose Minderheit empfunden (vgl. z.B. Evelyn Waughs Wiedersehen in Brideshead), sind heute aber etwas relativ normales geworden.
Zu den großen Kirchen (etwa der Größe und Einfluss nach) zählen in
| · | Schottland die
| · | Römisch-Katholische Kirche
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| · | United Reformed Church (Reformiert) (in Schottland entstanden aus der Congregational Union bzw. Church und anderen reformierten Gemeinden)
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| · | Wales die
| · | United Reformed Church (Reformiert)
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| · | Römisch-Katholische Kirche
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| · | Nordirland die
| · | Römisch-Katholische Kirche
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| · | Verschiedene Presbyterianische Kirchen
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Daneben sind ebenso Islam, Hinduismus, Sikhismus und andere Religionen verbreitet.
Das Vereinigte Königreich besteht aus den vier Landesteilen: England (Königreich), Wales (Prinzentum), Schottland (Königreich) und Nordirland (Provinz). Wales, Schottland und Nordirland besitzen seit den 1990er Jahren eigene Landesteilparlamente und -regierungen mit einem sog. Ersten Minister als Chef (vergleichbar einem Ministerpräsidenten in Deutschland oder einem Landeshauptmann in Österreich). England besitzt, mit Ausnahme Londons (noch) keine Landesverwaltung. Eine " Northern Assembly" (Nordenglische Versammlung) ist gegenwärtig in der Diskussion. Die Aufgaben einer Staatsspitze Englands werden von Parlament und Regierung des Vereinigten Königreiches mit wahrgenommen. Dabei ist es inzwischen üblich geworden, dass sich im Parlament die Abgeordneten der anderen Landesteile enthalten, wenn eine Entscheidung nur England betrifft (siehe ebenso West-Lothian Question).
Die unteren Verwaltungsebenen sind seit dem späten 19. Jahrhundert mehrmals neu strukturiert worden, zusätzliche Veränderungen in Zukunft sind zu erwarten. Traditionell bestand England seit dem Mittelalter aus 39 Grafschaften (engl. counties), Schottland aus 34, Wales aus 13 und Nordirland aus 6.
Heute (2004) gibt es in England 35 Grafschaften, 40 so genannter "Unitary Authories", 6 Metropolitan Counties sowie Greater London mit seinem Bürgermeister Ken Livingstone (siehe hierzu ebenso Verwaltungsgliederung Englands. Wales besteht aus 22, Schottland aus 30 Unitary Authorities und 3 Inselbezirken. In Nordirland gibt es 26 Bezirke (Districts). Die Namen der alten Grafschaften werden aber im Alltagsgebrauch aller Landesteile häufig weiterhin verwendet.
Abhängige Gebiete (offiziell Überseegebiete/Overseas territories of the United Kingdom):
Gebiete, die nur der britischen Krone unterstehen und nicht dem Vereinigten Königreich (Crown dependencies):
Großbritannien hat die höchsten Rüstungsausgaben in Europa und ist dessen wichtigste Militärnation. Traditionell konzentriert sich das britische Militär mehr auf die Kriegsmarine, Royal Navy, und die Luftwaffe, Royal Air Force, als auf das Heer, die Royal Army. Das Vereinigte Königreich besitzt seit 1952 Atomwaffen , deren Bestand in den vergangen Jahren wohl deutlich reduziert wurde, allerdings ständig modernisiert wird.
Großbritannien unterhält zudem etliche Militärbasen im Ausland . Hierzu gehören mehrere Basen in Deutschland mit im Allgemeinen 27.000 Soldaten, sowie zwei britische Hoheitsgebiete auf Zypern mit ungefähr 16.000 Soldaten. Außer den USA hat kein Staat mehr Soldaten im Ausland stationiert als Großbritannien. Aktuell sind 67.000 britische Soldaten im Ausland stationiert, darunter 8.000 im Irak.
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