X.25 ist eine von der
ITU-T standardisierte Protokollfamilie für
WAN-Netzwerke
über das Telefon-Netzwerk. Der Standard definiert die physikalische Schicht, Sicherungsschicht und Netzwerkschicht (Schicht 1 bis 3) des
OSI-Modells. International wird X.25 als
packet switching network (
Paketvermitteltes Netzwerk) verkauft, meistens von Telefongesellschaften. Produktname wie auch bei der Deutschen als ebenso bei der Österreichischen Telekom ist
Datex-P.
X.25 wurde als Forschungsprojekt in
Englands National Physical Laboratory unter Leitung von
Donald Davies begonnen, der die Konzepte von paketvermittelnden Netzwerken entwickelte.
In den späten
1960er Jahren wurde ein Testnetzwerk aufgebaut, um
1974 war eine Anzahl von
Standorten zum
SERCnet ((
Science Engineering Research Council Network) verbunden.
Als eine große Anzahl von Erneuerungen und Ergänzungen in das System eingearbeitet wurden,
wurde schließlich als Beschreibung eine Serie von technischen Büchern veröffentlicht. Die unterschiedlich gefärbten Einbände dieser Bücher machten diese Beschreibungen als "Colour Books" bekannt und stellten den ersten Entwurf dessen dar, was sich schließlich zum X.25-Standard entwickelte.
SERCnet wuchs später und wurde 1984 als
JANET umorganisiert, welches bis heute besteht, allerdings
als
TCP/IP Netzwerk.
Das generelle Konzept von X.25 war, ein paketvermittelndes Netzwerk auf dem damals unzuverlässigen analogen
Telefonnetz zu erschaffen. Ein großer Teil des X.25 Systems ist eine Beschreibung von strikter
Fehlerkorrektur, ein Verfahren namens
LAP-B. Das X.25 Model beruht darauf, dass das gesamte Netzwerk intern bei den Telefongesellschaften verblieb, mit DTEs ("data terminating equipment" ungefähr Datenabschlussgerät) als Endpunkt beim Benutzer.
X.25 wurde in der Zeit der "dummen Terminals" entwickelt, die an einzelne Rechner angebunden waren. Ein Direktzugriff von einem Punkt an viele andere wie bei
TCP/IP war nicht vorgesehen.
Sogar dass es sich bei X.25 um ein Netzwerk handelte war weitgehend vor den Benutzern verborgen, für die
es im wesentlichen wie eine fehlerfreie
Modemanbindung wirkte.
Als Ergebnis hat X.25 die Eigenschaften eines
leitungsvermittelten Netzwerks,
obwohl die Daten intern
paketvermittelt werden. Angebundene Rechner werden mit
einer Art Telefonnummer im
X.121 Address Format beschrieben - der
NUA (
Network User Address). Die NUA besteht aus einem dreistelligem
Ländercode, einem einstelligem Providercode und
der zehnstelligen
National Terminal Number. Erwähnenswert ist der einstellige Providercode, der nur zehn Provider in einem Land zulässt - zu jener Zeit galt das als absolut ausreichend. Allerdings gab es in den USA bald
mehr als zehn X.25-Dienste - der Ländercode wurde auf "31" gekürzt um bis zu 100 Systeme zuzulassen.
Für lange Zeit wurde X.25 als eine Art Standleitung unter Rechnern für permanente Anbindungen verwendet (PVC für permanent virtual circuits - dauerhafte virtuelle Verbindung). Das war für Anwendungen
wie das Bankwesen üblich, wo entfernte Zweigstellen an einen zentralen Rechner verbunden wurden - meist billiger als eine dauerhafte Telefonfernverbindung. X.25 wurde üblicherweise mit einem pauschalen Monatsbeitrag und zusätzlichem Preis pro Datenpaket abgerechnet. Typische Geschwindigkeiten waren 4.8 oder 9.6 oder 19.2 kbit/s.
Eine Anzahl von öffentlich erreichbaren X.25 Netzwerken (
CompuServe, Tymnet, Euronet) wurden
in den
1970er und
1980er Jahren aufgesetzt, um die Zugriffskosten zu den verschiedenen Online-Diensten zu verringern. Der Benutzer musste zuerst mit der Netzwerkschnittstelle interagieren um die Verbindung zu starten. Diese Art der Verbindung heißt
SVC für
switched virtual circuit (etwa
virtuelle Wahlverbindung) oder
PDN für
public data networks (öffentliches Datennetzwerk).
Diese Nutzung von X.25 war nie sehr weit verbreitet und verschwand fast, als die Preise für Fernverbindungen in den
1990er Jahren stark fielen.
In der Zeit, zu der es aussah als ob X.25 das einzige universelle Netzwerksystem werden würde, wurde eine Anzahl von Verfahren entwickelt, um direkt auf die unterliegenden Pakete zuzugreifen. Viele von diesen
Verfahren waren "private" Anwendungen, doch ebenso ein X.100 E-Mail Verfahren beruhte auf X.25 als Übertragungsschicht.
Mit der Verfügbarkeit von
Modems mit hoher Übertragungsgeschwindigkeit und eingebauten Fehlerkorrekturverfahren wurde es einfacher, die
Vermittlungstechnik des normalen
Telefonnetzes zu benutzen und es
lohnte sich nicht mehr, die aus speziellen X.25-[[Vermittlungsstelle]n bestehende Netzinfrastruktur weiter vorzuhalten. Das Ergebnis war
Frame Relay, im wesentlichen X.25 ohne Fehlerkorrektur und dafür mit höherem Datendurchsatz.
X.25 Netze sind auf der Welt jederzeitobendrein in Benutzung, allerdings sinkt ihre Nutzung drastisch. Sie werden größtenteils durch neuere 2-schichtige Techniken wie
Frame Relay,
ISDN und
ATM und durch das allgegenwärtige 3-schichtige
Internet-Protokoll ersetzt.
Sie verbleiben allerdings in vielen Teilen der
dritten Welt die einzige verlässliche Anbindung, dort kann X.25 die verlässlichste und billigste Möglichkeit sein, um auf das
Internet zuzugreifen.
| Infos zu Ilexikon.comWir hoffen dass Sie alle gewünschten Informationen zum Begriff 'X.25' gefunden haben. Alle Informationen zur Definition des Begriffs X.25 und zur Bedeutung des Wortes X.25 werden Ihnen kostenlos bereitgestellt. Unser Traffic und unsere Programmierarbeit finanziert sich ausschließlich durch Werbeeinnahmen. Wir danken für Ihren Besuch und hoffen dass Sie unser Portal zusätzlichempfehlen. |