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 Weltgesellschaft - Definition und Bedeutung

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Die Theorie der Weltgesellschaft setzt voraus, dass es wenigstens ein erdumspannendes soziales Netzwerk gibt (siehe dazu ebenso "Gesellschaft").
Zum Beispiel sieht Manuel Castells eine Erklärungsmöglichkeit durch seine "Netzwerktheorie". Nationen existieren demnach als besonders stark verknüpfte Netzwerke im größeren globalen Gesellschaftsnetzwerk.
Nach der Systemtheorie ist für eine "Weltgesellschaft" sogar ein soziales System erforderlich. Dieses System wäre dann durch den kontinuierlich zunehmenden Waren-, Personen- und Informationsaustausch entstanden. Der heute geläufige Begriff der "Globalisierung" meint die Prozesse, die eine Weltgesellschaft entstehen lassen. Die Entwicklung hin zu einer Weltgesellschaft wurde aber schon viel früher erkannt, was Begriffe des 19. Jh. wie Weltgeschichte und Weltmarkt belegen.
Nach Niklas Luhmanns begriffsprägender Theorie ist Gesellschaft unter den Bedingungen einer "Weltgesellschaft" nur obendrein zur Binnendifferenzierung fähig, denn wo globale Echtzeit-Kommunikation möglich wird, gibt es in der Gesellschaft kein "Außen" mehr. Eine Gesellschaft als solche kann unter den Bedingungen der entfalteten Moderne nicht mehr selbst zur Umwelt werden. Nationen sind im Kontext der Weltgesellschaft nichts anderes als Regionalgesellschaften, die nach außen partikularistisch und nur nach innen universalistisch konzipiert sind.==Literatur==
· Luhmann, Niklas: Die Gesellschaft der Gesellschaft, 1997, Bd. I, S. 145 f.
· Luhmann, Niklas: Die Weltgesellschaft, in, ders., Soziologische Aufklärung, Bd. 2, 1975, S. 71 ff = Archiv für Rechts- und Sozialphilosophie 57 (1971, S. 1 -35).
· Castells, Manuel (2003): Das Informationszeitalter. Bd.1: Der Aufstieg der Netzwerkgesellschaft. Durchges. Nachdruck der 1. Aufl., Opladen: Leske+Budrich.
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