Der Saratower Stausee, welcher hier beginnt, wurde bei
Balakowo angestaut. Unterhalb dieser Industriestadt mündet der Große Irgis in die Wolga. Zwischen Balakowo und
Saratow lebten früher die
Wolgadeutschen, bevor sie im
2. Weltkrieg nach
Sibirien und
Kasachstan deportiert wurden. Noch heute erinnern allerdings die Städte
Engels und Marx auf dem linken Ufer an die deutsche Besiedlung. Nur auf diesem Abschnitt ist man die Wolga obendrein so, wie sie früher war. Die charakteristische Form des Berg- und des Wiesenufers war von Kasan bis nach Wolgograd üblich, die Stauseen überfluteten allerdings die alten Uferregionen. Nur unter Balakowo und Marx ist die Wolga obendrein naturbelassen. Gegenüber von Engels liegt
Saratow, eine Universitätsstadt mit ungefähr 880 000 Einwohnern. Hier beginnt der 600 Kilometer lange Wolgograder Stausee, an dessen Ufer die Stadt Kamyschin liegt. Unterhalb des Dammes liegen die Städte
Wolgograd (früher Zarizyn,
Stalingrad) und Wolschskij. Wolgograd erstreckt sich über 80 Kilometer am Westufer der Wolga. Bei Svetlyi Jar zweigt der Wolga-Don-Kanal nach Westen ab. Er stellt die Verbindung zum
Schwarzen Meer dar und wurde unter
1950 und
1957 vor allem von Zwangsarbeitern ausgehoben. Bei Wolschskij zweigt die Achtjuba von der Wolga ab. Die Wolga wendet sich nun, am sogenannten Wolgaknie, nach Südosten und fließt dem
Kaspischen Meer zu. Am Anfang des Wolgadeltas liegt die Stadt
Astrachan (früher Itil]]. Teile des Deltas stehen unter Naturschutz, da das Gebiet eine wichtige Zwischenstation für
Zugvögel ist. Die zwei größten Mündungsarme der Wolga sind der Bachtemir und die Tabola, weiter östlich mündet die Achtjuba in den größten Binnensee der Erde.
Archäologische Funde belegen, dass an den Ufern des Flusses seit Urzeiten Menschen siedelten (zum Beispiel Großbulgar in der Nähe der Stadt Bolğar (=
Bolgary?)in der Tatar, Ruinen von
Itil und Saray unweit von
Wolgograd). Von den Historikern wird die fruchtbare Gegend um das Mündungsgebiet als Wiege der
indogermanischen Völker betrachtet, darunter die
Kelten, die sich von hier aus in Richtung Europa verbreiteten.